TVB beim Überraschungsteam in Leipzig zu Gast

Als Messestadt hat sich Leipzig schon in der Vergangenheit einen Namen gemacht. Im Frauenhandball sind die Sachsen ebenfalls Spitze, duellieren sich mit dem Thüringer HC seit Jahren um den deutschen Meistertitel. Neuerdings schicken sich aber auch die Männer vom SC DHfK Leipzig an, in der DKB Handball Bundesliga für Furore zu sorgen.

Zurzeit belegt der letztjährige Aufsteiger einen ganz hervorragenden fünften Tabellenplatz, direkt hinter den etablierten Teams aus Flensburg, Kiel, dem Vereinsweltmeister Füchse Berlin und dem deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen aus Mannheim.

Die momentane Platzierung der Sachsen kommt nicht von ungefähr, sondern ist alles mit Akribie geplant. Bereits im vergangenen Jahr nach dem Aufstieg wurde das Team systematisch aber überschaubar verstärkt. Dies hatte den Vorteil, dass die Leipziger auf eine eingespielte, gewachsene Mannschaft zurückgreifen konnten. Auch in dieser Saison verzichtete man in der Messestadt auf die ganz großen Stars, holte sich mit Pieczkowski (TuS N-Lübbecke) und Rojewski (SC Magdeburg) lediglich zwei gestandene Bundesligaspieler, ergänzte mit Becvar und Rivesjö von den Zweitligisten Rostock und HC Erlangen. Auch beim Traineramt herrscht Kontinuität: Seit 2013 betreut der Lehrer für Sport und Wirtschaft, Christian Prokop, das Team.

Die bisherigen Erfolge in dieser Saison geben den Verantwortlichen beim SC DHfK Leipzig Recht. Mit 11:5 Zählern rangieren die Sachsen noch vor so renommierten Vereinen wie SC Magdeburg, MT Melsungen, VfL Gummersbach und Frisch Auf! Göppingen. Am letzten Wochenende setzten sich die Leipziger beim bergischen Traditionsverein Gummersbach mit 24:22 durch. In der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt holten die Prokop-Schützlinge ein 21:21, siegten zuhause gegen die Nordhessen aus Melsungen mit 23:20. Einziges Negativerlebnis, das nicht so ganz ins Konzept passte, war die Heimniederlage gegen die TSV Hannover-Burgdorf. Dagegen war die Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen zu erwarten. Dagegen überraschte aber das Resultat: Nur mit einem Tor Unterschied (24:25) unterlagen die Leipziger dem deutschen Meister.

Wer die Rhein-Neckar Löwen in der letzten Woche in der SCHARRena live erlebte, kann dieses Ergebnis richtig einschätzen. Und auch TVB 1898 Stuttgart Coach Markus Baur sprach nach dem Spiel mit großem Respekt über den kommenden Gegner: „Wer nur so knapp gegen die Löwen verliert, der ist mit Recht ganz oben dabei. Nun müssen aber auch die WILD BOYS wieder punkten, denn der einst so komfortable Vorsprung auf die Nichtabstiegsplätze ist so langsam wieder aufgebraucht. Minden gewann am letzten Wochenende klar gegen den SC Magdeburg, der HBW Balingen-Weilstetten besiegte den Bergischen HC mit 27:23. Und auch die höher eingeschätzten Göppinger mühten sich zu einem 31:27 Erfolg über Schlusslicht Coburg, wobei sich die schreibende Zunft erneut nicht ganz zufrieden mit dem EHF Pokalsieger zeigte. Aber die Mannschaft vom Hohenstaufen wird mit Sicherheit wieder unten herauskommen. Anhand der letztgenannten Ergebnisse der beiden schwäbischen Rivalen würde dem TVB 1898 Stuttgart etwas Zählbares aus Leipzig sicherlich gut zu Gesicht stehen. „In Sachsen wollen wir mindestens einen Punktgewinn anstreben“, fordert daher WILD BOYS Coach Baur und betont: „Das schaffen wir aber nur, wenn wir in Abwehr und Angriff über die gesamte Spielzeit konzentriert und voll engagiert auftreten.“

Quelle: Joachim Gröser, TVB