Kampfbereit gegen SC Magdeburg

Der TVB 1898 Stuttgart erwartet den DHB-Pokalsieger SC Magdeburg an diesem Freitag mit ausgeglichenem Punktekonto – und mit der Erkenntnis, vor allem auf heimischem Boden jeden Gegner ins Straucheln bringen zu können. Dazu indes braucht der TVB gegen das Team um den Europameister Finn Lemke eine ähnlich starke Leistung wie gegen Hannover.

Sechs Punkte aus sechs Partien: Vor der Saison hätten die Verantwortlichen des TVB diese Bilanz sicherlich unterschrieben. Und das Auftreten in sämtlichen Spielen bisher nährt die Hoffnung, dass der Vorjahresaufsteiger in dieser Spielzeit zumindest nicht zu den heißesten Abstiegskandidaten zählen wird. Allerdings darf bei aller Euphorie nicht vergessen werden, dass der TVB vier der sechs Punkte gegen den HSC Coburg und den Bergischen HC gesammelt hat. Gegen Teams also, die er nach Möglichkeit hinter sich lassen sollte in der Tabelle. „Mit dem Sieg gegen Hannover haben wir uns einen kleinen Bonus verschafft“, sagt der Trainer Markus Baur. „Es war wichtig, dass wir diesen Bonus mit dem Erfolg in Coburg behalten haben.“ Der Coach ist zufrieden – nicht nur mit der Punktausbeute, sondern auch mit dem Auftreten seiner Mannschaft. „Jeder Gegner musste an sein Maximum, um uns zu schlagen.“

So soll das auch an diesem Freitag sein, wenn die „Magdeburg Gladiators“ in der Scharrena sich die Ehre geben. Der etwas martialisch anmutende Name ist auch ein bisschen Programm: Der Traditionsclub gilt als extrem kampfstark und ist in der Deckung mit dem Europameister Finn Lemke (2,10 Meter/115 Kilogramm), Zeljko Musa (2,00/107) und Fabian van Olphen (1,94/102) körperlich äußerst präsent.

SC Magdeburg bisher hinter Erwartungen zurückgeblieben

Der TVB braucht also Geschwindigkeit und Ideenreichtum, um die Magdeburger Deckung auszuhebeln. Und die eigene Deckung muss sich deutlich stabiler präsentieren als in der vergangenen Saison gegen den SCM. In beiden Spielen gab es beim 30:33 und 23:34 nichts zu holen. Im Hinspiel machten dem TVB nicht nur das schwache Überzahlspiel und die vielen technischen Fehler zu schaffen, sondern der neunfache Torschütze Michael Damgaard. „Er ist natürlich ein Top-Vollstrecker“, sagt Baur. Beim 30:26-Sieg des SCM zuletzt gegen die HSG Wetzlar stellte der dänische Olympiasieger seine Qualitäten wieder einmal unter Beweis.

Mit 5:7 Punkten sind die Magdeburger bis jetzt zwar hinter den Erwartungen zurückgeblieben, und in der Fremde ist das Team von Trainer Bennet Wiegert noch punktlos. Bei Gegnern wie den Rhein-Neckar Löwen (20:29), der SG Flensburg-Handewitt (25:26) und VfL Gummersbach (27:30) ist dies allerdings wenig überraschend.

In Stuttgart planen die Magdeburger endlich die ersten Auswärtszähler ein. Schließlich ist der Vorjahresachte mit großen Ambitionen in die Saison gestartet. So traut der TV-Experte und Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar seinem ehemaligen Team einen Platz unter den ersten fünf zu.

Hinter dem Einsatz von Djibril M’Bengue steht noch ein kleines Fragezeichen

In ähnlichen Regionen erwartet auch Markus Baur den SCM. Was nicht bedeutet, dass der TVB die Kaninchen-vor-der-Schlange-Rolle einnimmt. „Wir werden Magdeburg einen harten Fight bieten“, sagt Baur. Und dies mit dem breitesten Kader, den der Trainer in seiner noch kurzen Amtszeit beim TVB zur Verfügung haben wird. Mit Vio Fotache ist nach seinem Muskelbündelriss zwar noch nicht zu rechnen. Ansonsten aber dürften alle Spieler zur Verfügung stehen. Ein kleines Fragezeichen steht allerdings noch hinter dem Einsatz von Djibril M’Bengue. Beim Spiel in Coburg meldete sich die lädierte Patellarsehne wieder. Deshalb kam der wieder genesene Felix Lobedank auch zu mehr Einsatzminuten als geplant.

Froh ist Baur, dass er im rechten Rückraum eine weitere Alternative hat mit Can Celebi (26). „Er ist bissig, fleißig und intelligent“, sagt sein Trainer. Nachdem der türkische Nationalspieler bei seinem Debüt vornehmlich in der Deckung zum Einsatz kam, dürfte er gegen Magdeburg „auch ein bisschen länger im Angriff auftauchen“.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW