Jerkovic fit, aber eine schwierige Woche

Nach zwei Unentschieden hätten die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart gegen das dritte Remis in Folge nichts einzuwenden. „Das ist ein Spiel, in dem wir für eine Überraschung sorgen könnten“, sagt der TVB-Trainer Thomas König vor der Partie beim TSV Hannover-Burgdorf. Ein Wiedersehen gibt’s mit zwei Ex-Bittenfeldern: TSV-Trainer Jens Bürkle und Kai Häfner.

Nach den beiden aufregenden Spielen in Eisenach und gegen Nettelstedt-Lübbecke kamen die Bittenfelder in der Länderspielpause wieder ein bisschen zur Ruhe. Optimal war die Ausbeute gegen die beiden Mitabstiegskonkurrenten zwar nicht. Doch immerhin zeigte der TVB zum wiederholten Mal, was er draufhat. Und trotz der mageren fünf Punkte aus 13 Spielen ist von Panik nichts zu spüren bei Thomas König und seinem Team. „Wir stehen auf einem Nichtabstiegsplatz“, sagt der Trainer.

Solange der HBW Balingen-Weilstetten, der Bergische HC und der TuS Nettelstedt-Lübbecke weiterhin Punkte liegenlassen, wird sich daran logischerweise auch nichts ändern. Sehr gerne indes möchten die Bittenfelder aus eigener Kraft die Tabellenposition verteidigen – und endlich den zweiten Saisonsieg einfahren.

Schon in Hannover rechnet sich der Trainer etwas aus – zumal der Gegner, wie der TVB, mit ein paar Verletzungssorgen zu kämpfen hat: Der Linksaußen Lars Lehnhoff (Bänderriss am Sprunggelenk) und der starke Spielmacher Morten Olsen (Innenbandverletzung im Knie) werden nicht auflaufen können, der Rechtsaußen Torge Johannsen klagt ebenfalls über Kniebeschwerden.

Natürlich bringen die „Recken“, die in der Saison 2013/2014 erstmals international im Einsatz waren, dennoch ein schlagkräftiges Team zusammen. Im Tor steht der ehemalige deutsche Nationalspieler Martin Ziemer, der linke Rückraumspieler Sven-Sören Christophersen hat über 100 Länderspiele für Deutschland bestritten. Internationale Erfahrung bringen Mait Patrail (Estland), Olafur Gudmundsson (Island), Csaba Szücs (Slowakei), Runar Karason (Island) und Joakim Hykkerud (Norwegen) mit.

Der Kreisläufer Erik Schmidt spielte unter Thomas König in Friesenheim und hat es mit 22 Jahren auch schon in die Nationalmannschaft geschafft. Wie auch ein alter Bekannter der TVB: Der Linkshänder Kai Häfner trug von 2006 bis 2007 das Bittenfelder Trikot und kam über FA Göppingen und den HBW Balingen-Weilstetten nach Hannover, wo er einen großen Leistungssprung machte. Aktuell ist der 26-Jährige mit 69 Treffern der erfolgreichste Feldtorschütze der Liga.

Nach dem 13. Platz in der vergangenen Saison strebt der TSV diesmal einen einstelligen Tabellenplatz an. Dazu hat sich der Verein die Dienste des jüngsten Bundesligatrainers gesichert: Der ehemalige Bittenfelder Kreisläufer Jens Bürkle (35) sorgte in der 2. Liga mit dem DJK Rimpar Wölfe für Aufsehen. Ganz so rund jedoch läuft’s bei Bürkles Team in dieser Spielzeit bei vier Siegen, vier Unentschieden und vier Niederlagen noch nicht. Zu Hause unterlag der TSV unter anderem dem Liga-Neuling SC DHfK Leipzig mit 25:31.

„Das ist ein Spiel, in dem wir eine Überraschung schaffen können“, sagt der TVB-Coach Thomas König. Wobei die Voraussetzungen schon besser waren: Dem Torhüter Dragan Jerkovic hat die Länderspielpause nach seinem Kurzeinsatz gegen Nettelstedt zwar gut getan, der Routinier ist wieder vollständig genesen. Sein Kollege Yunus Özmusul dagegen fehlte im Training, weil er mit der türkischen Nationalmannschaft unterwegs war. Am Sonntag steht er wieder bereit, dafür fehlt der iranische Nationalspieler Sajad Esteki.

Die eine oder andere Einheit ausfallen lassen mussten Dominik Weiß (Schulterprobleme) und Djibril M’Bengue (umgeknickt). König geht aber davon aus, dass einem Einsatz der Rückraum-Shooter am Sonntag nichts im Weg stehen wird. Lars Friedrich unterzieht sich derzeit einer Fastenkur, mit deren Hilfe der Körper entgiftet und die Entzündung des Schambeins gelindert werden soll.

 

Quelle: Thomas Wagner, ZVW