Derbytime in der Porsche Arena

Der TVB 1898 Stuttgart benötigt am Sonntagabend (17.15 Uhr) im Württembergderby der DKB Handball Bundesliga dringend zwei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt, denn das Restprogramm der WILD BOYS hat es bekanntlich in sich. Dass es dabei am Sonntag ausgerechnet gegen den HBW Balingen-Weilstetten geht, der vor rund zweieinhalb Wochen dem THW Kiel in der Balinger Sparkassen Arena ein 22:22 Unentschieden abtrotzte, macht die Aufgabe mit Sicherheit nicht einfacher.

„Das wird am Sonntag ganz schwer“, weiß WILD BOYS Trainer Thomas König, der nach der Niederlage in Lübbecke sichtlich enttäuscht war. Wie übrigens das gesamte Team des TVB 1898 Stuttgart, das nun am Sonntag diese Scharte unbedingt auswetzen will. „Wir werden kämpfen bis zum Umfallen“, verspricht Regisseur Michael Schweikardt. Den Kampfgeist konnte man den WILD BOYS auch in Ostwestfalen nicht absprechen, was aber fehlte, war erneut die Konstanz. Ähnlich wie in der glänzenden ersten Halbzeit gegen die TSV Hannover-Burgdorf lag der TVB 1898 Stuttgart auch in Lübbecke zur Pause vorn.

Und nun kommt der HBW Balingen-Weilstetten zum Württembergderby in die Stuttgarter Porsche Arena. Nicht von ungefähr besitzt der Kontrahent, der einst aus der Fusion der Handballmannschaften der TSG Balingen und den Weilstetter „Lochenfüchsen“ entstand, den Beinamen „Gallier von der Alb“. Angelehnt an Asterix & Obelix, die berühmten Gallier, kämpft der HBW Balingen-Weilstetten schon seit Jahren erfolgreich gegen den Abstieg. Und wie es zurzeit aussieht, wird das Team auch in diesem Jahr den Klassenerhalt schaffen. Am vergangenen Freitag besiegte der Lokalrivale den ThSV Eisenach deutlich mit 27:20 und hat dadurch vier Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsrang. Ganz nebenbei schoben sich die „Gallier von der Alb“ mit einem Punkt mehr auch am TVB 1898 Stuttgart vorbei auf Tabellenrang 13.  Um ganz sicher zu sein, benötigt der HBW Balingen-Weilstetten noch zwei Punkte. Dafür besitzt der Kontrahent eine ganz gute Truppe. Angeführt von Europameister Martin Strobel, dem französischen Halblinken Olivier Nyokas, dem deutschen Nationalspieler Fabian Böhm und dem ehemaligen Magdeburger Kreisläufer Christoph Theuerkauf, hat der neue Trainer Frank Bergemann einen ausgezeichneten Kader zusammen. Der Ex-Erlanger löste während der Saison Markus Gaugisch als Coach ab. Und unter Bergemann, der das Abwehrspiel favorisiert, kam der HBW Balingen-Weilstetten langsam wieder auf Touren. Und das bestätigte sich besonders durch den Punktgewinn gegen Kiel, der auch Auswirkungen auf die Vergabe der deutschen Meisterschaft haben könnte. Die Rhein-Neckar Löwen führen jetzt mit zwei Zählern Vorsprung und dem deutlich besseren Torverhältnis die Tabelle vor den Zebras an.

Am Sonntagnachmittag zählen aber sowohl der Balinger Punktgewinn gegen die Kieler als auch die Niederlage vom TVB 1898 Stuttgart in Lübbecke nicht mehr. Da sind die Karten ganz neu gemischt. Ähnlich wie beim 25:24 Erfolg des TVB 1898 Stuttgart in der Balinger Sparkassen Arena ist auch am Sonntag wieder mit einem ganz engen und kampfbetonten Lokalderby zu rechnen. Damals, in Balingen, machte Regisseur Michael Schweikardt in der letzten Spielminute das Siegtor für den TVB 1898 Stuttgart. Wenn es am Sonntag wieder so laufen würde, dagegen hätten sicherlich die Anhänger der WILD BOYS nichts einzuwenden. Aber dazu muss die gesamte Porsche Arena wieder wie ein Mann hinter den WILD BOYS stehen. „Die Atmosphäre wird am Sonntag sicherlich mitentscheidend für Spielausgang sein“, betont TVB 1898 Stuttgart Geschäftsführer Jürgen Schweikardt und hofft auf eine ähnlich bombastische Stimmung wie zuletzt gegen die TSV Hannover-Burgdorf. Am Sonntag wäre aber eine knappe Niederlage sicherlich viel zu wenig für die WILD BOYS. Da setzt Trainer Thomas König voll auf einen Sieg und das Stuttgarter Publikum: „Meine Mannschaft wird mit vollem Engagement und Kampfgeist in die Partie gehen, um dieses eminent wichtige Spiel erfolgreich zu gestalten.“

 

Quelle: Joachim Gröser, TVB