TVB: Viele Fehler, wenig Emotionen

Im letzten Heimspiel des Jahres hat der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart gestern keinen guten Auftritt hingelegt: Vor 6211 Fans in der ausverkauften Porsche-Arena war der Aufsteiger bei der 24:32-Niederlage (11:15) gegen die Füchse Berlin chancenlos. Dem TVB fehlten die Konzentration und Frische. Mit zahllosen leichten Fehlern spielte er dem Gegner in die Karten.
Natürlich ging der TVB gegen den Vereinsweltmeister als klarer Außenseiter in die Partie. Doch mit den drei Punkten aus zwei Spielen und den 6211 Fans im Rücken hatten die Bittenfelder zumindest gehofft, die Berliner ein bisschen zu kitzeln. Zumal die Füchse das schwere Spiel gegen Flensburg am Sonntag noch in den Knochen hatten.
Es fing auch gar nicht so schlecht an für den TVB, der ohne seinen verletzten Spielmacher Michael Schweikardt auskommen musste: Der Torhüter Yunus Özmusul kam ordentlich ins Spiel, auch Djibril M’Bengue agierte mutiger als zuletzt. Mit 4:3 führten die Gäste nach sechs Minuten. Die Aussicht auf einen spannenden Abend indes mussten die Fans bereits nach 20 Minuten begraben: Die Füchse enteilten mit einem 8:1-Lauf auf 12:4. Das lag allerdings weniger an ihrem brillanten Spiel, sondern an einer ganzen Reihe von haarsträubenden Abspielfehlern und unvorbereiteten Würfen des TVB. Auch in der Deckung präsentierte sich das Team von Trainer Thomas König zu emotions- und körperlos.
In der Folge agierten die Bittenfelder etwas entschlossener im Angriff und nahmen auch in der Deckung die Arbeit auf. In ihrer besten Phase des Spiel kämpften sie sich zum 11:15 zur Pause heran – was Hoffnung machte auf ein engeres Spiel.
Daraus indes wurde nichts, weil der TVB fahrig aus der Halbzeit zurückkehrte. Im Angriff schenkte er die Bälle mit technischen Fehler im Minutentakt her, zudem wurde ohne Vorbereitung drauflosgeballert. Der Füchse-Keeper Silvio Heinevetter freute sich über leichte Beute. Dem TVB fehlten ohne Lars Friedrich und Schweikardt die personellen Alternativen. Kasper Kisum erwischte einen schlechten Tag, und Alexander Heib hatte in seinem ersten Spiel nach fast halbjähriger Verletzungspause logischerweise noch Anpassungsprobleme.
Die Berliner mussten sich nicht sonderlich anstrengen, nutzten die Fehler des TVB rigoros aus und führten nach 41 Minuten mit 24:14. Damit war die Partie bereits früh entschieden. König wechselte munter durch, das ungleiche Duell riss keinen von den Sitzen. Berlin spulte sein Pensum herunter bis zur maximalen Zwölf-Tore-Führung (30:18). In der Schlussphase erwachte der Kampfgeist der Bittenfelder ein wenig, beim 24:32 hielt sich die Niederlage einigermaßen in Grenzen. Vielleicht kann der TVB am Sonntag in Gummersbach noch einmal die letzten Körner mobilisieren.
TVB 1898 Stuttgart: Jerkovic, Özmusul; Schimmelbauer (2), Schöbinger (2), Weiß (6), Kisum, M’Bengue (6), Coric (1), Baumgarten (1), Fotache, Heib, Kretschmer, Kienzle (1), Spatz (5/5).
Füchse Berlin: Heinevetter, Stochl; Wiede (2), Elisson (5/3), Fritz (1), Vukovic (5), Struck, Gojun (1), Nenadic (3/2), Tönnesen (3), Plaza Jimenez (1), Weyhrauch (1), Zachrisson (8), Nielsen (2).

Quelle: Thomas Wagner, ZVW