Königs Ärger über verpasste Chance

Zwei magere Pünktchen nach sieben Spielen hat der TVB 1898 Stuttgart in der 1. Handball-Bundesliga gesammelt und steht damit auf einem Abstiegsplatz. Nach etlichen guten und mutmachenden Auftritten gegen Top-Teams blieb der Aufsteiger auch gegen den TBV Lemgo ohne Erfolgserlebnis. „Das ist ärgerlich“, sagt der Trainer Thomas König. „Es wäre ein Big Point gewesen.“

Etwas mehr als 3500 Fans feierten ihre Mannschaft, den TBV Lemgo, am Samstag in der Lipperlandhalle nach dem 29:26-Sieg gegen den TVB 1898 Stuttgart. „Die Halle hat uns getragen, wenn es kritisch wurde“, sagte Florian Kehrmann, Trainer des TBV Lemgo, bei der Pressekonferenz nach dem Spiel – und schränkte gleich ein. „Ich hätte mir schon ein paar Zuschauer mehr gewünscht.“ Schließlich brauche seine Mannschaft in einer schwierigen Saison jegliche Unterstützung.

Die braucht auch der TVB 1898 Stuttgart. Mehr denn je sogar. Während sich die Lemgoer mit 5:9 Punkten einen kleinen Puffer verschafft haben, steckt der Neuling mit 2:12 Punkten auf dem zweitletzten Platz fest. Und die Aussichten, dass sich an diesem Zustand demnächst etwas ändern könnte, sind nicht eben berauschend: Am Mittwoch geht’s zum Titelanwärter SG Flensburg-Handewitt, am Sonntag kommt der VfL Gummersbach in die Scharrena, drei Tage später der Tabellendritte FA Göppingen in die Porsche-Arena.

Entsprechend getrübt ist die Stimmung beim Bittenfelder Trainer. „Mit einem Sieg hätten wir Lemgo in der Tabelle hinter uns gelassen“, sagt Thomas König. „Aber wir haben einfach zu schlecht gespielt.“ Die Leistungsschwankungen der Spieler seien derzeit durch die Bank zu groß. Zu allem Übel fehlte mit Simon Baumgarten in Lemgo ausgerechnet der Spieler mit der stabilsten Form im Angriff. Das nahezu blinde Verständnis zwischen dem Kreisläufer und dem Bittenfelder Spielmacher Michael Schweikardt war zuletzt eines der stärksten Elemente im Spiel des Aufsteigers.

Geärgert hat sich König in Lemgo nicht nur über die nach wie vor viel zu hohe Fehlerquote seiner Spieler, sondern auch über manche für ihn nicht nachvollziehbare Entscheidung der Schiedsrichter Fabian und Christian vom Dorff. Besonders eine kuriose Szene kurz vor der Pause erzürnte den Coach: Bei der 13:12-Führung des TVB ließen die Unparteiischen einen Siebenmeter, den Yunus Özumusul gehalten hatte, wiederholen – und stellten den türkischen Nationaltorhüter für zwei Minuten vom Platz. „Yunus hat die Arme über dem Kopf zusammengeschlagen“, sagt König. „Wenn das schon für eine Zeitstrafe reicht …“

Statt mit der möglichen Zwei-Tore-Führung ging der TVB mit einem Remis und in Unterzahl in die Pause. Seinem Torhüter macht König keinen Vorwurf, die eine oder andere Zeitstrafe indes sei völlig unnötig gewesen. „Da müssen wir uns einfach cleverer anstellen.“ Es fehlt die Balance, das richtige Gefühl für die Situation. „Teilweise sind wir auch noch zu brav.“

Quelle: Thomas Wagner, ZVW