Nachbericht zum Spiel gegen Balingen

Die Gemüter nach dem aufregenden Derby in der Handball-Bundesliga hatten sich nach Spielschluss schnell wieder beruhigt. Unglücklich mit dem Punkt beim 22:22 in der Porsche-Arena waren weder der TVB 1898 Stuttgart noch der HBW Balingen-Weilstetten. Hundertprozentig zufrieden indes war der TVB-Trainer Thomas König nicht – aus diversen Gründen.

Die Gemüter nach dem aufregenden Derby in der Handball-Bundesliga hatten sich nach Spielschluss schnell wieder beruhigt. Unglücklich mit dem Punkt beim 22:22 in der Porsche-Arena waren weder der TVB 1898 Stuttgart noch der HBW Balingen-Weilstetten. Hundertprozentig zufrieden indes war der TVB-Trainer Thomas König nicht – aus diversen Gründen.

Sichtlich geschafft ließ sich Frank Bergemann zu Beginn der Pressekonferenz nach dem Spiel auf den Stuhl sinken und atmete erst einmal tief durch. So wirklich an einen Punkt geglaubt hatte der Balinger Trainer wohl selbst nicht mehr, schließlich war sein Team in der stimmungsvollen Porsche-Arena die meiste Zeit einem Rückstand hinterhergerannt. Am Ende setzten Fabian Böhm und Martin Strobel die entscheidenden Akzente. Mit Mut und Entschlossenheit. „Das ist eben der Unterschied zwischen Nationalspielern und Spielern eines Teams, das gerade aufgestiegen ist“, sagt Thomas König.

Der Bittenfelder Trainer hadert auch am Tag danach noch ein bisschen. Zum einen mit den Schiedsrichtern Robert Schulze und Tobias Tönnies, deren Entscheidungen für König und die Bittenfelder Fans häufig nicht nachzuvollziehen waren. 9:4 Zeitstrafen zuungunsten des Heimteams sind jedenfalls ungewöhnlich. Zum anderen ärgert sich der Coach auch darüber, dass es sein Team zum wiederholten Mal nicht geschafft hat, ein Spiel nach Hause zu bringen – „obwohl wir den Gegner lange Zeit im Griff hatten“. Gegen Hannover führte der TVB nach 51 Minuten mit 20:18 – und unterlag mit 21:23. In Lübbecke lag der Aufsteiger in der 27. Minute mit 13:8 vorne – und verlor mit 22:23. Und am Sonntag sah Bittenfeld bis zwei Minuten vor dem Ende beim 22:20 wie der Sieger aus – und musste mit einem Teilerfolg zufrieden sein.

Mit ein bisschen mehr Konstanz und Glück hätte der TVB den Ligaverbleib also längst mehr oder weniger klarmachen können. Und vor allem mit besseren Darbietungen in der Offensive: Mehr als 24 Treffer gelangen in den jüngsten sechs Partien nicht. Damit ist in der 1. Liga kaum ein Spiel zu gewinnen. „Der Angriff ist derzeit sicher nicht gerade unsere Stärke“, sagt König. „Schwer zu sagen, woran das liegt.“ Die Auswahl und Qualität der Würfe sei jedenfalls nicht so, wie er sich das vorstelle. „Auch im Eins-gegen-eins sind wir zu passiv.“ Dabei hat der TVB auch in der 1. Liga schon gezeigt, dass er die gegnerischen Defensiven vor schwierige Aufgaben stellen kann: 27 Tore gelangen gegen Wetzlar, 28 gegen Leipzig und Lemgo, 37 gegen Gummersbach, 30 gegen Magdeburg und Eisenach, 33 gegen Lübbecke. Aktuell indes flutscht es einfach nicht in der Offensive. „Uns fehlen die einfachen Tore aus dem Rückraum und die Treffer vom Kreis“, sagt König. „Was uns aber das Genick bricht, sind die verworfenen freien Chancen und die technischen Fehler.“ Fünf „Freie“ hat er gegen Balingen gezählt, drei technische Fehler führten zu direkten Gegentreffern.

Weiter geht’s für den TVB mit dem nächsten Derby an diesem Mittwoch in Göppingen (20.15 Uhr).

Quelle: Thomas Wagner, ZVW