Es geht nach Hannover

Zwei Wochen nach dem denkwürdigen Spiel gegen den Tabellenletzten TuS N-Lübbecke geht es für die WILD BOYS in der DKB Handball Bundesliga weiter. Dabei ist die Mannschaft von Trainer Thomas König am Sonntag zu Gast bei der TSV Hannover-Burgdorf in der dortigen Swiss Life Hall.

 

Kein Spiel für schwache Nerven lieferte das Team des TVB 1898 Stuttgart am 31. Oktober passend zum Halloween ab. Und manchen mag es gar schaudernd den Rücken heruntergelaufen sein. In der ersten Halbzeit spielten die WILD BOYS wie aus einem Guss, führten kurz vor der Pause bereits mit 20:12. „Da hat man gesehen, was möglich ist“, freute sich Thomas König über das fast perfekte Spiel seines Teams, um sich gleichzeitig über den letzten Gegentreffer vor der Halbzeit zu ärgern. „Dann haben wir uns in doppelter Überzahl noch ein Tor eingefangen“, ereiferte sich der Trainer hinterher und ergänzte. „Das darf uns nicht passieren.“ Und in der zweiten Halbzeit wurde es dann richtig eng für die WILD BOYS. „Da bekamen wir keinen Zugriff mehr in der Abwehr“, haderte der TVB 1898 Stuttgart Coach. Der TuS N-Lübbecke kam immer näher heran. „Wir haben viel zu überhastet abgeschlossen“, räumte König ein. Die Gäste nutzten diese Schwächen, glichen beim 22:22 erstmals wieder aus und lagen in der 57. Minute beim 29:32 fast uneinholbar in Führung. Doch plötzlich zeigten die WILD BOYS wieder ihr wahres Gesicht, kämpften sich unter dem Jubel der Zuschauer in der ausverkauften Stuttgarter SCHARRena wieder zum 32:32 Ausgleich, wären aber fast nicht für ihr Engagement belohnt worden. Jens Schöngarth traf zum 32:33 und nach Thomas Königs Auszeit waren noch genau drei Sekunden zu spielen. Und dann tat Jens Bechtloff seinem Heimatverein einen Riesengefallen. Der Lübbecker Linksaußen warf sich ohne Rücksicht auf Verluste in die Bresche, foulte Tobias Schimmelbauer. Und nach der neuen Regel gibt es für einen solchen Verstoß eben Strafwurf und die Disqualifikation mit Bericht. Der überragende TVB 1898 Stuttgart Regisseur Michael Schweikardt zeigte beim Siebenmeter keine Nerven und traf zum 33:33 Endstand. Dies war auch gleichzeitig der letzte Auftritt von Lübbeckes Trainer Goran Suton, der in der Länderspielwoche beurlaubt wurde.

Nach dieser aufregenden Partie reisen die WILD BOYS am Sonntag zur TSV Hannover Burgdorf. Coach der Niedersachsen ist seit dieser Saison mit Jens Bürkle gar ein ehemaliger Spieler des TV Bittenfeld, dessen Trainerkarriere ähnlich steil verläuft wie die des Spielers Jens Bürkle. Vom TV Bittenfeld zum TV Kornwestheim und von dort in die Bundesliga zum HBW Balingen-Weilstetten auf die Schwäbische Alb. Auch als Trainer sorgte der ehemalige Kreisläufer gleich für Furore. Bei seiner ersten Station in Rimpar spielte er gleich um den Aufstieg mit, bevor er das Angebot der TSV Hannover-Burgdorf in der DKB Handball Bundesliga annahm. Und mit den RECKEN liegt er derzeit bei 12:12 Punkten auf einem guten Mittelfeldplatz. Da werden die WILD BOYS sicherlich nur mit einer konstanten Leistung über die 60 Minuten zu einem Punktgewinn kommen, denn DIE RECKEN sind gerade zuhause eine Macht. In der Swiss Life Hall gab es bisher Siege gegen Frisch Auf Göppingen, den Bergischen HC und den VfL Gummersbach. Ein Unentschieden gegen die MT Melsungen runden die Heimbilanz der Niedersachsen ab. Aber auch auswärts wurde die Mannschaft unter Jens Bürkle stabil. „Da müssen wir in Abwehr und Angriff jederzeit hellwach sein“, mahnt TVB 1898 Stuttgart Coach König. Aber nach dem Unentschieden gegen TuS N-Lübbecke kletterten die WILD BOYS auf den ersten Nichtabstiegsplatz, und den will die Mannschaft vom TVB 1898 Stuttgart auch nach diesem Spiel in der niedersächsischen Landeshauptstadt behaupten. „Wir müssen über die volle Distanz mit Einsatzwillen und kämpferischem Engagement an die Sache herangehen“, gibt deshalb WILD BOYS Coach Thomas König als Marschroute für die Partie bei den RECKEN vor.

Quelle: Joachim Gröser, TVB