Auswärtssieg in Coburg

Der erste Auswärtssieg in dieser Saison für den Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart ist ein enorm bedeutsamer gewesen: Vor knapp 2800 Fans setzte sich der TVB gegen den Aufsteiger und Abstiegskonkurrenten HSC Coburg mit 26:23 durch. Felix Lobedank feierte sein Comeback, auch die Neuverpflichtung Can Celebi (siehe Artikel rechts) kam zum Einsatz.

Es ist ein alter Brauch in der Coburger Arena: Die Fans der Schwarz-Gelben setzen sich erst, nachdem ihr Team zum ersten Mal den Ball im gegnerischen Kasten untergebracht hat. Achteinhalb Minuten dauerte es am Samstag, ehe Stefan Lex die Zuschauer erlöste. Bis dahin – und auch die folgenden zehn Minuten – hatten die rund 50 mitgereisten Bittenfelder Fans ihre helle Freude an ihrem Team.

Der Aufsteiger wirkte nervös, verballerte reihenweise ordentliche Chancen und leistete sich Fehlpässe. Die TVB-Abwehr vor dem starken Jogi Bitter stand kompakt. 5:1 führten die Gäste nach elf Minuten, nach einer Zeitstrafe gegen Simon Baumgarten traf Bobby Schagen zum 7:2 (18.).

Nach und nach indes fand der Neuling in die Partie. Der Torhüter Jan Kulhanek holte im Duell mit Bitter auf, und die TVB-Defensive hatte ihre liebe Müh’ und Not mit dem wuchtigen Rückraumspieler Nico Büdel. Der beste Coburger und Florian Billek brachten ihr Team quasi im Alleingang auf 9:10 heran. Zwei Minuten vor der Pause war der komfortable Vorsprung des TVB aufgebraucht und die Stimmung auf den Rängen entsprechend gut. Quasi mit der Halbzeitsirene vollendete Baumgarten zur 12:10-Führung für die Gäste.

Nach dem Seitenwechsel nahm der Aufsteiger seine Euphorie der letzten Minuten vor der Pause mit. Der TVB hatte nun mehr Mühe mit den in der Defensive aggressiver agierenden Coburgern. Nach Schagens Treffer zum 15:12 (35.) kassierte der TVB drei Tore in Folge, beim 15:15 hatte der HSC erstmals den Ausgleich hergestellt.

Dass die Partie nicht kippte, lag zu großen Teilen an Michael Kraus. Der Spielmacher übernahm in schwierigen Phasen die Verantwortung und erzielte mit viel Überzeugung wichtige Tore. Insgesamt 16 Strafminuten brummten die Schiedsrichter Marcus Hurst und Mirko Krug den Bittenfeldern auf, nur für vier Minuten dagegen saßen die Coburger draußen.

Im Angriff kompensierte der TVB die Unterzahl wieder gut durch den Einsatz eines zusätzlichen Feldspielers anstelle des Torhüters. Die Deckung freilich musste kräftig ackern. Ganz wichtig war der Treffer von Marian Orlowski zwischen zwei Strafen zum 18:16 (43.). Das Team von Trainer Markus Baur war nun allerdings bei weitem nicht mehr so treffsicher. Trotzdem verschaffte es sich – in Unterzahl – das Drei-Tore-Polster beim 20:17 (49.).

Nicht unterzukriegen jedoch war Büdel, der den Aufsteiger auf Tuchfühlung hielt. Auf der anderen Seite fackelte Kraus ebenso wenig. Sieben Minuten vor dem Ende parierte Bitter beim 19:22 gegen Büdel, im Gegenzug behielt Schagen vom Siebenmeterstrich die Nerven und legte zum 23:19 vor. Nachdem sich Tobias Schimmelbauer in der Abwehr den Ball erkämpft und den Konter selbst zum 24:20 versenkt hatte (55.), war die Vorentscheidung gefallen.

Der TVB musste natürlich auf der Hut bleiben. Nach Philipp Barsties Tor zum 21:24, der Zeitstrafe gegen TVB-Neuzugang Can Celebi und dem 22:24 durch Billek machte Dominik Weiß mit dem 25:22 (59.) alles klar. Da fiel auch nicht mehr ins Gewicht, dass Celebi noch einmal zu heftig zu Werke ging und erneut auf die Strafbank musste. Die Bittenfelder schaukelten die Partie mit 26:23 clever nach Hause.

Nach sechs Spielen hat sich der TVB 1898 Stuttgart mit 6:6 Punkten im Mittelfeld festgesetzt und darf – auch angesichts der entspannteren Personalsituation – zuversichtlich aufs nächste Heimspiel am kommenden Freitag, 7. Oktober, schauen. Um 19.45 Uhr gastiert der SC Magdeburg in der Scharrena.

 

Quelle: Thomas Wagner, ZVW