Frühschicht für Helfer

Spiele in der Porsche-Arena sind für den TVB stets logistische Herausforderungen. Die Vorbereitungen für die Partie am Sonntag gegen den SC Magdeburg gestalten sich besonders schwierig.

Rund 50 Helfer, davon etwa 30 Ehrenamtliche, sind bei den Spielen des TVB in der Scharrena und Porsche-Arena regelmäßig im Einsatz. „Vieles hat sich mittlerweile eingespielt in all den Jahren, etliche Abläufe sind optimiert“, sagt Sven Heib. Beim Technischen Leiter des TVB laufen in der Vorbereitung auf die Spiele die Fäden zusammen. Wobei sich die Aufgaben angehäuft haben, „alleine ist das nicht mehr zu schaffen“. Zumal es immer wieder neue Hürden gibt. So muss sich der TVB nach dem Aufstieg, wie alle Erstligisten, an bestimmte Regeln der Handball-Bundesliga (HBL) halten. Unter anderem muss ein separater Raum für die Pressekonferenzen zur Verfügung gestellt werden, der ausschließlich den Medienvertretern vorbehalten ist. Exakt vorgeschrieben beispielsweise ist auch die Platzierung der Bodenwerbung – in einem bestimmten Winkel, damit die Fernsehkameras sie bei ihren Schwenks optimal erfassen können.

Ein bisschen nervös waren Heib und sein Helferteam vor dem Derby gegen Göppingen, dem ersten Erstligaspiel in der Porsche-Arena. Alles ging glatt, obgleich ein Spiel unter der Woche von den Ehrenamtlichen besonders großen Einsatz verlangt. Einige müssen einen Tag Urlaub opfern, getrödelt werden darf beim Aufbau jedenfalls nicht. Zumal etliche Utensilien, die in der Scharrena gelagert sind, in die Porsche-Arena transportiert werden müssen. Etwas Erleichterung verschafft haben sich die Bittenfelder, indem sie die Banden- und Bodenwerbung doppelt produzieren ließen.

Am Sonntag steht das Team vor seiner wohl größten Herausforderung. Es kommen einige Dinge zusammen, die den Arbeitsablauf erschweren. So gibt’s nach längerer Zeit wieder ein Vorspiel. Kurz nachdem der TVB den Frauen des VfL Waiblingen den Zuschlag gegeben hatten, wurde die Fußball-Bundesligapartie des VfB Stuttgart gegen den FC Ingolstadt auf Sonntag um 17.30 Uhr angesetzt. Um die Lage in Cannstatt zu entzerren, verlegte der TVB sein Spiel von 17.15 auf 15 Uhr nach vorne – mit der logischen Konsequenz, dass das Vorspiel um 12.15 Uhr angepfiffen wird.

Die Porsche-Arena muss um 11.45 Uhr geöffnet werden, um 11 Uhr sollte das Spielfeld für die Mannschaften verfügbar sein. Das wäre noch leicht zu schaffen – wenn das Helferteam wie üblich tags zuvor bereits Hand anlegen könnte. Diesmal indes funktioniert das nicht: Am Samstagabend steigt ein Konzert an Ort und Stelle, in der Nacht muss die Tribüne abgebaut werden. Das bedeutet, für Sven Heib und einige seiner Helfer wird der Arbeitstag am Sonntag um 5 Uhr in der Früh beginnen. Dann darf nicht mehr viel schief laufen. Vier bis fünf Stunden dauert’s, bis der Boden verlegt und die Werbung aufgeklebt ist.

Die frühe Anwurfzeit um 15 Uhr hat für die Schaffer auch einen Vorteil: Sie kommen zu einer halbwegs zivilisierten Zeit nach Hause – nach einem 14-Stunden-Tag.

Quelle: Thomas Wagner, ZVW