TVB will auf den Nicht-Abstiegsplatz

Der Punktgewinn in Eisenach war für die Handballer vom TVB 1898 Stuttgart Gold wert. Nun wollen die WILD BOYS am Samstag mit einem Heimsieg gegen den TuS N-Lübbecke nachlegen.

 

Eisenach war eine Reise wert. Der TVB 1898 Stuttgart kehrte mit einem Punkt von seinem Auswärtsspiel unterhalb der Wartburg zurück. Beim 28:28 durchlebten Spieler, Trainer und Betreuer allerdings ein Wechselbad der Gefühle. Zur Pause lagen die WILD BOYS noch mit 14:15 hinten, dann drehten Dominik Weiß und Michael Spatz das Spiel: 18:16. „Da haben wir die Partie dominiert“, so Trainer Thomas König. Und der TVB 1898 Stuttgart hielt den Vorsprung bis zur 41. Minute, ehe die Eisenacher Oberwasser bekamen, ihrerseits die Partie in die Hand nahmen. „In dieser Zeit lief bei uns wenig zusammen“, ärgerte sich der WILD BOYS Coach. Die Folge: Die Thüringer erhöhten auf 27:23 und sahen nach 52 Minuten bereits wie der sichere Sieger aus. Der TVB 1898 Stuttgart Trainer nahm die Auszeit und von da an ging ein Ruck durch das Gästeteam, das von nun an bedingungslosen Kampfgeist zeigte. „Moral und Teamgeist haben gestimmt“, freute sich Thomas König. Und die WILD BOYS kamen wieder ins Spiel, kamen auf 28:26 heran. Der iranische Nationalspieler Sajad Esteki wurde schließlich mit seinen beiden Toren in der Schlussminute zum Helden von Eisenach. „Den hatten die Hausherren nicht auf der Rechnung“, wusste WILD BOYS Coach König. Und Dominik Weiß hatte gar noch den Siegtreffer auf der Hand, scheiterte aber am guten Reflex von Eisenachs Torhüter Svetislav Verkic.

 

Dieser Punktgewinn in der Werner-Aßmann-Halle ist Gold wert für das Selbstvertrauen der WILD BOYS. Und jetzt kommt am Samstag mit dem TuS N-Lübbecke ausgerechnet der noch sieglose Tabellenletzte der DKB Handball Bundesliga in die Stuttgarter SCHARRena. Da würde ein Erfolg des TVB 1898 Stuttgart natürlich doppelt zählen. Aber Vorsicht: Der Kontrahent kämpfte sich am letzten Wochenende zu einem 24:24 Unentschieden gegen den hervorragend gestarteten Aufsteiger SC DHfK Leipzig und damit zum ersten Punktgewinn in der laufenden Saison. Das wird also alles andere als Zuckerschlecken für die Hausherren, die natürlich vor heimischer Kulisse unbedingt siegen wollen, um die Abstiegsplätze zu verlasen. Dabei sind dann insbesondere die Zuschauer in der SCHARRena gefordert, die Mannschaft bedingungslos anzufeuern und zu unterstützen.

 

Der TuS N-Lübbecke ist den Handballanhängern vielleicht besser bekannt unter seinem alten Namen TuS Nettelstedt. Das Team aus Ostwestfalen ist Gründungsmitglied der eingleisigen Bundesliga und war bis auf die Saison 2008/09 immer erstklassig. In diesem Jahr lief es bis jetzt noch nicht so gut für die kommenden Gäste. Mit erst einem Unentschieden zieren sie derzeit den letzten Platz in der DKB Handball Bundesliga. „Das zeigt eben die Qualität der Bundesliga, wenn eine Mannschaft mit zwei aktuellen deutschen Nationalspielern das Schlusslicht bildet“, philosophiert TVB 1898 Stuttgart Coach König. Sein Kollege auf Lübbecker Seite ist übrigens ein alter Bekannter in der Stuttgarter SCHARRena. Goran Suton gastierte mit seinem ehemaligen Verein, der HG Saarlouis, bereits einige Male in der Schwabenmetropole. Und dann wäre da noch Jens Bechtloff. „Das ist ein Ur-Bittenfelder“, stellt TVB 1898 Stuttgart Geschäftsführer Jürgen Schweikardt fest. Der Neu-Lübbecker stammt aus der Jugend des TVB, wechselte 2007 nach Lemgo, wo er sehr erfolgreiche Jahre erlebte und auch Nationalspieler wurde. Seit dieser Saison trägt er nun das Trikot des TuS N-Lübbecke. Nach Ostwestfalen verschlug es mit Benjamin Herth auch noch einen weiteren Schwaben, der früher das Team des HBW Balingen-Weilstetten verstärkte. Insgesamt sechs Neuzugänge musste der Nettelstedter Coach vor der Saison integrieren. Acht Akteure verließen den Verein vor der Runde.

Die WILD BOYS müssen sich am Samstag voll ins Zeug legen, geschenkt wird dem Team von Trainer Thomas König sicherlich nichts. „Mit unseren tollen Zuschauern im Rücken können wir das schaffen“, gibt sich TVB 1898 Stuttgart Geschäftsführer Jürgen Schweikardt optimistisch. Und die Mannschaft muss wie bereits im Hexenkessel der Werner-Aßmann-Halle in Eisenach am Samstag wieder an ihre Grenzen gehen. Das gilt besonders für Djibril M’Bengue, der nach der Verletzung von Lars Friedrich als Linkshänder auf der halblinken Angriffsseite das Vertrauen von Geschäftsführer und Trainer genießt und dieses auch mit seinen sechs Treffern in Thüringen rechtfertigte. Bei einem Sieg winkt dem TVB 1898 Stuttgart nun ein Nicht-Abstiegsplatz in der DKB Handball Bundesliga. „Da weiß jeder Akteur, um was es geht. Da muss ich keinen Spieler mehr zusätzlich motivieren“, macht WILD BOYS Coach Thomas König vor der Begegnung deutlich.

Quelle: Joachim Gröser, TVB