TVB mit Zuversicht in die „Hölle Süd“

Vor vier Spielen binnen 15 Tagen stehen die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart. Der Auftakt bildet das wichtige Duell beim Abstiegskonkurrenten HBW Balingen-Weilstetten am Sonntag (15 Uhr), im Anschluss kommt der Mitaufsteiger Eisenach in die Scharrena. In der Sparkassen-Arena in Balingen, der „Hölle Süd“, erwartet den TVB ein emotionales Publikum.
Ordentlich mitgespielt gegen den einen oder anderen Etablierten der Liga, drei Punkte gesammelt gegen Abstiegskonkurrenten und einen Zähler gegen das Mittelfeldteam Gummersbach: Das reicht für den TVB nach 16 Spieltagen, wenn auch knapp, für den ersten Nichtabstiegsrang. Im anstrengenden Dezember indes sollten sich die Bittenfelder noch ein bisschen Winterspeck anlegen, bevor es nach der Europameisterschaftspause am 13. Februar wieder losgeht. Mit vier Punkten aus den Partien in Balingen, gegen Eisenach, gegen die Füchse Berlin und in Gummersbach könnte der TVB leben. „Die würden uns guttun“, sagt der Trainer Thomas König.“ Bestenfalls sind die Zähler zu holen gegen jene Teams, die mit dem TVB auf einem Level stehen.
Beispielsweise die Balinger. Auf der Schwäbischen Alb müssen sich die Bittenfelder allerdings auf einiges gefasst machen. Die „Hölle Süd“ war vor allem in der vergangenen Saison für die Auswärtsteams ein ganz heißes Pflaster: Nur fünf von 18 Spielen verloren die unbeugsamen „Gallier von der Alb“ auf eigenem Terrain, der THW Kiel und der HSV Hamburg unterlagen jeweils mit 21:22. Thomas König kennt die Atmosphäre von den Auftritten als Trainer der TSG Friesenheim. „In Balingen ist immer etwas geboten“, sagt er.
Nach dem Ende der vorigen Saison hatten die Balinger 31 Punkte auf dem Konto, so viele wie noch nie seit dem Aufstieg im Jahr 2006. In der aktuellen Spielzeit ist dem Team von Trainer Markus Gaugisch noch keine Überraschung gelungen. Die drei Siege gab’s gegen den Abstiegskandidaten TuS Nettelstedt-Lübbecke (32:25), beim Bergischen HC (35:30) und gegen den Aufsteiger SC DHfK Leipzig (27:25).
So stabil wie im Vorjahr scheint der HBW nicht zu sein. Eine Erklärung hierfür ist das Verletzungspech, das ihn ereilt hat. Sascha Ilitsch und Felix König fehlen schon länger. Zuletzt fielen mit Matej Asanin und Peter Johannesson gleich zwei Torhüter aus. Der junge Jonas Baumeister bildete mit dem Routinier Radivoje Ristanovic das Keeper-Duo.
Der 20-fache serbische Nationalspieler ist eine der Stützen im Team der HBW. Im linken Rückraum hat Gaugisch unterschiedliche Spielertypen zur Verfügung: den Jung-Nationalspieler Fabian Böhm und das französische Sprungwunder Olivier Nyokas. Auf dieser Position wird auch Davor Dominikovic geführt. Der 175-fache kroatische Nationalspieler, den Balingen erst vergangenen Monat vom HSV Hamburg loseiste, hat seine Stärken allerdings in der Defensive. Der 37-Jährige soll Gaugischs neuer Abwehrchef werden.
Kopf der Mannschaft ist der Spielmacher und deutsche Nationalspieler Martin Strobel. Auf die Dienste seines Bruders müssen die Balinger verzichten: Wolfgang Strobel ist auf die Geschäftsstelle gewechselt. Nicht wegzudenken ist auch der griechische Nationalspieler Alexandros Vasilakis im rechten Rückraum, am Kreis steht der Ex-Lemgoer Nationalspieler Christoph Theuerkauf.
„Balingen hat eine gute Mannschaft“, sagt König. „Aber es hat so viele Punkte wie wir. Und deshalb haben wir auch eine Chance, dort zu gewinnen.“ Der Trainer erwartet ein enges Spiel, in der die Tagesform und die Konstanz entschieden. Er glaubt nicht, dass die hitzige Atmosphäre seine Spieler übermäßig beeindrucken wird. „Sie sind stressresistenter geworden.“
Der eine oder andere Spieler ist angeschlagen. König geht jedoch davon aus, dass alle am Sonntag einsatzfähig sein werden. Noch nicht entschieden ist, ob Alexander Heib sein Comeback feiern wird. Vergangenes Wochenende war der lange verletzte Spielmacher im Perspektivteam im Einsatz, klagt aber jetzt über leichte muskuläre Probleme.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW