U19 gewinnt Berliner Sparkassen Cup

Eine Woche vor dem Saisonauftakt unterzog sich die U19 des TV Bittenfeld einem letzten Härtetest: In der Hauptstadt warteten beim hochklassig besetzten Jugendturnier der Füchse Berlin einige der besten Jugendmannschaften der Republik auf den Nachwuchs der Wild Boys. Neben den Füchsen, welche in den letzten Jahren zweifellos die erfolgreichste Jugendarbeit Deutschlands betrieben, nahmen mit dem DHfK Leipzig, zuletzt zwei Mal deutscher Meister der A-Jugend, und dem SC Magdeburg weitere große Namen des deutschen Handballs teil.

Zum Auftakt traf der TVB auf den 1. VFL Potsdam, vergangen Saison Vierter der Nordstaffel der Jugend-Bundesliga. Von Beginn an entwickelte sich ein enges Spiel, bei dem sich die Bittenfelder im Laufe der ersten Halbzeit auf zwei Tore absetzen konnte. In Halbzeit zwei rührten die Mannen von Jörg Ebermann allerdings Beton an, ließen nur noch vier Gegentreffer zu und fuhren so einen überraschend deutlichen 20:12 ersten ein.
Am nächsten Tag wartete mit dem SC Magdeburg eine der großen Talentschmiden des deutschen Handballs. In einer hochintensiven Partie wechselte die Führung zunächst ständig, wobei es die Wild Boys aufgrund dreier verworfener 7-Meter und vielen vergebenen klaren Chancen verpassten, einen Vorsprung herauszuwerfen. In Halbzeit zwei geriet die U19 daher folgerichtig in Rückstand, scheiterte immer wieder am glänzend aufgelegten Torhüter des SCM und musste sich in diesem Duell auf Augenhöhe letztlich mit 14:15 geschlagen geben.
In der Zwischenrunde traf man auf den ART Düsseldorf und den SC DHfK Leipzig. Bereits um 8:30 Uhr ließ man den durch Verletzungen gehandicapten Düsseldorfern nicht den Hauch einer Chance und siegte klar mit 27:12.
Im anschließenden Spiel ging es somit um die Finalteilnahme. Mit den körperlich starken Leipzigern wartete ein weiteres deutsches Topteam. Von Beginn an taten sich die Bittenfelder schwer mit der defensiven 6:0 Abwehr der Sachsen, die immer wieder über ihren 2-Meter Kreisläufer erfolgreich abschlossen. Nach einem zwei Tore Rückstand zur Pause steigerte sich der TVB. Gestützt auf einer von der starken Defensive wurde das Ergebnis egalisiert das Ergebnis und die U19 eroberte sich einige Minuten vor Schluss die Führung zurück. Durch einen 7-Meter wenige Sekunden vor Schluss kassierte man zwar noch den unglücklichen Ausgleich, doch aufgrund des besseren Torverhältnisses konnte letztlich der Einzug ins Finale bejubelt werden.
Hier wartete wenige Stunden später der Gastgeber und Topfavorit, der den SC Magdeburg kurz zuvor mit 24:14 regelrecht demontiert hatte. Obwohl der Einzug ins Finale bereits eine Überraschung und einen Riesenerfolg darstellte, brannte die Mannschaft darauf, sich gegen die vermutlich stärkste deutsche Nachwuchsmannschaft beweisen zu dürfen. Hochmotiviert legten die Bittenfelder los wie die Feuerwehr und überraschten die Füchse mit ihrer aggressiven Abwehr. Technische Fehler und Fehlpässe der Berliner führten zu einer schnellen 4:0 Führung und zwangen Bob Hanning, den Trainer der Füchse, zu einer frühen Auszeit. In der Folge kamen die Gastgeber besser in die Partie, doch die Gäste aus dem Süden verteidigten leidenschaftlich ihre Führung bis zur Halbzeit. Nach dem Pausentee, der bei Berlinern etwas länger dauerte, schien die Partie zu kippen. Einige Fehler im Angriff und zwei oder drei, für die Bank des TVB nicht ganz verständliche, Entscheidungen reichten, um die Füchse den Rückstand aufholen zu lassen und selbst mit drei Toren in Führung zu gehen. Beim 13:16 aus Bittenfelder Sicht schien die Messe gelesen, doch ein verworfener 7-Meter der Berliner brachte die Wild Boys zurück ins Spiel. Mit drei Toren in Folge wurde ausgeglichen und wenige Sekunden vor Ende der Partie erzielte Sven Petersen den verdienten Ausgleich. Bei der Lotterie des 7-Meter Werfens behielten die Wild Boys die Nerven. Nachdem ein Fuchs zuvor gepatzt hatte, sorgte Julian Fähnle für den entscheidenden Treffer zum umjubelten Turniersieg.

Bei der anschließenden Siegerehrung wurde nicht nur Kapitän Lucas Hochwimmer der Pokal überreicht, zudem wurden Nick Lehmann als bester Torhüter und Sven Petersen als bester Feldspieler des Turniers geehrt. Diese Auszeichnungen setzten einer großartigen Mannschaftsleistung die Krone auf.

„Wir reisten mit dem Ziel nach Berlin, uns möglichst optimal auf das anstehende schwere erste Saisonspiel in Zweibrücken vorzubereiten. Dass wir am Ende im Finale gegen die Füchse antreten und auch noch gewinnen, hätten wir uns in den kühnsten Träumen nicht vorstellen können.“, resümiert Trainer Jörg Ebermann. „Der Turniersieg war das Ergebnis einer großartigen Teamleistung. Wie leidenschaftlich die Mannschaft in jeder Phase des Turniers gespielt hat, verdient ein großes Lob. Jetzt gilt es, diese Einstellung und diesen Spirit mit in die Runde zu nehmen.“

Quelle: JE, TVB