Der TVB unterliegt dem SCM

Der TVB 1898 Stuttgart muss weiter auf seinen zweiten Sieg in der 1. Handball-Bundesliga warten. Vor 4619 Zuschauern in der Porsche-Arena hat sich der TVB dem SC Magdeburg mit 30:33 (14:15) geschlagen geben müssen.

Wie in vielen Spielen zuvor, hielt der Aufsteiger gut mit. Er stand sich jedoch mit zu vielen leichten Fehlern wieder einmal selbst im Weg. Die Voraussetzungen, dem Favoriten auf den Zahn zu fühlen, waren zunächst einmal nicht besonders gut. Martin Kienzle saß erkältet auf der Tribüne, der zweite Torhüter Sebastian Arnold war ebenfalls erkrankt. Als Backup für Yunus Özmusul stand damit der A-Jugend-Keeper Yannick Hölzl im Kader. Noch schwerer jedoch wog der Ausfall von Lars Friedrich, der wegen einer Schambeinentzündung passen musste. Damit war Djibril M’Bengue im rechten Rückraum der Alleinunterhalter. Froh war der TVB, dass wenigstens Tobias Schimmelbauer wieder dabei war – von den ersten sechs Minuten jedoch verbrachte der abwehrstarke Linksaußen vier auf der Strafbank. Die nicht immer souveränen Schiedsrichter Matthias Brauer und Kay Holm griffen bei den ersten beiden Aktionen gleich hart durch. Michael Spatz scheiterte mit seinem ersten Siebenmeter am Magdeburger Torhüter Jannick Green, und beim 0:3 nach sechs Minuten war der Fehlstart des TVB perfekt. Das Heimteam kämpfte sich jedoch ins Spiel.

Der gute Kasper Kisum, Dominik Weiß und M’Bengue sorgten jeweils für den Anschluss (2:5/5:6/6:7). Der Ball lief ordentlich durch die Reihen, das Problem des Neulings lag eher in der Defensive: Das Zusammenspiel von Özmusul und seiner Abwehr funktionierte nur bedingt, allen voran Michael Damgaard nutzte seine Freiheiten. Gegen den flinken dänischen Nationalspieler war die Abwehrreihe des TVB oft zu spät dran. Der Schlagwurf zum 9:7 aus Magdeburger Sicht war bereits Damgaards fünfter Treffer. Trotzdem blieb der TVB im Spiel, glich durch zwei Treffer von M’Bengue beim 9:9 (20.) erstmals aus. Nach dem 12:12 (25.) leistete sich der Aufsteiger jedoch eine kleine Schwächephase, der National-Linksaußen Matthias Musche brachte Magdeburg mit 14:12 in Führung. Mit dem knappen 15:14-Vorteil ging Magdeburg in die Halbzeit. Wie schon zuletzt gegen Göppingen, geriet das Team von Trainer Thomas König kurz nach Wiederanpfiff klarer ins Hintertreffen. Magdeburg spielte seine Angriffe sauber zu Ende und erspähte immer wieder die Lücken in der Bittenfelder Deckung. Robert Weber legte zum 20:16 (38.) nach. Nach der anschließenden Auszeit kümmerte sich Michael Schweikardt per Sonderbewachung um Damgaard. Mit Erfolg zwar zunächst, der TVB verkürzte durch Spatz auf 19:21 (41.). Technische Fehler und Fehlabspiele verhinderten aber den Anschluss. Über die zweite Welle sorgte Michael Haaß beim 26:22 (47.) wieder für etwas Ruhe aus Magdeburger Sicht. Schwaches Überzahlspiel Für eine Vorentscheidung freilich war es noch viel zu früh. Der TVB scheiterte zwar gleich mehrfach am nun im Tor stehenden starken Dario Quenstedt.

Nach Tobias Schimmelbauers Treffer zum 24:26 und der gleichzeitigen Zeitstrafe gegen den Magdeburger Abwehrchef Fabian von Olphen hatte Bittenfeld die große Chance auf den Anschluss. Die jedoch vergab der TVB kläglich, kassierte das 24:27 durch Marko Bezjak und eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Schweikardt. Beim 27:30 (55.) verdaddelten die Bittenfelder in Überzahl den Ball, Robert Weber traf per Konter zum 27:31. Fünf Minuten vor dem Ende war dies im Grunde die Entscheidung – und doch bot sich dem TVB unverhofft noch eine Mini-Chance, vielleicht noch einen Punkt zu retten. Quenstedt erwies sich als Spielverderber, verhinderte den 30:31-Anschluss mit einer Parade gegen M’Bengue. Michael Damgaard – wer sonst – machte mit dem 32:29 eine halbe Minute vor dem Ende alles klar. Der finale Treffer von Musche zum 33:30-Sieg der Magdeburger war ohne Bedeutung. Mit den Bonuspunkten für den TVB 1898 Stuttgart wurde es also nichts. Nun gilt die volle Konzentration dem Aufsteigerduell in Eisenach, in dem für beide Teams einiges auf dem Spiel steht.

TVB 1898 Stuttgart: Özmusul, Hölzl; Schimmelbauer (2), Schöbinger, Weiß (4), Schweikardt (3/1), Kisum (6), M’Bengue (7), Coric, Baumgarten (1), Seiz, Kretschmer, Esteki, Spatz (7/5).

SC Magdeburg: Green, Quenstedt; Musa, Musche (6), van Olphen, Natek (6), Bagerstadt (1), Haaß (4), Bezjak (2), Weber (5/1), Saul, Sohmann, Damgaard (9).

 

Quelle: Thomas Wagner, ZVW