TVB erwartet nächsten Top-Club

Nach Frisch Auf Göppingen gastiert am Sonntag mit dem SC Magdeburg der nächste Traditionsverein der DKB Handball Bundesliga in der Stuttgarter Porsche Arena. Die „Gladiators“ aus Sachsen-Anhalt waren unter anderem 2002 der erste deutsche Champions League Sieger.

Bei der Niederlage im württembergischen Derby gegen Frisch Auf Göppingen war ein Kräfteverschleiß bei den WILD BOYS unübersehbar. Es war das sechste Spiel innerhalb von nur 18 Tagen. Da freute sich TVB 1898 Stuttgart Trainer König schon auf eine gezielte Vorbereitung auf die Partie gegen den SC Magdeburg. „In den letzten drei Wochen konnte man nur von Spiel zu Spiel denken, jetzt haben wir auch einmal Zeit, wieder etwas einzustudieren“, so Thomas König.

Das ist auch sehr wichtig, denn mit dem SC Magdeburg kommt am Sonntag kein Leichtgewicht in die Porsche Arena. Das Team weist derzeit zwar ein ausgeglichenes Punktekonto auf, hat aber auch einige beachtliche Resultate erreicht. Spitzenreiter Rhein-Neckar-Löwen etwa gewann mit der einzigen Führung während der gesamten Partie mit 24:23 an der Elbe. Relativ klare Erfolge feierten die „Gladiators“ dagegen gegen den HSV Hamburg und den Bergischen HC. Aber es gab auch einige unverhoffte Niederlagen für die Gäste, wobei die Niederlage bei Aufsteiger Leipzig sicherlich sehr überraschend kam. Und genau auf diese Unbeständigkeit der Magdeburger stützt sich WILD BOYS Coach Thomas König: „Wenn wir einen guten Tag erwischen, können wir auch einmal den SC Magdeburg schlagen.“ Seine Mannschaft kämpft und zieht im Training sehr gut mit. „Dafür wollen wir uns auch einmal mit einem Erfolg über einen Favoriten belohnen“, stellt Thomas König fest.

In Magdeburg hat man sich sicherlich auch mehr erhofft als die 9:9 Punkte zu Beginn der Runde. „Zielvorstellung kann nur eine Bestätigung der Leistungen des Vorjahres sein“, macht Magdeburgs Manager Marc Schmedt deutlich. Er sieht seine Mannschaft auf einer Ebene mit Frisch Auf Göppingen, MT Melsungen und den Berliner Füchsen. Nur drei Neuzugänge musste Trainer Geir Sveinsson in der Sommerpause integrieren. Dies legt den Schluss nahe, dass die Gäste am Sonntag mit einer hervorragend eingespielten Truppe nach Stuttgart kommen. Und das ist auch noch Robert Weber, der Torschützenkönig der letzten Saison.

Aber die Bördestädter haben auch eine sehr ruhmreiche Vergangenheit. Sie gewannen jeweils dreimal den Europapokal der Landesmeister, den EHF-Pokal und den europäischen Supercup. Insgesamt wurden die Magdeburger zehnmal Meister in der ehemaligen DDR und einmal (2001) gesamtdeutscher Meister. Eine riesige Handballtradition an der Elbe also. Aber auch im Jugendhandball haben die Elbestädter einen hervorragenden Ruf. Mit seinem Handballinternat leistet der SC Magdeburg hier ganz hervorragende Nachwuchsarbeit.

Vor diesen großen Erfolgen der Gäste dürfen sich die WILD BOYS am Sonntag auf gar keinen Fall beeinflussen lassen. Der Liga-Alltag sieht bei den Magdeburgern freilich anders aus. Die größte Überraschung schaffte in diesem Zusammenhang übrigens Mitaufsteiger SC DHfK Leipzig, der die Magdeburger knapp aber verdient mit 26:25 bezwang. Daran muss sich der TVB 1898 Stuttgart am Sonntag orientieren. Denn das zeigt, dass der Wille Berge versetzen kann. Und mit der Stimmung in der Porsche Arena kann auch der SC Magdeburg geärgert werden. „Wenn wir lange genug mithalten und auch das Spiel offen gestalten, können wir vielleicht auch gegen den großen Favoriten von der Elbe gewinnen“, stellt Trainer Thomas König fest. Zusätzliche Motivation für das Team vom TVB 1898 Stuttgart: Nach dem Balinger Sieg beim Bergischen HC können die WILD BOYS bei einem Sieg gegen den SC Magdeburg die Abstiegsränge verlassen.

Quelle: Joachim Gröser, TVB