Enttäuschender Auftritt des TVB

Restlos enttäuscht haben die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart beim Gastspiel gestern Abend in Gummersbach. Der VfL hatte von Anfang an wenig Mühe mit dem harmlosen TVB, der vor allem im Angriff ganz schwache Szenen hatte. Am Ende kam das Team von Trainer Markus Baur bei der 20:27-Niederlage (7:13) sogar noch einigermaßen glimpflich davon.

Nach dem tollen Kampfspiel gegen Lemgo hatte sich der TVB in Gummersbach – auch ohne vier wichtige Spieler –, eine kleine Chance ausgerechnet. Zumal der VfL auch nicht ganz frei von personellen Sorgen in die Partie ging. Die Hoffnung auf Bonuspunkte im Abstiegskampf indes musste der TVB rasch begraben. Mit der Leistung vom Sonntagabend dürfte er es auch schwer haben, gegen schwächere Gegner zu punkten.

Marian Orlowski machte den 0:2-Rückstand zwar mit einem Doppelschlag wett (6./2:2). In den folgenden neun Minuten präsentierte sich der TVB allerdings ziemlich von der Rolle: Er leistete sich Fehlwürfe, Ballverluste und technische Fehler en masse, die Gummersbacher zogen mit einem 7:0-Lauf auf 9:2 davon.

Im Anschluss steigerten sich die Gäste in der Defensive etwas, auch der Torhüter Dragan Jerkovic zeigte einige starke Paraden. Nach Bobby Schagens Siebenmetertreffer zum 10:5 (21.) sah’s wieder etwas freundlicher aus für den TVB. Doch die Fehlerquote im Angriff blieb unvermindert hoch. Drei Ballverluste und zwei Fehlwürfe nutzte der VfL mühelos zum 12:6 (27.).

Nachdem Teo Coric zum 12:7 verkürzt hatte, bot sich dem TVB sogar noch die Chance, mit nur drei Toren Rückstand in die Pause zu gehen. Doch Michael Schweikardt scheiterte am guten Carsten Lichtlein – und der Torhüter vollendete gleich selbst ins verwaiste TVB-Tor zum 13:7-Pausenstand. Die Gäste setzten immer wieder den siebten Feldspieler ein, um der guten Gummersbacher Deckung beizukommen. Allzu oft indes zog der TVB daraus keinen Vorteil.

Der Sechs-Tore-Rückstand war zwar eine deftige Hypothek, doch die leise Hoffnung auf die Wende hatten die Bittenfelder noch. Schließlich war ein noch dürftigerer Auftritt im zweiten Spielabschnitt kaum zu erwarten. Die Gummersbacher ließen ihren Gegner allerdings erst gar nicht auf Tuchfühlung kommen. Sie provozierten immer wieder Fehlabspiele des TVB, der zudem im Abschluss das Tor des VfL oft erst gar nicht traf. Auch Dominik Weiß, der nun im Angriff zum Zug kam, setzte keine Akzente. Im Rückraum wusste einzig Marian Orlowski – mit Abstrichen -, zu gefallen. Wenngleich auch ihm längst nicht alles gelang.

Beim 17:9 nach 39 Minuten war das Spiel entschieden. Das Heimteam beherrschte die Bittenfelder nach Belieben, und nach dem x-ten Ballverlust und Fabian von Gruchallas Treffer zum 21:11 ins leere Tor stolperte der TVB schnurstracks auf ein Debakel zu (43.).

In der Schlussviertelstunde ging es für den TVB lediglich noch darum, die Niederlage in einem erträglichen Rahmen zu halten. Das schaffte er auch, auf mehr als zehn Tore wuchs der Rückstand in der einseitigen Partie nicht mehr an. Als die Gummersbacher den Fuß ein wenig vom Gaspedal nahmen und sich den einen oder anderen technischen Fehler leisteten, verkürzte der TVB auf sieben Tore zum 20:27. Es hätte schlimmer kommen können – was allerdings ein schwacher Trost ist.

VfL Gummersbach: Lichtlein (1), Hasenforther; Schroeter, Ernst (2/1), Schindler (1), Kühn, Jaeger, Baumgärtner (2), Barten, Pevnov (4), Schmidt (3/2), von Gruchalla (5), Becker (2), Schröder (7).

TVB 1898 Stuttgart: Jerkovic, Mathes; Lobedank (2), Weiß (3), Schagen (2/1), Schweikardt (1), Kraus (1), Coric (2), Baumgarten (2), Fotache (1), Porges, Kretschmer (1),Orlowski (5).

Quelle: Thomas Wagner, ZVW