WILD BOYS vs. Gladiators

Erfolgreiche englische Woche für die Handballer des TVB 1898 Stuttgart. Mit 6:6 Punkten befinden sich die WILD BOYS derzeit auf einem Mittelfeldplatz in der DKB Handball Bundesliga. Dabei überzeugte das Team von Trainer Markus Baur besonders in der Partie gegen die als Favorit angereiste TSV Hannover-Burgdorf.

30:20 hieß es am Ende für die Heimmannschaft und die Bittenfelder Anhänger waren aus dem Häuschen. „Oh, wie ist das schön“, hallte es durch die SCHARRena. Matchwinner waren vor allem die von Dominik Weiß hervorragend organisierte Abwehr und ein bravourös haltender Johannes „Jogi“ Bitter. Nicht ganz zufrieden war TVB Stuttgart Coach Markus Baur allerdings mit der Partie in Berlin, die der Vereinsweltmeister am Ende mit 28:25 für sich entschied. „Wir waren auf einem guten Weg. Deshalb bin ich sauer über ein paar Situationen“, so Baur. Ihn wurmte dabei besonders, dass seine Mannschaft in der 45. Minute mit 21:19 führte, sich aber am Ende nicht für ihr gutes Spiel in der Hauptstadt belohnte. Das machten die WILD BOYS aber nur drei Tage später in Coburg besser, gewannen mit 26:23. Dabei konnten sich die Schwaben schnell mit 3:0 absetzen. Die Gastgeber kamen danach besser ins Spiel und erst Simon Baumgarten gelang vom Kreis die 12:10 Pausenführung. Bis zum 15:15 blieb die Partie spannend, ehe sich die beiden Weltmeister im Trikot des TVB 1898 Stuttgart steigerten. Michael „Mimi“ Kraus übernahm Verantwortung, erzielte wichtige Tore und auf der anderen Seite machte Johannes „Jogi“ Bitter seinen Kasten dicht. So konnten die Gäste sich wieder mit drei Toren (21:18) absetzen und einen ganz wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt feiern.

 

Mit dem SC Magdeburg kommt am Freitag der amtierende DHB-Pokalsieger in die Stuttgarter SCHARRena. Die „Gladiators“, wie sich das Team aus Sachsen-Anhalt nennt, haben eine sehr ruhmreiche Vergangenheit. Im Jahre 2002 wurde der Verein der erste deutsche Gewinner der europäischen Champions-League. Aber bereits zuvor gab es für die Ostdeutschen viele Erfolge. 1978 und 1981 gewannen die Elbestädter den Europapokal der Landesmeister. Und auch der EHF-Pokal ging bis jetzt dreimal an die Elbe. Damit aber nicht genug. 1981, 2001 und 2002 gewannen die Magdeburger zudem die Vereins-EM. National stehen insgesamt 21 Titelgewinne zu buche. Den letzten Erfolg feierten die Spieler von Trainer Bennet Wiegert 2016. Im DHB-Pokal triumphierten die „Gladiators“ in einem spannenden Endspiel über die SG Flensburg-Handewitt und lösten damit eine regelrechte Handball-Euphorie in und um Magdeburg aus. Kommentar von SPORT1 Handball-Experte Stefan Kretschmar: „Man kann deutlich erkennen, was den Menschen dieser SCM bedeutet.“

 

Zurzeit belegt der SC Magdeburg mit 5:7 Zählern zwar nur einen Mittelfeldplatz. Wer allerdings die bisherigen Gegner betrachtet, kann diese Platzierung sehr gut relativieren. Bei den Rhein-Neckar Löwen und bei der SG Flensburg-Handewitt gab es jeweils nichts zu holen für die Elbestädter. Demgegenüber stehen Heimsiege gegen Lemgo und Wetzlar, wobei gerade durch das 30:26 gegen die Mittelhessen die Tugenden der Magdeburger besonders eindrucksvoll wiedergegeben werden. Aus einer um jeden Ball kämpfenden Abwehr heraus wird das Spiel schnell nach vorne getragen. Dieses System gefällt den Zuschauern in der meist ausverkauften GETEC-Arena, die ihre Mannschaft jederzeit bedingungslos unterstützen. Für die Gästeteams ist da dann in der Regel nicht viel zu holen.

 

Zuhause braucht sich der TVB 1898 Stuttgart aber sicherlich auch vor den Magdeburgern nicht zu verstecken. Das 30:20 gegen die TSV Hannover-Burgdorf hat sicherlich das Selbstvertrauen der Mannschaft von Trainer Markus Baur enorm gestärkt. Und auch das 26:23 in Coburg hat dazu beigetragen, das Selbstbewusstsein der WILD BOYS weiter zu verbessern. Dennoch warnt Trainer Markus Baur vor zu viel Euphorie: „Magdeburg ist eine ganz große Hausnummer in der DKB Handball Bundesliga“ und ergänzt: „Nur wenn wir ähnlich konzentriert und engagiert wie gegen Hannover-Burgdorf an die Aufgabe herangehen, haben wir eine Chance.“ Dazu bedarf es auch wieder der lautstarken Unterstützung durch das Publikum in der SCHARRena.

Quelle: Joachim Gröser, TVB