Flensburg überrennt den TVB

Ein gutes Stück entfernt gewesen von der Sensation sind die Erstliga-Handballer des TVB 1898 Stuttgart gestern bei der SG Flensburg-Handewitt. Nach ordentlichen ersten 30 Minuten und einem Vier-Tore-Rückstand verließen den Aufsteiger nach der Pause die Kräfte. Der Titelkandidat war nicht mehr aufzuhalten, am Ende stand die deutliche 19:34-Niederlage für den TVB.

Besser präsentieren als beim 20:31 bei den Rhein-Neckar Löwen wollte sich der TVB beim nächsten Titelkandidaten. Das ist dem Aufsteiger auch ganz gut gelungen – zunächst. Nach neuneinhalb Minuten führte der Favorit lediglich mit 5:4, nützte dann aber die erste Zeitstrafe gegen Tobias Schimmelbauer eiskalt aus und zog, mit dem starken Rückhalt Matthias Andersson im Tor, auf 9:4 davon (16.).

Mit einer Auszeit versuchte der TVB-Trainer Thomas König den Flensburgern den Schwung zu nehmen. Es dauerte vier Minuten, bis der Neuling in die Spur kam und seine beste Phase im Spiel hatte. Die Abwehr machte der SG das Leben schwer, das Team von Trainer Ljubomir Vranjes blieb sechs Minuten ohne Treffer. Vom 7:12 (19.) kämpften sich die Bittenfelder zwei Minuten vor der Pause auf 11:13 her. Zwei unnötige Gegentreffer zum 11:15 verhinderten eine bessere Ausgangsposition für den zweiten Spielabschnitt.

Die Hoffnung, den Flensburgern noch eine Weile im Nacken zu sitzen, war dennoch da. Allerdings lediglich acht Minuten. Die Gäste agierten unglücklich im Abschluss und rannten gleich reihenweise in Konter. Vor allem der achtfache Torschütze Lasse Svan hatte dabei seinen Spaß. Vom 15:12 zog das Heimteam bis zur 38. Minuten auf 20:13 davon. Damit war die Vorentscheidung gefallen.

Beim TVB fehlten weiterhin die Präzision und Durchschlagskraft im Abschluss, wobei die Deckung der Flensburger auch schwer zu überwinden war. Und dahinter hatte sie mit Andersson einen Weltklassekeeper, der allerdings bei den Würfen des TVB meist leichtes Spiel hatte. Auf der anderen Seite hielt Yunus Özmusul, was zu halten war. Zu häufig indes tauchten die treffsicheren Flensburger relativ unbedrängt vor ihm auf. Die Schlussviertelstunde wurde zum Schaulaufen für die SG Flensburg-Handewitt, die nur noch auf wenig Widerstand ihrer Gäste stieß. Nach dem 23:17 legte das Vranjes-Team einen 7:0-Lauf zum 30:17 hin (55.), die Niederlage des TVB nahm unangenehme Formen an.

Am Ende, beim 34:19, dürften die Gäste die Schlusssirene herbeigesehnt haben. Wenig begeisternd war die Vorstellung in den zweiten 30 Minuten. Mit Punkten in Flensburg war kaum zu rechnen angesichts der individuellen Klasse des Gegners. Ohne unbändigen Kampfgeist über 60 Minuten wird aber gegen kein Team der Liga etwas zu holen sein. Schon am Sonntag (17.15 Uhr) im Heimspiel gegen Gummersbach muss der TVB anders auftreten.

SG Flensburg-Handewitt: Andersson, Möller; Karlsson, Eggert (3/2), Glandorf (2), Mogensen, Svan (8), Wanne (2), Djordjic (2), Jakobsson (5), Toft Hansen (3), Gottfridsson (4), Lauge (3), Mahé (2/1).

TVB 1898 Stuttgart: Özmusul, Arnold; Schimmelbauer (2), Schöbinger, Kienzle, Weiß (1), Schweikardt (4/1), Friedrich (3), Kisum (3), M’Bengue (2), Coric (1), Kretschmer, Spatz (3/3).

Quelle: Thomas Wagner, ZVW