Tabellenführer zu Gast in Stuttgart

Der TVB 1898 Stuttgart erwartet am Mittwoch mit den Rhein-Neckar Löwen einen schier übermächtigen Gegner. Dennoch sagt Trainer Thomas König: „Wir haben eine Außenseiterchance:“

 

Die Spannung im Kampf um den Klassenerhalt bleibt erhalten. Der Bergische HC ist durch einen 28:26 Erfolg in Lemgo auf den 15. Rang, den ersten Nichtabstiegsplatz, geklettert. Rang 16 nimmt nun der ThSV Eisenach ein, der in Wetzlar mit 26:20 unterlag. Die WILD BOYS belegen nach wie vor Platz 13 hinter dem TBV Lemgo. Um sich weiter von den Abstiegsrängen absetzen zu können, wäre ein Sieg in Leipzig wichtig gewesen. Doch die Mannschaft von Trainer Thomas König blieb unter ihren Möglichkeiten und hatte dadurch keine Chance. Diese Niederlage haben die WILD BOYS in der vergangenen Woche aufgearbeitet und abgehakt. Nun kommt am Mittwochabend mit den Rhein-Neckar Löwen der aktuelle Tabellenführer der DKB Handballball Bundesliga in die Stuttgarter Porsche Arena. Und die Nordbadener wollen in diesem Jahr unbedingt die Meisterschaft nach Mannheim holen. Kapitän Uwe Gensheimer, der nach dieser Saison zu Paris Saint Germain wechselt, stellt klipp und klar fest: „Ich will zum Abschied den Titel mit den Löwen.“ Dabei kann den Gästen am Mittwoch allerdings nur ein Sieg in Stuttgart helfen. Und die Löwen müssen auch auf das Torverhältnis schauen, schließlich wurden sie im letzten Jahr nur wegen der schlechteren Trefferdifferenz gegenüber dem THW Kiel nur Vize-Meister.

 

Die Rhein-Neckar Löwen, die eigentlich in der Gegend zwischen Bruchsal und Heidelberg, genauer gesagt in Kronau und Östringen, beheimatet sind, haben in dieser Saison ein richtiges Star-Ensemble beisammen. Die Torhüter Mikael Appelgren und Borko Ristovski gelten als eines der besten Gespanne der Bundesliga. Der Rückraum ist besetzt mit internationalen Klassenleuten. Der Denker und Lenker im Angriff der Nordbadener ist Andy Schmid. Der Schweizer Nationalspieler gilt aber auch als sehr torgefährlich. Nach dem 34:24 Erfolg über die MT Melsungen titelten die BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN aus Karlsruhe: „Schmids große Gala.“ Der Spielmacher hatte in dieser Partie 13 Treffer erzielt. Seine Nebenleute im Rückraum, Ekdahl du Rietz, Mensah Larson, Alexander Petterson und Harald Reinkind, alles mehrfache Nationalspieler ihrer Heimatländer, setzt der Schweizer immer wieder mustergültig ein. Den nötigen Raum schafft der bullige Kreisläufer Gedeon Guardiola und Europameister Hendrik Pekeler. Auf den Außenpositionen stehen mit Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki und Stefan Sigurmannsson ebenfalls internationale Klasseleute. Stefan Kneer, ebenfalls Nationalspieler, setzt Trainer Nikolaj Jacobsen vorwiegend in der Abwehr ein. „Diese Ansammlung an international erfahrenen Akteuren benötigen die Rhein-Neckar Löwen, um die Dreifachbelastung aus Meisterschaft, Pokal und Champions League wegstecken zu können“, weiß TVB 1898 Stuttgart Coach Thomas König. In der Champions League sind die Löwen trotz einer 20:26 Niederlage in Barcelona ins Achtelfinale eingezogen und entgingen mit Rang 4 in der Tabelle einem direkten Vergleich mit dem THW Kiel.

 

Die WILD BOYS müssen gegen diesen Kontrahenten eine absolute Top-Leistung abrufen. „Da muss alles passen“, stellt TVB 1898 Stuttgart Trainer Thomas König fest. Um eine Außenseiterchance zu besitzen, sind vor allem die Torhüter gefordert. Aber auch im Angriff ist absolute Disziplin beim Abschluss vonnöten. „Wir dürfen den Rhein-Neckar Löwen nicht die Möglichkeit zu Tempogegenstößen geben“, fordert König, der natürlich weiß, dass gerade Gensheimer und Groetzki auf solche Chancen warten, die diese dann auch mit fast hundertprozentiger Sicherheit verwandeln. Nur wenn es den WILD BOYS gelingt, die Partie lange Zeit offen zu gestalten, hat die Heimmannschaft eine Chance. „Vielleicht schaffen wir mit unseren Zuschauern im Rücken am Mittwoch einen Sahnetag“, setzt Thomas König auf die Unterstützung durch das Publikum. Aber auch die Rhein-Neckar Löwen können sich sicherlich auf „ihre“ Zuschauer verlassen. Von der Heidelberger Ecke ist es bekanntlich nur ein Katzensprung nach Stuttgart. Ein stimmungsvolles Landesderby, zu dem sich auch SPORT1 angesagt hat, ist also vorprogrammiert.

Quelle: Joachim Gröser, TVB