Abstiegskampf gegen Lemgo

WILD BOYS Coach König: „Wir wollen gegen Lemgo die Porsche Arena zum Beben bringen.“

Spannung pur in der DKB Handball Bundesliga. Durch den Erfolg der SG Flensburg-Handewitt in Mannheim bei Tabellenführer Rhein-Neckar-Löwen ist die Spitze noch enger zusammengerückt. Den Spitzenreiter, den THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt trennen nur noch ein einziger Minuspunkt. So schnell kann ein Vorsprung aufgebraucht sein. Noch vor der EM-Pause galten die Mannheimer als der große Favorit auf den Titel. Jetzt sind sie nur noch einer von drei Meisterschaftsanwärtern. Aber auch im Abstiegskampf ist es spannend. Als erster Absteiger steht nach dem Lizenzentzug der HSV Hamburg fest. Aber selbst der zuvor etwas abgeschlagene TuS N-Lübbecke hat den Kampf um den Klassenerhalt noch nicht aufgegeben. Insbesondere nach dem 25:24 Erfolg über den HBW Balingen-Weilstetten ist das Team wieder zurück im Kampf um Platz 15, nur zwei Zähler getrennt vom Bergischen HC, der in Berlin bei den Füchsen mit 34:28 unterlag. Tabellenrang 15 hat derzeit mit acht Punkten der ThSV Eisenach inne, der in Gummersbach hoch verlor. Damit sind alle Mannschaften wieder eng beieinander. Zwar hat sich Aufsteiger TVB 1898 Stuttgart durch den Sieg im letzten Heimspiel gegen den Bergischen HC etwas Luft verschafft, über dem Berg ist das Team aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt aber noch lange nicht.

Aufgrund dieser Situation wäre ein Heimerfolg am Sonntag gegen den TBV Lemgo sehr wichtig für den TVB 1898 Stuttgart. „Wir wollen die Porsche Arena zum Beben bringen“, sagt WILD BOYS Coach Thomas König, der natürlich weiß, dass sich seine Mannschaft dafür zerreißen muss. Mit unbändigem Kampfgeist und vollem Engagement sollen die Gäste aus dem Lipper Land bezwungen werden. Ein Sieg wäre natürlich Gold wert für die Heimmannschaft, um sich ein Polster auf die Abstiegsränge vor den sehr schweren Partien in Leipzig und gegen die Rhein Neckar Löwen zu schaffen. Aber auch der TBV Lemgo, zurzeit mit 14:28 Zählern auf Rang 12 der Tabelle, ist noch nicht ganz aus dem Schneider, benötigt zum sicheren Klassenerhalt noch einige Zähler. „Die Gäste werden auf jeden Fall hoch konzentriert hier in der Porsche Arena auftreten“, ist sich TVB 1898 Stuttgart Trainer Thomas König sicher. Dennoch: „Das ist eine Mannschaft auf Augenhöhe“, schätzt der WILD BOYS Coach.

Allerdings hat der TBV Lemgo auch schon deutlich bessere Zeiten erlebt, war 1997 und 2003 Deutscher Meister und mehrfach Pokalsieger. 1996 waren die Ostwestfalen Europapokalsieger der Pokalsieger, 2006 und 2010 EHF-Pokalsieger. Ein sehr erfolgreicher Verein also. Wegen seiner vielen deutschen Nationalspieler – Markus Baur, Florian Kehrmann, Christian Schwarzer, Daniel Stefan und Volker Zerbe – wurde der TBV Lemgo Anfang des neuen Jahrtausends auch „TBV Deutschland“ genannt. Doch diese Ära ist vorbei. Die Lemgoer müssen sich nun nach weiter unten in der Tabelle orientieren. In der Vorrunde dieser Saison holte der TBV Lemgo insgesamt zwölf Zähler. Zwei davon stammen aus dem Heimerfolg über die WILD BOYS. „In Lemgo hatte wir schon eine Siegchance“, ärgert sich TVB 1898 Stuttgart Trainer Thomas König noch heute über diese Niederlage. „Dafür wollen wir das Heimspiel am Sonntag unbedingt gewinnen und uns revanchieren“, kündigt König an. Dabei sind auch wieder die Zuschauer gefordert. „Denn nur mit der Unterstützung durch das Publikum können wir am Sonntag einen Sieg feiern und damit einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen“, prophezeit der WILD BOYS Coach. Rufen alle Spieler ihr Leistungsniveau ab, ist ein Sieg im Heimspiel am Sonntag gegen den TBV Lemgo möglich. Einfach wird es aber auf gar keinen Fall.

Quelle: Joachim Gröser, TVB