Kampf um den Klassenerhalt

Am Samstag muss Handball Bundesligist TVB 1898 Stuttgart beim Bergischen HC antreten. Im Spiel in der Solinger Klingenhalle wollen die WILD BOYS unbedingt den ersten Auswärtssieg holen und dabei den Bergischen Löwen zähmen.

 

Jetzt hat es in der DKB Handball Bundesliga auch die Rhein Neckar Löwen erwischt. Im Spitzenspiel unterlagen die Nordbadener beim Tabellenzweiten MT Melsungen mit 23:25. Damit ist die Meisterschaft wieder spannend geworden. Die Löwenbändiger aus Nordhessen sind bis auf zwei Zähler an den Spitzenreiter herangekommen, dahinter liegen die SG Flensburg-Handewitt und der THW Kiel in Lauerstellung. Noch spannender geht es allerdings in der Abstiegszone zu. Schlusslicht ist weiterhin der TuS N-Lübbecke, davor rangieren der Bergische HC, der HBW Balingen-Weilstetten und der ThSV Eisenach. Somit befindet sich der TVB 1898 Stuttgart momentan auf einem Nichtabstiegsplatz. Damit ist der Trainer zwar zufrieden, nicht aber mit der bisherigen Punktausbeute seines Teams. „Da müssten schon mehr Zähler auf unserem Konto stehen“, so Thomas König.

 

Nun geht es für die WILD BOYS also am Samstag zum Bergischen HC, der 2006 aus dem Übertritt des Kaders, des Managements und des Hauptsponsors des LTV Wuppertal zur SG Solingen entstand. Die SG Solingen änderte daraufhin ihren Namen und tritt heute als Bergischer HC in der DKB Handball Bundesliga an. Man wollte hier den Handball verwöhnten Anhängern im Bergischen Land nach dem Scheitern von LTV Wuppertal und SG Solingen wieder Erstligahandball präsentieren. Nach mehreren knapp gescheiterten Anläufen gelang der Bundesliga Aufstieg in der Saison 2011, als man den TV Hüttenberg in der zweiten Bundesliga ganz knapp hinter sich ließ. Im darauffolgenden Jahr bedeutete Rang 16 den Abstieg. Dies sollte sich allerdings nur als Betriebsunfall erweisen, der 2013 mit dem sofortigen Wiederaufstieg postwendend repariert wurde. Ab diesem Zeitpunkt blieben die Bergischen Löwen dann erstklassig.

 

Allerdings spielten die Gastgeber jede Saison gegen den Abstieg. „Das Team hat viel Erfahrung im Kampf um den Klassenerhalt“, warnt deshalb TVB 1898 Stuttgart Coach Thomas König. Aber der Bergische HC hatte in dieser Runde bisher auch sehr großes Verletzungspech. Häufig stand dem Trainer kein kompletter Kader zur Verfügung. Und vor zwei Wochen fügte sich der gerade wiedergenesene Viktor Szilagyi einen Teilabriss der Achillessehne zu. Die „Löwen“ reagierten und verpflichteten mit Inal Aflitulin den Spielmacher der russischen Nationalmannschaft. Er war allerdings bei der 28:31 Niederlage des Bergischen HC in Leipzig am vergangenen Sonntag noch nicht dabei. Die Freigabe seines bisherigen Vereins Baia Mare aus Rumänien stand noch aus. Allerdings steht fest: Nach dem Spiel in Sachsen steht der Bergische HC am Samstag mehr denn je unter Druck, muss die Begegnung gegen die WILD BOYS unbedingt gewinnen. Das kann aber auch die große Chance für den TVB 1898 Stuttgart sein. „Mit den Bergischen Löwen sind wir auf Augenhöhe“, stellt WILD BOYS Coach König fest. Sein Hauptaugenmerk wird sich besonders darauf richten, wie sein Team die offensive Abwehr des Bergischen HC knacken kann. Die Gastgeber werden allerdings in dieser Partie mit viel mehr Varianten spielen können, hat sich doch das Lazarett in den vergangenen Wochen ziemlich gelichtet, so dass Trainer Sebastian Hinze fast wieder aus dem Vollen schöpfen kann. Dennoch macht WILD BOYS Coach Thomas König deutlich: „Wir wollen gegen den Bergischen HC den ersten Auswärtssieg der Saison landen.“ Um dann auch völlig unbelastet am nächsten Dienstag in der Stuttgarter Porsche Arena gegen den deutschen Meister und haushohen Favoriten THW Kiel antreten zu können.

Quelle: Joachim Gröser, TVB