Der TVB ringt die Löwen nieder

In seinem zweiten Saisonspiel hat sich der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart gestern mit einem hart erkämpften 26:24 (13:11) gegen den Bergischen HC die ersten und ganz wichtigen Punkte gesichert. Vor 2150 Zuschauern in der SCHARRena zeigte der TVB-Keeper Jogi Bitter eine herausragende Leistung. Ebenfalls stark: Tobias Schimmelbauer und Bobby Schagen.
Vor dem Spiel waren die Gesichter beim TVB eher lang: Außer auf Vio Fotache und Felix Lobedank musste das Heimteam auch auf Marian Orlowski verzichten. Dafür feierte Djibril M’Bengue sein überraschendes Comeback. Der Linkshänder stand gleich in der Startformation – und ihn hatten die Bergischen Löwen offensichtlich nicht auf der Rechnung. Beim 3:1 hatte M’Bengue schon zweimal getroffen.
Die Taktik der Gäste, die ohne Kristian Nippes und Christian Hoße antreten mussten, war klar: Mit langen Angriffen versuchten sie, das Tempo niedrig zu halten. Die Defensive, mit Alexander Hermann in vorgezogener Position, hatte ein besonderes Auge auf Michael Kraus und Michael Schweikardt. Vor allem Kraus hatte damit so seine Probleme.
Es entwickelte sich die erwartet umkämpfte Partie. Der TVB agierte, wie schon gegen Kiel, geschickt in der Abwehr. Die Löwen hatten im Positionsangriff kaum Lösungen parat. Das Team von Trainer Markus Baur wirkte da eine Spur einfallsreicher. Im Ergebnis indes schlug sich dies kaum nieder, weil die Chancenauswertung des TVB nicht besonders gut war. Bei der 4:3-Führung nach elf Minuten lag die Erfolgsquote gerade einmal bei 50 Prozent – und dies sollte sich in den ersten 30 Minuten auch nicht ändern.
Im zerfahrenen und fehlerbehafteten Spiel zeichneten sich die Torhüter aus: Beim TVB Jogi Bitter, bei den Gästen der Ex-Bittenfelder Bjöggi Gustavsson. Nach 20 Minuten glich der stärkste Gästespieler Arnor Gunnarsson, einst ebenfalls im TVB-Trikot, zum 7:7 aus. Die Schlussphase der ersten Halbzeit gehörte dem TVB. Der sehr gute Bobby Schagen traf mit seinem sechsten Tor zu 13:10, mit der Zwei-Tore-Führung (13:11) ging es in die Pause.
Im zweiten Spielabschnitt änderte sich zunächst wenig: Der TVB behauptete seine knappe Führung (15:13/17:15) und hatte zwischen der 39. und 46. Minute seine beste Phase. Bitter vereitelte reihenweise freie Chancen der Löwen, und der TVB kam ins Tempospiel. Nach M’Bengues Treffer zum 21:16 (46.) schien der Gastgeber die Partie im Griff zu haben.
Drei Fehlwürfe in Folge und eine Zeitstrafe brachten die Gäste aber wieder zurück ins Spiel (22:20/51.). Es bahnte sich eine nervenaufreibende Schlussphase an. Selbst nach dem 24:20 durch Dominik Weiß sieben Minuten vor dem Ende war die Partie nicht entschieden. Beim TVB schwanden die Kräfte, gegen die Manndeckung des BHC leistete er sich etliche technische Fehler. Erst nach Schweikardts 26:23 durften die nassgeschwitzten Fans durchatmen: Die eminent wichtigen Punkte waren unter Dach und Fach. Moritz Preuss verkürzte mit dem Schlusspfiff noch auf 26:24. Da feierte der TVB-Anhang aber bereits.
TVB 1898 Stuttgart: Jerkovic, Bitter; Schimmelbauer (5), Weiß (4), Schagen (7/5), Schweikardt (1), Kraus (2), Bengue (3), Coric, Baumgarten (3), Heib, Kretschmer (1), Bischoff.
Bergischer HC: Gustavsson, Rudeck; Preuss (4), M. Hermann (3), N. Artmann, Gunnarsson (7/1), Oelze (4/1), J. Artmann (4), A. Hermann, Babak (2), Vilovski, Jonovski.

 

Quelle: Thomas Wagner, ZVW