TVB ist weit weg vom zweiten Sieg

Die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart müssen weiter auf ihren zweiten Saisonsieg warten: Beim TSV Hannover-Burgdorf kassierte der Aufsteiger gestern eine klare 22:30-Niederlage. Hauptgrund war die miserable Wurfausbeute – der TVB ließ insgesamt 32 (!) Chancen liegen. Einziger Trost: Sämtliche Abstiegskonkurrenten blieben ebenfalls ohne Punkt.

Die Hannoveraner waren zwar seit drei Spielen ungeschlagen; indes: Mit 12:12 Punkten vor der Partie gegen den TVB war die Bilanz auch nicht gerade allzu berauschend. Deshalb – und weil der Mitaufsteiger Leipzig bei den Recken die Punkte mitgenommen hatte – rechneten sich die Bittenfelder durchaus Chancen auf den heiß ersehnten zweiten Saisonsieg aus. Zumal das Heimteam außer auf die Flügelzange Torge Johanssen/Lars Lehnhoff erneut auf seinen Spielmacher Morten Olsen verzichten musste.

Das Fehlen des Dänen machte sich aber nicht bemerkbar. Das Team des Ex-Bittenfelders Jens Bürkle erwischte einen perfekten Start, führte nach drei Minuten mit 3:0. Alle drei Treffer gingen auf das Konto des frechen 20-jährigen Rechtsaußens Timo Kastening. Tobias Schimmelbauer und Michael Spatz brachten den TVB zwar auf 2:3 heran (6.), doch so richtig in die Gänge kamen die Gäste nicht.

Ex-TVB-Crack Kai Häfner quält die alten Kumpel

Nicht in den Griff bekamen sie den Hannoveraner Linkshänder Kai Häfner, der seinen ehemaligen Club mit dem Treffer zum 8:3 nach elf Minuten zur ersten Auszeit zwang. Die TVB-Deckung stand noch einigermaßen. Das Problem indes lag vielmehr in der Offensive: Die Gäste bauten ihre Angriffe häufig klug auf, der Abschluss war allerdings nicht erstligareif: Der starke Hannoveraner Keeper Malte Semisch hatte nach 60 Minuten 23 Paraden auf dem Zettel, weitere zehn Würfe der Bittenfelder landeten am Torgebälk oder neben dem Kasten. Hinzu kamen etliche Ballverluste, die durch Kontertore bestraft wurden.

Nach dem 11:5 sah’s nach 18 Minuten nicht gut aus für den Neuling. Dann jedoch kam Dragan Jerkovic besser ins Spiel, und vorne agierte der TVB konzentrierter. Nach vier Treffern in Folge war er beim 11:9 (25.) wieder dran – und leistete sich erneut eine Reihe von Fehlwürfen. Die nützte Hannover eiskalt und ging mit der 14:10-Führung in die Pause.

Ähnlich fahrlässig ging der TVB auch zu Beginn der zweiten 30 Minuten mit seinen Chancen um. Vier Fehlversuche in vier Minuten schlugen sich jedoch nicht nieder, weil auch Hannover schwach abschloss. So brachte Dominik Weiß mit dem 13:14-Anschlusstreffer in der 36. Minute die Hoffnung zurück.

Mehr allerdings nicht: Viel zu hektisch und unvorbereitet suchten die Bittenfelder nun wieder den Torabschluss und sorgten mit sechs Gegentreffern in Serie binnen sechs Minuten zum 20:13 (43.) für reichlich Frust und die Vorentscheidung in der Partie.

Hatte vor der Pause in erster Linie die rechte Seite mit Häfner und Kastening die Akzente gesetzt, kam Hannover nun immer wieder über seinen norwegischen Kreisläufer Joakim Hykkerud zum Erfolg. Das Heimteam hatte die Partie fortan im Griff, eine dritte Annäherung der Bittenfelder gab es nicht.

In der Schlussviertelstunde ging es für den TVB deshalb in erster Linie nur noch darum, den Schaden in Grenzen zu halten bei bis zu zehn Toren Differenz (27:17/28:18).

Am Ende musste sich der TVB deutlich mit 22:30 geschlagen geben und zum wiederholten Mal die bittere Erkenntnis mit nach Hause nehmen, dass mit einer so hohen Fehlerquote in der ersten Liga nur schwer zu punkten ist. Trotz der Niederlage bleibt der TVB auf dem ersten Nichtabstiegsrang.

TSV Hannover-Burgdorf: Meyer, Semisch; Patrail (3), Hykkerud (6), Häfner (6), Szücs, Gudmundsson (1), Karason (3), Dräger (1), Schmidt (1), Hinz, Pollex, Christophersen (1), Kastening (8/2).

TVB 1898 Stuttgart: Jerkovic, Özmusul; Schimmelbauer (3), Schöbinger, Weiß (5), Schweikardt (2), Kisum (3), M’Bengue (2), Coric, Baumgarten (1), Seiz (2), Kretschmer, Spatz (4/2).

Quelle: Thomas Wagner, ZVW