Nächste deutliche Niederlage

Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart hat seine vierte deutliche Niederlage in Folge hinnehmen müssen: Die HSG Wetzlar ging beim 33:25 als verdienter Sieger aus der heimischen Rittal-Halle. Weder im Angriff noch in der Abwehr war der TVB vor 4085 Zuschauern stabil genug, um gegen den guten Gegner zu bestehen.

Die gute Nachricht des 15. Spieltags aus Sicht des TVB vorneweg: Tabellarisch hat sich die Situation für das Team von Trainer Markus Baur trotz des erneut wenig überzeugenden Auftritts nicht verschlechtert. Von fünf Abstiegskonkurrenten punktete nur der TSV GWD Minden – jener Gegner also, den der TVB am Freitag in der ausverkauften Scharrena vor der Brust haben wird. Der Aufsteiger präsentierte sich sehr stark, zwang den VfL Gummersbach mit 26:23 in die Knie und ist dem TVB auf drei Punkte enteilt. Damit stehen die Bittenfelder im direkten Duell mächtig unter Zugzwang.

Die Zusammenfassung des Spiels.
Der TVB startete ähnlich wie zuletzt gegen Göppingen

Mit Punkten in Wetzlar dagegen war nicht unbedingt zu rechnen, wobei die HSG in dieser Saison nicht immer überzeugte und in eigener Halle beispielsweise gegen den Tabellenletzten Bergischer HC unterlag.

Der TVB startete ähnlich wie zuletzt gegen Göppingen: Nach dem 0:1-Rückstand glich Michael Schweikardt aus. Zuvor war Simon Baumgarten an Benjamin Buric gescheitert, anschließend parierte der Wetzlarer Keeper einen Siebenmeter von Schweikardt. Dieses Kunststück gelang nach dem 2:2 zwar auch Dragan Jerkovic im TVB-Kasten gegen Kristian Björnsen, das Torhüterduell indes gewann am Samstag eindeutig der HSG-Mann. Auch der Bittenfelder Neuzugang Mihai Pop stand oft auf verlorenen Posten – wobei es die TVB-Schlussmänner hinter ihrer wenig sattelfesten Deckung auch nicht einfach hatten.

Ein guter Start für den TVB

Dennoch erwischten die Gäste einen guten Start. Nach Felix Lobedanks zweitem Treffer führten sie nach zwölf Minuten mit 5:4. Nach und nach indes kam Wetzlar besser zurecht. Beim TVB sank die Trefferquote, die Ballverluste häuften sich. Mit einem Doppelschlag des guten Philipp Weber setzte sich das Heimteam auf 11:7 ab (21.) und legte zur Pause zum 17:12 nach.

Mit dieser schweren Hypothek musste der TVB in die zweiten 30 Minuten starten – und kam ordentlich aus der Pause zurück. Lobedank und dreimal Dominik Weiß brachten das Baur-Team auf 15:18 (35.) heran, allerdings legte Wetzlar immer wieder nach. Weiß besorgte auch das 18:21 aus Sicht der TVB. 20 Minuten vor Schluss war damit noch alles drin für den TVB.

Ungeschickte Aktionen und technische Fehler

Durch ungeschickte Aktionen, technische Fehler, Fehlwürfe und Löcher in der Deckung geriet das Team jedoch immer wieder ins Hintertreffen. Wetzlar nutzte eine Zeitstrafe gegen Teo Coric zum 23:18 (41.) und hatte die Partie nun im Griff. Weiß’ Treffer zum 23:20 (43.) war sozusagen das letzte Lebenszeichen der Gäste. Binnen fünf Minuten machte die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider mit einem Fünf-Tore-Lauf zum 28:20 (47.) alles klar. Wetzlar schaukelte die Partie souverän zum verdienten 33:25-Sieg nach Hause.

Für den TVB gilt es nun, sämtliche Kräfte zu mobilisieren, um aus den verbleibenden drei Partien bis zur WM-Pause gegen Minden, in Balingen und gegen Leipzig noch den einen oder anderen Punkt zu sammeln. Angesicht der eigenen Verfassung und der Form der Gegner wird dies schwer genug sein.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW