Jogi Bitter feiert einen perfekten Einstand

Die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart haben das wichtige Spiel gegen den Abstiegskonkurrenten Bergischer HC nach großem Kampf mit 25:23 (10:9) für sich entschieden. Die Fans in der ausverkauften Scharrena feierten den überragenden neuen Torhüter Jogi Bitter. Bestnoten verdienten sich zudem Dominik Weiß und der nervenstarke Michael Spatz.

Nach den Resultaten vom Samstag – Lübbecke holte gegen Hannover einen Punkt und Balingen bezwang Wetzlar –, gewann die Partie gestern zwischen dem TVB und den Bergischen Löwen noch an Bedeutung. Das war beiden Mannschaften von Beginn an anzumerken, ebenso wie die Unsicherheit nach der siebenwöchigen Spielpause. Der TVB versuchte über eine konsequente Abwehrarbeit ins Spiel zu finden – und agierte bisweilen etwas zu übermotiviert.
Dies führte zu etlichen Zeitstrafen. Von den ersten 15 Minuten stand der TVB 1898 Stuttgart acht Minuten mit einem Spieler weniger auf dem Feld. Diesen Nachteil kompensierte er mit großem Kampf und viel Laufarbeit, ebenso wie die vielen technischen Fehler. Zugute kam dem Aufsteiger, dass der Neuzugang Johannes Bitter vom Start weg mit tollen Paraden zeigte, wie wertvoll er für das Team werden kann: Der Torhüter harmonierte sehr gut mit seiner starken Deckung, so dass der Neuling trotz aller Widrigkeiten nach einer Viertelstunde mit 6:4 in Führung lag.
Dann nützte Christian Hoße zwei leichte Fehler des TVB per Konter zum 6:6-Ausgleich. Der in Abwehr wie Angriff sehr starke Dominik Weiß machte es dem BHC-Linksaußen nach, legte trocken zum 8:6 vor, Tobias Schimmelbauer gelang beim 9:6 die erste Drei-Tore-Führung (22.). Der TVB war zu diesem Zeitpunkt das bessere Team, verpasste es aber, mit einer deutlichen Führung in die Halbzeit zu gehen. Michael Spatz scheiterte bei einem Konter am für den glücklosen Ex-Bittenfelder Björgvin Gustavsson eingewechselten Christopher Rudeck, Max Weiß und Arnor Gunnarsson verkürzten auf 10:9.
Konzentriert kam das Heimteam aus der Kabine. Der von Siebenmeterstrich nervenstarke Spatz, er verwandelte sämtliche sechs Würfe, Djibril M’Bengue (2) und Weiß sorgten für das 14:11 (34.). Anschließend kassierte der TVB eine doppelte Zeitstrafe, die Löwen kamen heran (14:13). Doch die Bittenfelder kämpften verbissen um jeden Ball und kamen rasch zurück in die Spur. Sie klauten dem BHC immer wieder den Ball, zudem hielt Jogi Bitter sein hohes Niveau. Beim 19:15 (46.) schien das Heimteam den Gegner endgültig im Griff zu haben. Die Löwen indes gaben längst nicht klein bei: Der Trainer Sebastian Hinze ordnete eine offensivere Deckung an – und der TVB bekam Probleme, musste sich seine Tore hart erarbeiten.
Beim 20:19 (53.) waren die Gäste wieder dran, und die Fans machten sich bereit für eine nervenaufreibende Schlussphase. Die bekamen sie auch geboten. Zunächst sorgte Spatz mit zwei Treffern zum 22:19 für ein wenig Entspannung (55.). Doch nachdem der gute Alexander Herrmann zum 23:21 getroffen hatte und Viorel Fotache für zwei Minuten auf die Strafbank musste, begann dreieinhalb Minuten vor dem Ende das große Zittern.
Dominik Weiß donnerte den Ball vor dem Zeitspiel zum 24:21 in die Maschen, doch die Gäste konterten noch einmal zum 24:23 und hatten 90 Sekunden vor dem Ende die Hoffnung auf einen Punkt. Die machte Spatz mit seinem sechsten Strafwurftor zum 25:23 zunichte. Bitter entschärfte den finalen Wurf von Christian Nippes und ließ sich Sekunden später von seinen Mitspielern drücken und von den Fans feiern.
Mit diesem Sieg hat sich der TVB ein Vier-Punkte-Polster auf die Abstiegsränge erarbeitet und kann sich nun in aller Ruhe auf die nächste Aufgabe vorbereiten: In zwei Wochen gastiert der TBV Lemgo in der Porsche-Arena.
TVB 1898 Stuttgart: Bitter, Özmusul; Schimmelbauer (2), Schöbinger (1), Weiß (7), Schweikardt (1), Kisum (1), M’Bengue (4), Coric, Baumgarten (1), Fotache, Heib, Kretschmer, Spatz (8/6).
Bergischer HC: Gustavsson, Rudeck, Preuss (3), Hoße (4), M. Herrmann (1), Gunnarssson (4/1), Nippes (2), Majdzinski, Oelze, A. Hermann (5), Weiß (1), Szilagyi (3), Jonovski, Aflitulin.

 

Quelle: Thomas Wagner, ZVW