Ein euphorisierter Gegner für den TVB

Gemeinsam waren der SC DHfK Leipzig und der TVB 1898 Stuttgart zur vergangenen Saison in die erste Liga aufgestiegen. Im zweiten Jahr haben die Schwaben mit 6:12 Punkten einen ordentlichen Start hingelegt, die Sachsen einen noch besseren: Mit 11:5 Zählern liegen sie überraschend auf Rang fünf der Tabelle. Am Sonntag. Gemeinsam waren der SC DHfK Leipzig und der TVB 1898 Stuttgart zur vergangenen Saison in die erste Liga aufgestiegen. Im zweiten Jahr haben die Schwaben mit 6:12 Punkten einen ordentlichen Start hingelegt, die Sachsen einen noch besseren: Mit 11:5 Zählern liegen sie überraschend auf Rang fünf der Tabelle. Am Sonntag (15 Uhr) kommt’s zum direkten Vergleich.

Die Euphorie in Leipzig ist enorm derzeit: Die Fußballer von RB, eben erst in die erste Bundesliga aufgestiegen, sind nach acht Spieltagen noch ungeschlagen und liegen nur zwei Punkte hinter den Münchener Bayern auf Platz zwei. Ganz so toll treiben’s die Handballer zwar nicht, aber 11:5 Zähler und der Einzug ins Viertelfinale des DHB-Pokalwettbewerbs am Mittwoch zaubern den Verantwortlichen derzeit ein breites Grinsen ins Gesicht.

Selbstbewusst und frech

Bereits in der Aufstiegs-Saison hatte die Mannschaft um den Chef-Trainer Christian Prokop mit ihrer frechen und selbstbewussten Spielweise für Aufsehen gesorgt. Ernsthaft um den Ligaverbleib zittern musste der Sportclub Deutsche Hochschule für Körperkultur (SC DHfK) nie, am Ende standen Rang elf und stolze 30 Punkte in der Bilanz. Der Mitaufsteiger TVB 1898 Stuttgart hatte nicht einmal die Hälfte gesammelt. Zwei davon immerhin gegen die Leipziger beim 28:26-Sieg am dritten Spieltag, in der Rückrunde dagegen machte der SC beim 31:24 nicht viel Federlesen mit dem TVB, führte zur Pause bereits mit 18:9.

In dieser Spielzeit scheint es noch besser zu laufen für Leipzig. Niederlagen setzte es nur gegen Hannover (23:25) und die Rhein-Neckar Löwen (24:25), das 21:21 in Magdeburg ist als Punktgewinn zu werten. Siege feierte Leipzig gegen den Bergischen HC (30:21), in Coburg (33:31), gegen Melsungen (23:20), Lemgo (32:27) und zuletzt in Gummersbach (24:22).

Das aktuelle Sahnehäubchen war der 27:25-Pokalsieg am Mittwoch bei dem Ligakonkurrenten HSG Wetzlar. Dabei kämpfte sich Leipzig nach dem 12:17-Rückstand eindrucksvoll zurück. Ein Sieg noch und der Gegner des TVB steht im Final Four.

Keine leichte Aufgabe für den TVB

Das Team von Trainer Markus Baur muss sich also am Sonntag auf einen extrem selbstbewussten Gegner einstellen. Der möchte seinen Lauf nutzen und könnte mit Heimsiegen gegen den TVB und in drei Wochen gegen den Aufsteiger TSV GWD Minden schon eine kleine Vorentscheidung im Kampf gegen den Abstieg herbeiführen mit dann bereits 15 Punkten lange vor Ende der Hinserie.

Die Leipziger mussten zur neuen Saison unter anderem die Verluste von Philipp Pöter und Philipp Weber (beide zur HSG Wetzlar) wettmachen – und das ist ihnen offensichtlich bestens gelungen: Mit Roman Becvar, Niclas Pieczkowski, Andreas Rojewski und Tobias Rivesjö holte sich der Vorjahreselfte international erfahrene Rückraumspieler.

Prunkstück der Leipziger sei die „sehr aggressive, kompakte Abwehr mit einem Top-Torhütergespann“, sagt der TVB-Trainer Markus Baur. Im Kasten stehen Milos Putera und Jens Vortmann, Abwehrchef ist Bastian Roschek. Im Angriff spiele der SC diszipliniert und leiste sich wenig Fehler. „Das ist schon einmal eine sehr gute Basis.“

Keine großen Stars, aber großer Kampfgeist

Auffallend war in den Spielen bisher die mentale Stärke und Kampfkraft des Teams, das ohne große Stars auskommt. Die Leipziger ließen sich nie abschütteln und wüssten, dass sie Spiele jederzeit drehen könnten, so Baur. „Der Kader ist mit unterschiedlichen Spielertypen besetzt, Leipzig findet stets gute Lösungen.“

Der TVB steht also vor einer knackigen Aufgabe. Mit Ausnahme des kränkelnden Can Celebi hatte Baur bis Donnerstag alle Spieler im Mannschaftstraining – auch Vio Fotache arbeitet am Comeback. Nach seiner sechswöchigen Verletzungspause plant Baur aber noch keinen Einsatz.

 

Quelle: Thomas Wagner, ZVW