TVB will in Leipzig punkten

Der Erfolg gegen Lemgo war keine 15 Minuten alt, da dachte TVB 1898 Stuttgart Coach Thomas König bereits an die nächste Partie. „Mit Leipzig erwartet uns ein ganz schwieriges Auswärtsspiel“, stellte er fest. Die Tabelle sei zwar im Moment sehr schön anzusehen, ausruhen dürfe man sich darauf allerdings nicht.

Djibril M’Bengue raste nach seinem Last-Minute-Treffer gegen den TBV Lemgo wie ein Blitz über die Spielfläche in der mit 6211 Zuschauern restlos ausverkauften Porsche Arena. Doch richtig feiern durfte er erst 30 Sekunden später. Solange ließen sich die Schiedsrichter nach Florian Kehrmanns Einwendungen mit der Entscheidung Zeit, bis auf der Anzeigetafel das 28:27 erschien. Danach brach ohrenbetäubender Lärm aus in der Porsche Arena. Der TVB 1898 Stuttgart hatte die Sportstätte zum Beben gebracht. Doch auch schon vorher standen die Zuschauer wie ein Mann hinter ihrer Mannschaft. „Das Publikum war heute wieder spitze“, lobte König. Besonders groß waren die Ovationen, als es den WILD BOYS gelang, sich nach dem 15:13 Halbzeitstand auf 17:13 abzusetzen. Doch Lemgo nutzten eine kurze Schwächephase, um beim 18:18 wieder den Gleichstand herzustellen. „Da waren wir nicht konzentriert genug“, haderte der TVB 1898 Stuttgart Coach. Und Lemgo machte weiter, kam zur 24:22 Führung. Doch mit Hilfe der Zuschauer glichen die WILD BOYS wieder aus und erarbeiteten sich einen 27:26 Vorsprung. „Da hatten wir eine Schwächephase“, räumte Kehrmann ein. Und auch auf Yunus Özmusul war Verlass. Der zuvor für Johannes Bitter eingewechselte Torwart machte einige Chancen der Gäste zunichte und hatte somit wesentlichen Anteil an der Aufholjagd. Dann schlug nach einer Auszeit die Stunde des Djibril M’Bengue.

„Wir müssen in Leipzig an diese Leistung anknüpfen“, fordert Thomas König, der genau weiß, dass es bis zum Klassenerhalt noch ein weiter Weg ist. „Wir haben am 16.03.2016 die Rhein-Neckar-Löwen zu Gast, gegen Ende der Runde spielen wir noch gegen Melsungen, Flensburg und Kiel“, erläutert der WILD BOYS Coach. Da darf seine Mannschaft jetzt in der Konzentration nicht nachlassen, denn das Sechs-Punkte-Polster auf den Bergischen HC kann sehr schnell aufgebraucht sein. Deshalb wäre es natürlich optimal, wenn der TVB 1898 Stuttgart in Leipzig punkten könnte. „Leipzig haben wir zuhause geschlagen, ich denke, das ist eine Mannschaft auf Augenhöhe“, erläutert König. Dieser Erfolg war damals der erste Sieg in der DKB Handball Bundesliga für die WILD BOYS und wurde natürlich entsprechend gefeiert.

Aber das kommende Spiel ist in Leipzig, und dort in der Arena Leipzig hat sich der SC DHfK schon wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt gesichert. Besonders beeindruckend war natürlich der 26:25 Sieg gegen den favorisierten SC Magdeburg. Oder auch der Erfolg über den HSV Hamburg galt für viele in der Fachwelt als Sensation. Mit derzeit 17 Punkten liegt das Team von Trainer Christian Prokop auf Rang 11 der Tabelle. Neben Benjamin Herth (TuS N-Lübbecke) und Peter Strosack (TSV Byaer Dormagen) haben sich die Sachsen in der EM-Pause auch mit Torhüter Jens Vortmann vom insolventen HSV Hamburg verstärkt. Da wird es also am Samstag ein Duell der beiden Ex-Hamburger Vortmann gegen Bitter geben. Vielleicht hat der Weltmeister von 2007 dann die Nase vorn und kann seinem Team zwei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt sichern. Das wäre natürlich optimal. „Wir wollen auf jeden Fall nicht mit leeren Händen die Heimreise aus der Messestadt antreten“, stellt WILD BOYS Coach Thomas König abschließend fest. Doch: „Der Ehrgeiz der Leipziger ist mittlerweile überall bekannt“, betont der Leipziger Neuzugang und ehemalige Balinger Benjamin Herth.

Quelle: Joachim Gröser, TVB