Titelanwärter Flensburg zu Gast

Am Sonntagabend gab es in Gummersbach für die WILD BOYS eine deutliche 27:20 Niederlage. Dabei kaufte die Heimmannschaft den Schwaben von Beginn an den Schneid ab und lag bereits in der 15. Minute mit 9:2 vorn. Auch im weiteren Spielverlauf konnten sich die Angreifer des TVB 1898 Stuttgart nicht wirklich steigern, so dass es mit einem 15:8 für die Oberbergischen in die Halbzeit ging. Im zweiten Durchgang bestimmten die Gummersbacher weiterhin das Spielgeschehen und hielten die WILD BOYS stets auf Distanz.

 

Der deutsche Meister, die Rhein-Neckar Löwen, gewann im Spitzenspiel gegen die Füchse Berlin, wobei die Kurpfälzer im ersten Durchgang die Hauptstädter zu überrennen schienen. Beim 17:7 betrug der Vorsprung der Löwen gar zehn Tore. Im dritten Sonntagsspiel deutete sich zwischen Leipzig und Aufsteiger Minden eine Überraschung an, am Ende gewannen die Sachsen jedoch knapp mit 21:19. Bereits am Samstag schlug Aufsteiger HC Erlangen den Bergischen HC überraschend deutlich mit 35:26.

 

Da war der klare 36:18 Sieg des Gegners vom kommenden Sonntag, der SG Flensburg-Handewitt gegen den HBW Balingen-Weilstetten schon eher zu erwarten. Die Gallier von der Alb mussten dabei wohl für die Niederlage der Flensburger im Spitzenspiel in Kiel büßen. Da hatte die Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes am elften Spieltag mit 23:24 die erste Saisonniederlage einstecken müssen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte das Team aus dem nördlichsten Bundesland alle Partien gewinnen können, unter anderem auch beim deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen. Dies zeugt natürlich von der Qualität des Kaders der SG Flensburg-Handewitt, in deren Reihen sich eine ganze Reihe von Nationalspielern aus verschiedenen Ländern tummeln. Angefangen mit dem erstklassigen Torhüter Matthias Andersson, der viele Spiel für die Flensburger fast im Alleingang gewonnen hat. Auf Rückraum-Mitte ist Thomas Mogensen gesetzt, wird aber häufig auch von Kentin Mahé unterstützt. Einer der wenigen Deutschen im Team aus dem hohen Norden ist Holger Glandorf auf der halbrechten Position. Mit Anders Eggert und Lasse Svan haben die Flensburger zudem eine ausgezeichnete Flügelzange. Am Kreis ist der Däne Henrik Toft Hansen erste Wahl. Insgesamt sind beim Kontrahenten aus Flensburg alle Positionen doppelt oder sogar dreifach mit erstklassigen Leuten besetzt. Dies benötigt die SG, um auf den drei Hochzeiten Bundesliga, Champions League und DHB-Pokal erfolgreich tanzen zu können, wobei es aber in der europäischen Elite-Klasse bis jetzt noch nicht so gut lief für die Norddeutschen. Das wird Trainer Ljubomir Vranjes nicht so gefallen, der nach eigenen Angaben jedes Spiel gewinnen möchte. Klar, dass die Schleswig-Holsteiner nun auch in Stuttgart siegen wollen, ja sogar müssen, um nicht gegenüber Tabellenführer Kiel an Boden zu verlieren.

 

Das verheißt nichts Gutes für die WILD BOYS. Ljubomir Vranjes, der auch als Bundestrainer im Gespräch war, wird seine Mannschaft sicherlich voll auf Sieg spielen lassen. Und da auch das Torverhältnis bei der Vergabe der deutschen Meisterschaft eine gewichtige Rolle spielt, wird es dem Gästetrainer nicht genügen, nur zu siegen. Er wird auf einen gewissen Abstand zwischen seiner Mannschaft und dem TVB 1898 Stuttgart Wert legen. Da heißt es dann natürlich ganz entschieden dagegen zu halten von Seiten der Gastgeber. Die WILD BOYS müssen auf jeden Fall im Angriff sehr diszipliniert spielen, um nicht in die gefürchteten Tempogegenstöße der SG Flensburg-Handewitt zu laufen. „Um hier etwas reißen zu können, benötigen wir einen absoluten Sahnetag und die Gäste müssen einen „gebrauchten Tag“ haben“, verdeutlicht TVB 1898 Stuttgart Coach Markus Baur die Kräfteverhältnisse. Das Tor der WILD BOYS wird wieder Dragan Jerkovic hüten. „Jogi“ Bitter wird mit einem Muskelfaserriss noch mindestens 5 Wochen ausfallen. Aber der älteste Torhüter der DKB Handball Bundesliga wusste schon im Spiel gegen Lemgo zu gefallen und konnte sich über die Dragan-Sprechchöre freuen.

Quelle: Joachim Gröser, TVB