TVB ist in Lübbecke gefordert

Am Samstagabend ist Handball-Bundesligist TVB 1898 Stuttgart beim TuS-N Lübbecke zu Gast und könnte dort mit einem Sieg einen Big-Point im Kampf um den Klassenerhalt landen. Dass die Gastgeber Tabellenletzter sind, ist für den TVB 1898 Stuttgart Coach zweitrangig. Die werden gegen uns Vollgas geben“, so Thomas König.

Bis Samstag muss dann auch das Spiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf aus den Köpfen der WILD BOYS sein. „Wir sind alle sehr enttäuscht“, erklärte der Cheftrainer nach der Begegnung. Und das hatte seinen Grund. In einer phantastischen Atmosphäre in der mit 2251 Zuschauern restlos ausverkauften SCHARRena hatten die Hausherren nach einer Viertelstunde eine 7:2 Führung herausgeworfen. Gestützt auf eine bärenstarke Abwehr mit einem überragenden Johannes Bitter dahinter, gaben die WILD BOYS Vollgas. „Wir konnten uns gegen dieses Bollwerk nicht durchsetzen“, räumte RECKEN-Coach Jens Bürkle hinterher ein. Zwar kamen die Niedersachsen in der Folge etwas besser ins Spiel, doch die Gastgeber hielten entschieden dagegen. Zweimal Tobias Schimmelbauer, Viorel Fotache und Teo Coric trafen für die Gastgeber zum Halbzeitstand. Die zweite Spielhälfte war dann an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten. „Sieben Tore in einer Halbzeit, das kann nicht unser Anspruch sein“, hatte Bürkle seiner Mannschaft in der Pause erklärt, und die kam total verändert aus der Kabine. Zwar konnten die WILD BOYS ihren Vorsprung bis 17:15 halten, aber danach wirkte ihr Spiel nicht mehr so flüssig. „Irgendwie hatte uns der Mut verlassen“, kritisierte König. Der Ausfall von Michael Schweikardt wegen Rückenproblemen und Viorel Fotache aufgrund der dritten Zeitstrafe taten ihr Übriges hinzu. Hannover-Burgdorf nutzte die Gunst der Stunde, erzielte den Ausgleich und ging kurz vor Schluss mit 22:21 in Führung. Dann die vielleicht spielentscheidende Szene. Dominik Weiß unterlief ein Stürmerfoul und anstatt des möglichen Ausgleichs durch Tobias Schimmelbauer machte Hannovers Kastening alles klar.

Nun ist der TVB 1898 Stuttgart am kommenden Samstag zu Gast beim TuS-N Lübbecke und möchte aus Ostwestfalen nicht mit leeren Händen nach Hause fahren. Möglich wäre dies durchaus, hatten sich doch die WILD BOYS im Hinspiel in einen wahren Spielrausch gesteigert und führten damals bei Halbzeit bereits mit 20:13. Am Ende konnte die Heimmannschaft aber froh sein, beim 33:33 wenigstens noch einen Zähler gerettet zu haben. Irgendwie zieht sich das mit der mangelnden Beständigkeit bis jetzt durch die ganze Saison. Phasenwiese trumpft der TVB 1898 Stuttgart richtig gut auf, um dann doch wieder in ein Loch zu fallen. „Das ist mir unbegreiflich“, gesteht TVB 1898 Stuttgart Coach Thomas König und fordert: „Wir brauchen in unserem Spiel mehr Konstanz.“ Dies ist auch notwendig, wollen die WILD BOYS in Lübbecke gewinnen. Für die Gastgeber, die mit nur sechs Zählern am Tabellenende stehen, ist diese Partie sicherlich der letzte Strohhalm, um den drohenden Abstieg doch noch zu vermeiden. Entsprechend wird die Heimmannschaft am Samstagabend auch auftreten. „Die werden am Samstag kämpfen bis zum Umfallen“, erwartet WILD BOYS Coach Thomas König. Er wird seine Mannschaft darauf einstellen und hofft, dass sein Team die spielerische Linie aus dem letzten Heimspiel gegen Hannover-Burgdorf in Ostwestfalen wiederfindet. Und Thomas König setzt natürlich auch auf eine Wiederholung der ersten Halbzeit gegen den TuS-N Lübbecke aus dem Hinspiel in der Stuttgarter SCHARRena. „Wir müssen endlich einmal unser Spiel im Angriff über 60 Minuten konstant durchziehen“, fordert Thomas König. In der Abwehr müssen sich die WILD BOYS besonders auf Niclas Pieczkowski und Regisseur Nikola Manojlovic einstellen. Allerdings wird Vuko Borozan diese Runde nicht mehr zum Einsatz kommen. Er brach sich bei der relativ knappen Niederlage im Auswärtsspiel in Flensburg den Daumen der Wurfhand. Allein das Ergebnis dieses Spiels zeigt: Der TuS-N Lübbecke hat sich noch nicht aufgegeben.

Quelle: Joachim Gröser, TVB