TVB muss zum Aufsteiger ins Frankenland

Die MT Melsungen zählt eigentlich zu den Spitzenmannschaften der DKB Handball Bundesliga. Mit drei Niederlagen auf dem Konto zieren die Nordhessen nun zusammen mit dem Bergischen HC das Tabellenende. Konnte die Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen noch einkalkuliert werden, so überraschen doch die Negativergebnisse der Mannschaft von Trainer Michael Roth gegen die Aufsteiger HSC 2000 Coburg (20:25) und HC Erlangen (25:29). Und bei Letzterem müssen die WILD BOYS am Samstagabend antreten. „Das wird vor dieser Kulisse nicht einfach“, prophezeit TVB 1898 Stuttgart Coach Markus Baur.

Seine Mannschaft braucht sich im Frankenland aber auch nicht verstecken. Sie kann nach dem 26:24 Erfolg über den Bergischen HC mit breiter Burst in der Nürnberg Arena antreten, wobei der TVB 1898 Stuttgart mit 2:2 Zählern ein ausgeglichenes Punktekonto aufweist. „Wir haben um jeden Meter Boden gekämpft“, freute sich der Trainer über seinen ersten Bundesliga-Sieg mit den WILD BOYS am Mittwoch, wobei vor allem der längere Zeit verletzt pausierende Djibril M’Bengue am Anfang für die Akzente sorgte. Sein Einsatz sei zumindest grenzwertig gewesen, gestand Markus Baur, der sich aber beim Mannschaftsarzt die Einsatzgenehmigung holte. Ein weiterer Aktivposten beim Sieg war Torhüter Johannes Bitter. „Wir haben das Torhüterduell gewonnen“, lobte Baur. Er sah, wie der gefeierte Torwart die Bälle reihenwiese abwehrte und sich sogar als Sprinter erwies, um den Ball im Hechtsprung gerade noch von der Linie zu kratzen. Ebenfalls herausragend agierte beim TVB 1898 Stuttgart Rückraumriese Dominik Weiß, der vier Tore erzielte. Nicht seinen besten Tag erwischt hatte allerdings Michael „Mimi“ Kraus, der aber in der entscheidenden Phase Tobias Schimmelbauer zweimal mustergültig bediente und das wichtige Tor zum 22:19 Zwischenstand selbst erzielte. „Da hätte das Spiel noch kippen können“, gestand Baur, der seiner Mannschaft nach Spielende empfahl, den „Erfolg zu genießen“.

Lange Zeit bleibt dafür aber nicht. Bereits am Samstagabend (19.00 Uhr) wartet mit Neuling HC Erlangen ein dicker Brocken auf die WILD BOYS. Die Franken leben zurzeit noch von der Euphorie des Aufstiegs. Dadurch gelang es, die Sponsoren von einem Aufstocken ihrer Engagements zu überzeugen. Somit steht der Verein finanziell auf gesunden Füßen. Einer, der dafür hauptverantwortlich ist, ist der ehemalige Torhüter der Franken, René Selke. Er steht für die Kontinuität im Verein. Um die Liga zu halten, wurden vier recht namhafte Akteure verpflichtet. Torhüter Nikolas Katsigiannis kam vom THW Kiel, für den Kreis wurde Uros Bundalo geholt. Mit Michael Haaß gelang es, einen ehemaligen Nationalspieler zu verpflichten und vom Championsleague-Sieger Veszprem wechselte Isaias Guardiola ins Frankenland. Aus der Aufstiegsmannschaft noch dabei ist unter anderem Rechtsaußen Ole Rahmel, der jetzt in der DKB Handball Bundesliga auf Torejagd geht und gegen die MT Melsungen mit zwölf Treffern erfolgreichster Werfer war. Größere Erfahrung der gehaltenen Spieler, Neuzugänge und die wirtschaftliche Substanz des Vereins lassen eine deutlich bessere Prognose in Bezug auf den Klassenerhalt zu. Die HANDBALLWOCHE schätzt sogar einen sicheren Mittelfeldplatz als realistisch ein.

Quelle: Joachim Gröser, TVB