Trost: Weiter auf Nichtabstiegsplatz

Eine unterdurchschnittliche Wurfquote, zu viele Spieler unter Form und das altbekannte Problem der fehlenden Konstanz über 60 Minuten: Für den Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart gab’s beim 22:30 in Hannover nichts zu holen. „Von den Punkten her sind wir nicht im Soll“, sagt der TVB-Trainer Thomas König. „Was den Tabellenplatz betrifft, schon – das ist das Positive.“

Eine Aussagekraft hat die Tabelle allerdings erst beim zweiten, genaueren Hinsehen. Schließlich hat der TVB zwei Spiele mehr absolviert als der HBW Balingen-Weilstetten, der auf dem ersten Abstiegsrang liegt und drei Minuspunkte weniger auf dem Konto hat. Auch die restlichen TVB-Konkurrenten TBV Lemgo, ThSV Eisenach, Bergischer HC und TuS Nettelstedt-Lübbecke sind mit je einer Partie im Rückstand und könnten die Lage für die Bittenfelder im Erfolgsfall verschärfen.

Noch ist der TVB also im Spiel. Darauf verlassen, dass die Mitbewerber um den Abstieg ebenfalls weiterhin schwächeln, darf er sich allerdings nicht – und sollte schleunigst punkten. Unter allen Umständen bei den anstehenden direkten Vergleichen nach dem nun folgenden spielfreien Wochenende am Samstag in einer Woche beim Bergischen HC und am 13. Dezember im letzten Hinrundenspiel in Balingen. Dazwischen gibt sich der THW Kiel am Dienstag, 1. Dezember (20.15 Uhr), in der Porsche-Arena die Ehre. Mit vier Punkten aus diesen drei Partien hätte der Trainer sein Zwischenziel erreicht: neun Zähler zum Ende der Hinrunde.

Vor den beiden immens wichtigen Partien gegen die direkten Konkurrenten hätte der TVB mit einem Sieg in Hannover Bonuszähler sammeln können. Die Voraussetzungen hierfür waren zwar angesichts einiger angeschlagener Spieler nicht ideal, doch den Hannoveranern ging’s nicht viel besser. Sie mussten kurzfristig, außer auf drei Akteure der ersten Sechs, sogar auf ihre erkrankte Nummer eins im Tor, Martin Ziemer, verzichten. Zum Leidwesen der Bittenfelder erwischte Ziemers Vertreter Malte Semisch einen Glanztag.

Zweimal saß der TVB seinem Gegner im Nacken: Nach dem Sechstore-Rückstand in der 18. Minute arbeitete er sich zum 9:11 heran – und kurz nach der Halbzeit vom 9:14 zum 13:14. „Da war der Funke Hoffnung da“, sagte der TVB-Trainer Thomas König bei der Pressekonferenz nach dem Spiel. Doch dann sei sein Team in „alte Muster“ verfallen und habe das Spiel binnen weniger Minuten hergeschenkt. In dieser Phase vermisste der Coach das „Feuer und Temperament, normalerweise hätte ein Ruck durch die Mannschaft gehen müssen“. So war die Partie beim 13:20-Rückstand (42.) bereits frühzeitig verloren. „Wir hätten das Spiel länger offen gestalten müssen, um in Hannover etwas zu holen“, so König weiter. Erschwerend hinzu kam, dass etliche Leistungsträger ein gutes Stück entfernt waren von ihrer Bestform.

Nun haben die Bittenfelder knapp zwei Wochen Zeit, daran zu arbeiten, wo’s am meisten klemmt: an der Stabilität über 60 Minuten. „Was die Punkte angeht, sind wir sicherlich nicht im Soll“, sagt Thomas König. „Der Klassenverbleib wird schwierig, ich bin aber nach wie vor sehr, sehr zuversichtlich, dass wir es schaffen können.“

 

Quelle: Thomas Wagner, ZVW