TVB bei den “Gladiators” gefordert

Am kommenden Sonntag (17.15 Uhr) gastiert der TVB 1898 Stuttgart beim SC Magdeburg, der sich gut drei Wochen zuvor in Hamburg beim Final Four den DHB-Pokalsieg sicherte. Das Team feierte nach dem Triumpf mit seinen Anhängern auf dem Rathausplatz der Hauptstadt von Sachsen-Anhalt.

Genauso wie es der Verein und Vorzeigeklub der ehemaligen DDR bereits mehrfach tun konnte. Etwa nach dem ersten Gewinn des DHB-Pokals 1996 oder nach den Siegen im EHF-Pokal in den Jahre 1999, 2001 und 2007. Daneben gelang dem SC Magdeburg 2002 als erstem deutschen Verein ein Erfolg in der Champions League. Insgesamt zwölfmal wurden die Elbestädter deutscher Meister. Aus diesen traditionsreichen Zeiten sind besonders die Spieler Günter Dreibrodt, Ernst Gerlach, Hartmut Krüger, Wieland Schmidt, Hans-Jürgen Wende, Ingolf Wiegert, Olafur Stefansson, Wolfgang Lakenmacher, Sport1-Kommentator Stefan Kretzschmar, Joel Abati und Bartosz Jurecki bekannt. 2015 wurde auch der heutige Trainer und Vater des diesjährigen Pokaltriumphs, Bennet Wiegert, in die „Hall of Fame“ aufgenommen. Unvergessen aus der ganz großen Zeit des SC Magdeburg sind auch die damaligen Europapokalschlachten gegen VfL Gummersbach oder den TV Großwallstadt.

 

In der jetzigen Spielzeit der DKB Handball Bundesliga rangieren die „Gladiators“ auf einem Mittelfeldplatz. In der letzten Woche konnten die Magdeburger allerdings dem mittlerweile praktisch entthronten deutschen Meister THW Kiel eine 29:28 Niederlage beibringen. In dieser engen Partie steigerte sich Magdeburgs Torhüter Dario Quenstedt in der entscheidenden Phase des Spiels und der Österreicher Robert Weber verwandelte in der letzten Sekunde einen Strafwurf zum Siegtreffer. Diese Niederlage an der Elbe und das darauffolgende 26:28 im Heimspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt bedeuteten das Aus des THW Kiel im Kampf um die deutsche Meisterschaft. Diese wird nun zwischen den Rhein-Neckar Löwen und der SG Flensburg-Handewitt entschieden. Im Kampf um den Klassenerhalt hat Göppingen mit seinem Sieg am Mittwoch in Eisenach dem TVB Schützenhilfe geleistet, obwohl die Göppinger am EHF-Final Four in Nantes nur wenige Tage zuvor teilnahmen und dort mit einem deutlichen Erfolg über den Gastgeber den EHF-Pokal gewannen. Herzlichen Glückwunsch dazu an den Hohenstaufen. Sollte an diesem Spieltag Eisenach bei Flensburg verlieren und Lübbecke gegen Berlin nicht über ein Remis hinauskommen, sollte der Klassenerhalt aufgrund der deutlich besseren Tordifferenz gegenüber Eisenach so gut wie gesichert sein.

Ebenso klar war auch der Sieg der MT Melsungen am Pfingstsonntag in der Stuttgarter SCHARRena. Mit 21:28 unterlagen die WILD BOYS, die aber wieder recht furios starteten und schnell mit 6:3 führten. „Wir sind aber ruhig geblieben“, lobte Melsungens Trainer Michael Roth hinterher. So schafften die Nordhessen trotz eines erneut stark haltenden Johannes Bitter im TVB-Gehäuse beim 9:9 den Ausgleich und Europameister Johannes Sellin rundete den Lauf der Gäste zum 9:11 ab. Nach dem 15:23 Mitte der zweiten Halbzeit war die Partie gelaufen und TVB 1898 Stuttgart Coach Thomas König räumte ein: „Die MT Melsungen ist nicht unsere Kragenweite. Die Nordhessen haben den breiteren und erfahreneren Kader.“ Zudem kommen die WILD BOYS derzeit auf dem Zahnfleisch daher. Djibril M’Bengue, Michael Schweikardt und Dominik Weiß können nur eingeschränkt trainieren.

Da kommt die einwöchige Pause genau richtig, um am Sonntag in Magdeburg wieder Vollgas geben zu können. Das wird bestimmt notwendig sein, da an der Elbe zurzeit nach dem Pokaltriumpf und dem Last-Minute-Sieg gegen den THW Kiel eine große Euphorie herrscht. „Wir müssen uns auf jeden Fall auf eine tolle Stimmung in der GETEC Arena einstellen“, weiß WILD BOYS Coach Thomas König.

Quelle: Joachim Gröser, TVB