Fotache fällt aus, Orlowski fraglich

Die Sorgen von TVB-Trainer Markus Baur vor dem so bedeutsamen Spiel gegen den Bergischen HC am Mittwoch sind während der eineinhalbwöchigen Spielpause nicht kleiner geworden. Michael Kraus ist zwar wieder voll belastbar und Dragan Jerkovic kehrt ins Team zurück. Dafür fällt Vio Fotache aus, und der Einsatz von Marian Orlowski ist eher unwahrscheinlich.

Die Kontrahenten am Mittwochabend (20.15 Uhr) in der Stuttgarter Scharrena haben in etwa dasselbe Ziel: Die Stuttgarter Wild Boys und die Bergischen Löwen möchten sich zur festen Größe in der ersten Liga entwickeln. Der Weg dorthin dürfte kein leichter sein, und so zählen beide Teams auch in der neuen Saison zumindest zum erweiterten Kreis der Abstiegskandidaten.

Erfolge in den direkten Duellen sind damit besonders wichtig, dessen ist sich auch der TVB-Trainer bewusst. „Keine Frage: Heimspiele gegen Mannschaften auf Augenhöhe will man natürlich gewinnen“, sagt Markus Baur. „Wenn wir so auftreten wie gegen Kiel, haben wir gegen den BHC gute Chancen.“

Gute Verfassung trotz personeller Sorgen

Bei der 22:27-Niederlage gegen den deutschen Rekordmeister präsentierte sich der TVB seinen Fans in der Porsche-Arena – obgleich von personellen Sorgen geplagt – in einer guten Verfassung. Ein bisschen Anlaufschwierigkeiten dagegen hatte Michael Kraus, dem die Pause nach seiner Knieverletzung anzumerken war. Nun hatte der Weltmeister von 2007 eineinhalb Wochen Zeit, sich heranzutasten und sich die Wettkampfhärte zurückzuholen.

Coric oder Baumgarten in den Mittelblock

Dafür ist ein anderer Neuzugang vom Pech verfolgt. Marian Orlowski, der gegen Kiel wegen einer Fußverletzung gehandicapt spielte, hat sich jetzt eine Rippenverletzung zugezogen. Baur glaubt nicht an einen Einsatz. Noch schwerer hat es Vio Fotache erwischt: Der rumänische Abwehrspezialist zog sich im Training einen schmerzhaften Pferdekuss zu, der ihn zu einer Pause zwingt. Damit muss Markus Baur seinen Mittelblock umstellen. Teo Coric oder Simon Baumgarten werden an der Seite von Dominik Weiß verteidigen.

Im rechten Rückraum dagegen ist das Punktspiel-Debüt von Felix Lobedank zumindest in Sicht: Die Spiele gegen den BHC an diesem Mittwoch und in Erlangen am Samstag kämen noch zu früh, sagt Baur. Spätestens am 1. Oktober in Coburg rechnet der Coach mit dem Linkshänder, vielleicht auch schon eine Woche früher gegen Hannover. Zum ersten Mal in dieser Spielzeit wird der TVB gegen die Löwen mit seinem Torhüter-Duo Johannes Bitter/Dragan Jerkovic antreten. Der Kroate ist nach auskuriertem Muskelfaserriss wieder fit.

Bitter bleibt die Nummer eins

Die Nummer eins freilich bleibt Bitter – und der Weltmeister hat beste Erinnerungen an den Bergischen HC: Bei seinem Debüt im TVB-Trikot im Februar hielt er überragend und hatte großen Anteil am 25:23-Sieg. Das Duell mit dem ehemaligen Bittenfelder Björgvin Gustavsson gewann er klar. Der TVB darf allerdings nicht davon ausgehen, dass der isländische Nationaltorhüter diesmal ähnlich glücklos auftritt.

BHC: Noch keine Punkte

Der BHC wartet noch auf den ersten Punkt in dieser Saison. Dem 21:30 zum Auftakt in Leipzig folgte die 25:34-Niederlage in Köln gegen den VfL Gummersbach. Von einem Fehlstart möchte Markus Baur allerdings nichts wissen – auch wenn die Löwen ein paar Probleme hätten. Mit Fabian Gutbrod (Innenbandriss) fehlt ihnen der Shooter im linken Rückraum, Maciej Majdzinski fällt mit einem Kreuzbandriss aus. Schmerzlich vermisst wird auch Viktor Szilagyi. Der österreichische Nationalspieler hat seine Karriere beendet und ist jetzt Sportlicher Leiter.

Mit zwei Spielern hat sich der BHC verstärkt: Der Kreisläufer Uros Vilovski kommt vom rumänischen Spitzenclub HC Minaur Baia, den „spielstarken und schnellen“ Rückraumspieler Tomas Babak (St. Gallen) kennt Baur noch aus seiner Trainertätigkeit in der Schweiz.

Ansonsten setzt der Löwen-Trainer Sebastian Hinze auf ein eingespieltes, erfahrenes Team, angeführt von Spielmacher Alexander Oelze. Sehr gut besetzt ist der Gegner auf den Außenpositionen mit dem Ex-TVB-Spieler Arnor Gunnarsson und Christian Hoße. Moritz Preuß ist für Baur einer der talentiertesten deutschen Kreisläufer überhaupt.

 Quelle: Thomas Wagner, ZVW