Deutscher Meister zu Gast in Stuttgart

Rechtzeitig zum Abschied von Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer, quasi dem Ur-Löwen, der beim Mannheimer Vorortverein TV Friedrichsfeld das Handballspielen erlernte, wurden die Rhein-Neckar Löwen in diesem Jahr erstmals in der noch jungen Geschichte ihres Bestehens deutscher Meister.

Der Titelgewinn war für die mit großer Handballtradition ausgestattete Rhein-Neckar-Region um Mannheim und Heidelberg ein richtiger Grund zum Feiern. Und die Löwen ließen es im Juni richtig krachen.

Auch dieses Jahr mischen die Löwen wieder im Titelrennen mit, weisen zurzeit 10:2 Zähler auf. Nur die SG Flensburg-Handewitt konnte bis jetzt in der SAP-Arena gewinnen. Die momentane Stärke der Mannheimer bekam am letzten Wochenende auch Frisch Auf! Göppingen zu spüren. Das Team vom Hohenstaufen unterlag mit 35:26. Dabei hatten die Filstäler bis zur Halbzeit noch hervorragend mitgehalten (16:16). Nach Seitenwechsel schienen die Göppinger noch gar nicht in der Halle zu sein. Mit einem 6:0 Lauf zum 22:16 legten die Löwen den Grundstein zum Sieg und zeigten auch fortan eine ganz starke Abwehrleistung. Während die Generalprobe der Löwen für das Spiel am Mittwoch also gelang, ging die des TVB 1898 Stuttgart in Melsungen mit 25:37 deutlich daneben. Markus Baur: „Ich erwarte eine Trotzreaktion meiner Mannschaft.“

Obwohl die Rhein-Neckar Löwen über eine ausgezeichnete Jugendarbeit verfügen, ist aktuell aber nur Michel Abt aus der eigenen Jugend im Bundesliga-Kader der Rhein-Neckar Löwen. Dies ist ein Zeichen dafür, wie gut die Mannschaft besetzt ist. Mit Mikael Appelgren und Andreas Palicka hüten zwei Schweden das Löwen-Tor. Regisseur der Nordbadener ist der Schweizer Nationalspieler Andy Schmid. Er ist Dreh- und Angelpunkt im Angriffsspiel der Löwen. Am Kreis steht mit Hendrik Pekeler ebenso ein deutscher Nationalspieler wie mit Patrick Groetzki auf Rechtsaußen. Auf Rückraum rechts spielen der norwegische Internationale Harald Reinkind und der Isländer Alexander Petersson. Nicht wegzudenken aus dem Kader des deutschen Meisters sind auch der Schwede Kim Ekdahl du Rietz sowie der spanische Kreisläufer Gedeón Guardiola. Für den zu Paris St. Germain abgewanderten Uwe Gensheimer verpflichteten die Nordbadener den Isländer Gudjon Valur Sigurdsson vom FC Barcelona. Das nordbadische Starensemble ist gegenüber der Vorsaison fast unverändert zusammengeblieben. Auch der Trainer ist mit Nicolaj Jacobsen derselbe wie in der Meistersaison der Rhein-Neckar Löwen.

Aktuell hat der deutsche Meister in der DKB Handball Bundesliga bereits eine Niederlage auf dem Konto. Dagegen stehen die Erfolge in Melsungen, in Leipzig und in Gummersbach zu buche. In Mannheim hatte auch der SC Magdeburg am ersten Spieltag keine Chance, die Löwen zu bändigen und verlor deutlich mit 29:20.

Am Mittwoch nun geht es für die WILD BOYS also gegen den deutschen Meister und die Löwen dürfen sich bei der momentanen Tabellensituation eigentlich keine Niederlage erlauben, sonst könnte es bei der Stärke der SG Flensburg-Handewitt schwer werden, den Titel zu verteidigen. Entsprechend werden die Nordbadener auch auftreten. Aber der Meister ist auch anfällig, wie die knapp in Leipzig (25:24) gewonnene Partie zeigt. „Wenn die Löwen eine Schwäche zeigen, müssen wir da sein“, fordert WILD BOYS Coach Baur und ergänzt: „Wir werden auf jeden Fall unser Bestes geben und konzentriert und engagiert zu Werke gehen.“

Quelle: Joachim Gröser, TVB