Ziel: Neun Punkte nach der Hinrunde

Der TVB 1898 Stuttgart hat als Vorletzter mit drei Punkten lediglich einen Zähler Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze, allerdings auch ein Spiel mehr als die Konkurrenz absolviert. „Unser Ziel ist es, in der Hinrunde noch drei Spiele zu gewinnen“, sagt der Trainer Thomas König vor dem Spiel am Sonntag in der Porsche-Arena gegen den Vorjahresvierten SC Magdeburg.

Außer gegen den THW Kiel hat der TVB 1898 Stuttgart gegen sämtliche Mannschaften bereits gespielt, die von Rang eins bis acht platziert sind – und verloren. Dass gegen die Top-Teams der Liga für den Aufsteiger nicht unbedingt etwas zu holen sein wird, war von vorneherein klar. Allen voran gegen Wetzlar, Hamburg und in Lemgo wäre mehr drin gewesen für den Außenseiter, es fehlte jedoch durchweg die Konstanz über 60 Minuten. Und – auch wenig überraschend – hin und wieder die Cleverness.

So steht die Mannschaft von Trainer Thomas König nach knapp einem Drittel der Saison auf dem vorletzten Tabellenplatz. Noch indes ist die Situation nicht aussichtslos, die Konkurrenz ist nicht enteilt. Und der TVB hat in den sieben noch ausstehenden Spielen der Vorrunde die Chance, Boden gutzumachen. Zumindest theoretisch sind die Aussichten so schlecht nicht, sind doch fünf der sieben Gegner von Rang zwölf abwärts angesiedelt.

„Wenn wir am Ende der Hinrunde neun Punkte gesammelt hätten, könnten wir damit leben“, sagt der TVB-Trainer Thomas König. Die besten Möglichkeiten auf die drei dazu notwendigen Siege hat sein Team in den Partien beim Mitaufsteiger Eisenach, gegen den Tabellenletzten Nettelstedt-Lübbecke, beim Vierzehnten Bergischer HC und im württembergischen Derby beim HBW Balingen-Weilstetten. Der eine oder andere nicht eingerechnete Erfolg würde den Druck von der Mannschaft nehmen. Sollte am Sonntag gegen Magdeburg die Überraschung gelingen, ginge es dem TVB in der so wichtigen folgenden Partie in Eisenach sicherlich leichter von der Hand.

König ist zunächst einmal froh, dass nach etlichen strapaziösen Wochen nun der normale Wochenrhythmus einkehrt. „Die Mannschaft hat sich regeneriert und geht die nächsten Aufgaben mit neuem Mut an“, sagt König. Es bleibe nun mehr Zeit, sich gezielt auf die Gegner vorzubereiten und in Kleingruppen zu arbeiten.

Die Magdeburger waren in der vergangenen Saison als Vierter eine der Überraschungsmannschaften. Diesen Platz möchte das Team von Trainer Geir Sveinsson bestätigen. Bisher jedoch läuft’s noch nicht richtig rund beim zehnfachen DDR-Meister. Mit 9:9 Punkten steckt er im Niemandsland der Tabelle fest, musste sich unter anderen dem Aufsteiger Leipzig mit 25:26 geschlagen geben. Die Magdeburger zeigten zwar immer wieder, was in ihnen steckt, so unterlagen sie dem verlustpunktfreien Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen unglücklich mit 23:24. Zuletzt hatte der TVB-Gegner die Berliner im Griff – allerdings nur 49 Minuten. 21:13 führte der SCM – und gab in den letzten zehn Minuten beim 24:24 doch noch einen Punkt ab. „Das hat keiner kapiert, wie das so laufen konnte“, sagt König. Für den TVB-Coach gehört der SCM nicht ins Mittelfeld, sondern ins vordere Drittel. Dort wären die Magdeburger auch, hätten sie bei den beiden knappen Niederlagen das bessere Ende für sich gehabt. So ist die Stimmung beim TVB-Gegner etwas angespannt, eine Niederlage in der Porsche-Arena verschärfte die Lage noch. „Natürlich kommt Magdeburg nach Stuttgart, um dort zu gewinnen“, sagt König.

Der Coach glaubt an die Chance, dem Favoriten ein Bein zu stellen. Schließlich sei dies auch dem Mitaufsteiger Leipzig gelungen. Der Blick auf den Kader zeigt die Qualität der Magdeburger, die sich gegenüber der vergangenen Saison noch verstärkt haben: Problemzone war der linke Rückraum, dort spielte der niederländische Nationalspieler Fabian van Olphen quasi den Alleinunterhalter. Mit dem dänischen Internationalen Michael Damgaard und dem deutschen Nationalspieler Finn Lemke holte sich der SCM hochkarätige Unterstützung.

Mit Bartosz Jurecki verlor Magdeburg zwar einen wertvollen Kreisspieler, doch auf dieser Position ist es mit Zeljko Musa und Jacob Bagersted nicht nur spielerisch, sondern auch körperlich sehr gut aufgestellt. Die Spielmacher-Position teilen sich der Ex-Göppinger Michael Haaß und Marko Bezjak. Sehr gefährlich ist das Außenduo Robert Weber/Matthias Musche. Der österreichische Nationalspieler Weber war in der vergangenen Saison der Torschützenkönig der Liga, das Talent Musche hat schon 17-mal das deutsche Nationaltrikot getragen. Selbstverständlich hat der SCM auch im rechten Rückraum mit dem Slowenen Jure Natek einen Nationalspieler.

Von den Namen her kann der TVB also nicht mithalten, er muss wiederum übers Kollektiv punkten. Personell sieht es besser aus: Die Außenspieler Tobias Schimmelbauer und Finn Kretschmer sind wieder gesund. Es fehlen noch der Torhüter Dragan Jerkovic und Spielmacher Alexander Heib. Jerkovic könnte in zwei Wochen wieder ins Mannschaftstraining eingreifen. Bei Heib hofft König auf ein Comeback im Dezember. Immerhin fünf Spiele stehen diesen Monat an.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW