TVB muss zu den Galliern

Zu einer Partie um den Klassenerhalt kommt es am Sonntag (15.00 Uhr) im württembergischen Derby zwischen dem HBW Balingen/Weilstetten und dem TVB 1898 Stuttgart.

Dabei genießt der HBW Balingen/Weilstetten Heimrecht und wird sicherlich alles in Bewegung setzen, um diese Partie zu gewinnen. „Da müssen wir ganz entschieden gegenhalten“, prophezeit TVB 1898 Stuttgart Coach Thomas König. Aber die Gastgeber sind sehr erfahren im Abstiegskampf und auch äußerst heimstark. Trainer Markus Gaugisch baut hier auf eine kompromisslose 3:2:1 Abwerhrformation, die sich nur sehr schwer knacken lässt. Allerdings stehen die Balinger in dieser Partie deutlich unter Zugzwang, denn sie haben ein Heimspiel und müssen dieses unbedingt gewinnen, wollen sie ihr Punktekonto aufbessern. „Das wird auf jeden Fall ein schwerer Gang für uns“, mahnt Thomas König. Besonders beachten muss die WILD BOYS Abwehr dabei Fabian Böhm, Olivier Nyokas, den Griechen Alexandros Vasilakis und natürlich den Spielmacher der deutschen Nationalmannschaft, Martin Strobel. Aber der WILD BOYS Trainer ist auch optimistisch. „Das ist eine Mannschaft, mit der ich uns auf Augenhöhe sehe“, so König und weiter: „Da können wir auswärts etwas holen.“ Dies wird allerdings nur mit einer sehr konzentrierten Leistung gehen. Und vor allem dürfen sich die WILD BOYS keine längeren Auszeiten nehmen, sonst bekommen die „Gallier von der Alb“ Oberwasser. Und dann wird es sehr schwer für den TVB 1898 Stuttgart, wieder in die Spur zu kommen.

Zurzeit liegen beide Teams in der Tabelle fast gleichauf. Mit sechs Zählern ist die Ausbeute für beide Mannschaften bisher eher mager ausgefallen. Der HBW Balingen/Weilstetten hatte am Mittwoch noch ein Spiel in Kiel, das der deutsche Meister unbedingt gewinnen musste, um am Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen dranzubleiben. Die WILD BOYS konnten sich in aller Ruhe auf diese wichtige Partie vorbereiten. Was für die Begegnung am Sonntag besser ist, wird sich zeigen. Die Balinger sind auf jeden Fall im Spielrhythmus, während die Gäste vom TVB 1898 Stuttgart ausgeruhter in dieses württembergische Derby gehen. Der Sieger kann zunächst einmal etwas durchschnaufen, ehe es in die heiße Phase vor der EM-Pause mit den Spielen um die Weihnachtszeit geht.

Der Name „Gallier von der Alb“ ist eng an die Comic-Helden Asterix und Obelix angelehnt, die sich auch immer wieder erfolgreich gegen die Römer zur Wehr setzen. Genauso muss das Team, das 2002 aus der Fusion der TSG Balingen mit dem TV Weilstetten entstand, jedes Jahr um seine Bundesliga-Zugehörigkeit kämpfen. Vor zwei Jahren wären die Balinger allerdings fast abgestiegen und konnten sich nur mit einer einstweiligen Verfügung in der DBK Handball Bundesliga halten. In der darauffolgenden Saison spielten die „Gallier von der Alb“ aber die beste Saison ihrer Bundesliga-Geschichte und beendeten die Runde auf Rang 11. Doch nun geht es für die Balinger erneut um die Existenz in der DKB Handball Bundesliga, der sie seit 2006 ununterbrochen angehören.

Beide Teams, der HBW Balingen/Weilstetten und der TVB 1898 Stuttgart, benötigen die Zähler dringend im Kampf um den Klassenverbleib in der DKB Handball Bundesliga. „Heute wird es auf Kleinigkeiten ankommen“, prophezeit TVB 1898 Stuttgart Coach König. Und natürlich auch darauf, ob sich seine Spieler vom Hexenkessel in der Balinger Sparkassen Arena anstecken lassen. Denn die Zuschauer sorgen immer für eine Atmosphäre, in der es für Gastmannschaften schwer wird, etwas zu holen.

Quelle: Joachim Gröser, TVB