Hannover bloß nicht ins Rollen kommen lassen

TVB 1898 Stuttgart. Der TSV Hannover-Burgdorf ist nicht die Kragenweite des TVB. Auf dem Weg zum Ligaverbleib indes braucht das Team von Trainer Markus Baur den einen oder anderen nicht unbedingt einkalkulierten Punkt. In der vergangenen Saison wäre dem TVB die Überraschung beinahe gelungen. Ein gutes Omen womöglich für diesen Freitag in der Scharrena?

Sehr viele Chancen boten sich dem TVB in der vergangenen Saison nicht, einem Team aus dem ersten Tabellendrittel die Punkte abzuknöpfen. Am 25. Spieltag war er ziemlich nah dran: Nach einer starken Leistung führte das Team in der Scharrena zur Halbzeit gegen Hannover mit 11:7, musste erst in der 45. Minute den Ausgleich hinnehmen und geriet fünf Minuten vor dem Ende beim 20:21 erstmals in Rückstand. Nach einem Fehlabspiel und einem technischen Fehler war die Hoffnung auf wenigstens eine Punkteteilung hinüber, der TVB musste sich mit 21:23 geschlagen geben.

Die Hannoveraner, die am Spieltag zuvor um ein Haar den THW Kiel besiegt hätten, waren offensichtlich vom forschen Auftreten des TVB in den ersten 30 Minuten überrascht. Diesen Fehler werden sie am Freitag nicht ein zweites Mal machen, dafür dürfte alleine der Recken-Trainer Jens Bürkle sorgen, der über den TVB bestens informiert ist.

Kaum Bewegung im Kader von Hannover

Natürlich kennt auch der TVB-Trainer den Gegner sehr gut – und Markus Baur ist durchaus beeindruckt. „Wenn Hannover einen guten Tag erwischt, wird es für uns so gut wie unmöglich sein, etwas auszurichten“, sagt er. Für Baur ist Hannover eine Mannschaft, die sich „ganz eindeutig im einstelligen Tabellenbereich bewegen wird“. Er traut dem TSV sogar zu, sich direkt nach den ersten fünf Top-Teams zu positionieren.

Kaum Bewegung gab’s im Kader des Gegners, der Rückraumspieler Fabian Böhm (HBW Balingen-Weilstetten) war der einzige Neuzugang bis zur Nachverpflichtung von Kasper Kisum vorige Woche. Kaum ein Team der Liga dürfte demnach so eingespielt sein wie Hannover. Und die individuelle Qualität kann sich ebenfalls sehen lassen. „Jede Position ist doppelt und auch sehr gut besetzt“, sagt Baur.

Und ziemlich prominent. Der Spielmacher Morten Olsen und der Linksaußen Casper Mortensen holten mit der dänischen Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Rio die Goldmedaille, der Ex-Bittenfelder Linkshänder Kai Häfner mit der deutschen Auswahl Bronze. Im Rückraum hat Jens Bürkle mit Runar Karason (Island), Mait Patrail (Estland) und Böhm weitere Nationalspieler zur Hand. Damit kann Hannover sogar verletzungsbedingte Ausfälle wie Sven-Sören Christophersen und Csaba Szücs verkraften. Am Kreis stehen mit Joakim Hykkerud (Norwegen) und Erik Schmid ebenfalls Nationalspieler, im Tor steht der ehemalige deutsche Nationalkeeper Martin Ziemer.

Fotache und Lobedank fallen weiterhin aus

Auf den TVB wartet also ein ziemlich dicker Brocken. Das Team braucht eine Top-Leistung, wenn es etwas holen möchte. „Wir müssen einen Lauf der Hannoveraner verhindern und selbst versuchen, in einen Lauf zu kommen“, sagt Baur.

Zum Auftakt der englischen Woche – am Mittwoch geht’s zu den Füchsen Berlin, am Samstag nach Coburg – hat sich die personelle Lage beim TVB nicht wesentlich verändert: Weiterhin ausfallen werden Vio Fotache (Muskelbündelriss) und Felix Lobedank (Daumenbruch). Eine Chance auf einen Einsatz dagegen besteht bei Marian Orlowski (Muskelverletzung im Bereich der Rippen), der in dieser Woche die Belastung im Training nach und nach gesteigert hat. Gut sieht’s auch weiterhin aus bei Djibril M’Bengue, dessen Knie auf die Belastung nicht negativ reagierte.

Allerdings droht neuerliches Ungemach: Finn Kretschmer hat Probleme mit den Weisheitszähnen. Noch ist nicht sicher, ob er dabei sein wird.

 

Quelle: Thomas Wagner, ZVW