Schlappe für TVB im Aufsteigerduell

Nach zuletzt zwei Siegen haben sich die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart im Aufsteigerduell beim SC DhfK Leipzig überraschend deutlich mit 24:31 geschlagen geben müssen. Nach schwachen ersten 30 Minuten war der TVB mit 9:18 hinten gelegen. Da nützte auch ein kurzer Zwischenspurt nichts mehr, als der TVB den Rückstand von elf auf fünf Tore verkürzte.

Mit 15:13 haben die Bittenfelder die zweiten 30 Minuten vor 4019 Zuschauern in der Leipziger Arena für sich entschieden. Der Torhüter Yunus Özmusul kämpfte sich nach und nach ins Spiel und gehörte zu den Besten seines Teams. Und Lars Friedrich feierte nach viereinhalbmonatiger Verletzungspause ein gutes Comeback. Das war’s schon fast, was es an Positivem aus Sicht des TVB zu berichten gibt. Nach den Siegen gegen die Abstiegskonkurrenten Bergischer HC und TBV Lemgo hatte sich das Team von Trainer Thomas König auch beim Mitaufsteiger etwas ausgerechnet, schließlich hatten die Leipziger vor der Partie nur vier Punkte mehr auf dem Konto als der TVB.

Die von Beginn an energisch und mit großem Siegeswillen auftretenden Leipziger erwischten den TVB aber eiskalt. Nach dreieinhalb Minuten führten sie mit 3:0, in der zehnten Minute sorgte der starke Linksaußen Lukas Binder für das 8:3. Der TVB bekam keinen Zugriff auf die flinken Gegenspieler und hatte im Positionsangriff riesige Probleme, zum Abschluss zu gelangen. Zudem fehlte die Passsicherheit, wodurch sich der TVB etliche Kontertreffer einfing. Auch auf der Torhüterposition hatte Leipzig zunächst ein klares Plus: Im Duell der Ex-Hamburger hatte Jens Vortmann gegenüber Jogi Bitter klar die Nase vorne.

Nach der ersten Auszeit beim 9:4 (15.) ersetzte Simon Baumgarten am Kreis Teo Coric, doch der SC hatte weiterhin leichtes Spiel. Er nutzte die technischen Fehler und Fehlwürfe des TVB konsequent aus. Über 11:4 (16.) und 13:6 (20.) erspielte sich Leipzig beim 15:6 (22.) die Neun-Tore-Führung. Beim TVB, bis dahin wusste nur Djibril M’Bengue Akzente zu setzen, rückte Yunus Özmusul für den glücklosen Bitter zwischen die Pfosten.

Beim deutlichen Rückstand blieb’s bis zur Pause (9:18). Auch die Umstellung auf die 5:1-Deckung und etliche Personalwechsel im Rückraum fruchteten nicht. Bittenfeld schlich mit einem knackigen und frustrierenden Rückstand in die Kabine.

Ein Debakel schien sich im zweiten Spielabschnitt anzubahnen. Binder schraubte den Vorsprung beim 21:10 auf elf Tore Differenz. Der hatte auch nach 42 Minuten noch Bestand (24:13). Plötzlich indes rissen sich die Bittenfelder am Riemen. Sie profitierten allerdings auch von den nachlassenden Leipzigern, die ihrem hohen Tempo Tribut zollen mussten. Mit drei Treffern in Folge gestaltete Lars Friedrich beim 24:14 das Ergebnis etwas freundlicher. Das Heimteam schwächelte weiter und leistete sich die eine oder andere Zeitstrafe. Mit einer offensiveren Deckung provozierte der TVB weiterhin Fehler des Gegners, zudem kam Özmusul immer besser in die Partie.

Sechs Minuten vor dem Ende hatte sich der TVB bis auf fünf Tore angenähert (21:26). Ein Doppelschlag von Philipp Weber und Benjamin Herth zum 28:21 indes machte alles klar für Leipzig, das nicht mehr in ernste Schwierigkeiten geriet und das Duell der Neulinge klar und verdientermaßen mit 31:24 für sich entschied.

Während das Team aus Leipzig seinen höchsten Saisonsieg feierte und mit 19 Punkten den Ligaverbleib wohl endgültig sicher hat, muss der TVB 1898 Stuttgart noch etwas tun. Mit der Leistung der ersten 30 Minuten dürfte es schwierig werden, die notwendigen Punkte im Kampf gegen den Abstieg zu holen.

SC DHfK Leipzig: Vortmann, Storbeck; Semper (1), Steinert (1), Herth (2), Jurdzs (3), Pöter (2), Binder (6), Janke, Roschek (1), Weber (6/5), Strosack (5), Meschke (2), Milosevic (2).

TVB 1898 Stuttgart: Bitter, Özmusul; Schimmelbauer (1), Schöbinger, Weiß (4), Schweikardt (2), Friedrich (4), Kisum (5), M’Bengue (4), Coric, Baumgarten, Fotache, Kretschmer, Spatz (4/3).

 

Quelle: Thomas Wagner, ZVW