Nichts Neues beim TVB: Fehlerquote ist zu hoch

Der TVB 1898 Stuttgart hat die Chance verpasst, an einem Abstiegskonkurrenten vorbeizuziehen: Vor 3556 Zuschauern in der Lipperlandhalle unterlag der Aufsteiger dem TBV Lemgo mit 26:29 (13:13) und ist auf den vorletzten Platz der 1. Handball-Bundesliga zurückgefallen. Der TVB hielt wieder einmal gut mit, die hohe Fehlerquote verhinderte den zweiten Saisonsieg.

Ausgerechnet einer der konstantesten Spieler in der noch recht jungen Saison fehlte den Bittenfeldern in diesem so wichtigen Spiel gegen einen – wahrscheinlichen – Abstiegskonkurrenten: Magen-Darm-Probleme hatten Simon Baumgarten außer Betrieb gesetzt. Die Rolle des Kreisläufers teilten sich Teo Coric und Florian Schöbinger, der zu seinem ersten Einsatz nach sechsmonatiger Verletzungspause kam.

Dass für beide Mannschaften sehr viel auf dem Spiel stand, war sofort zu spüren: Die Nervosität war unverkennbar, zudem ging es phasenweise rustikal zur Sache. Dabei hatten die Schiedsrichter Fabian und Christian vom Dorff Müh’ und Not und wirkten nicht immer ganz souverän.

Die Fans in der Lipperlandhalle sahen zunächst eine ausgeglichene Partie, der Aufsteiger kam ordentlich in die Partie. 3:3 stand’s nach sechs Minuten. Dann mussten die Bittenfelder ein wenig abreißen lassen (6:9/7:9 in der 18. Minute), obwohl der Torhüter Yunus Özmusul einige klasse Paraden zeigte.

Der TVB kämpfte sich aber wieder heran und holte sich mit vier Treffern in Folge beim 11:10 (23.) die erste Führung seit dem 1:0. In Überzahl hätte sich den Gästen die Chance geboten, den Vorsprung auszubauen. Allerdings musste kurz nach dem Lemgoer Erwin Feuchtmann auch Dominik Weiß für zwei Minuten auf die Strafbank. So holte sich das Heimteam beim 12:11 die Führung zurück (26.).

Ein Doppelschlag durch Weiß und Tobias Schimmelbauer drehte die Partie beim 13:12 zugunsten des Neulings, der in den letzten drei Minuten vor der Pause eine gute Ausgangsposition für die zweiten 30 Minuten unnötig verspielte. Zunächst scheiterte Michael Spatz mit einem Siebenmeter an TBV-Keeper Jonas Maier. Dann bekam Djibril M’Bengue eine Zeitstrafe aufgebrummt und kurioserweise kurz darauf auch Özmusul. Tim Hornke war per Strafwurf gescheitert, doch die Schiedsrichter ließen wiederholen, weil Michael Schweikardt zu früh in den Kreis gelaufen war. Özmusul hatte sich darüber offensichtlich zu lautstark beschwert. Der zweite Versuch saß zum 13:13-Halbzeitstand.

In Unterzahl mussten die Gäste den zweiten Abschnitt beginnen und kamen schlecht in Tritt. Das 14:14 durch Kasper Kisum sollte der letzte Ausgleich sein in diesem Spiel. Mit drei Treffern hintereinander zog Lemgo zum 17:14 davon (36.), beim 18:15 nahm der TVB-Trainer Thomas König eine Auszeit. Seine Team kassiert nun zu viele einfache Treffer, vor allem Arne Niemeyer und der für den verletzten Ex-Nationalspieler Rolf Hermann aufgebotene Max Höning nutzten die Lücken in der Bittenfelder Deckung. Beim 21:17 (45.) hatte Lemgo gar vier Tore vorgelegt. 
Der TVB gab sich noch nicht geschlagen, kämpfte sich zehn Minuten vor dem Ende auf 22:24 heran. Nach dem 22:25 aus Sicht der Gäste scheiterte Spatz in Überzahl an Nils Dresrüsse, der gute Lemgoer Spielmacher Andrej Kogut legte zum 26:22 nach. Noch einmal, beim 27:24 für Lemgo, hatten die Bittenfelder die Gelegenheit, näher heranzurücken.

Indes: Sie leisteten sich einen technischen Fehler und kassierten das 28:24 (57.). Nachdem Spatz einen Strafwurf an den Pfosten gesetzt hatte, war die Begegnung zugunsten des TBV Lemgo entschieden. Die Treffer von Michael Schweikardt und Kasper Kisum kamen zu spät, Lemgo schaukelte das Spiel souverän zum 29:26 nach Hause.

TBV Lemgo: Dresrüsse Maier; Mansson (5), Feuchtmann, Kogut (5), Ebner, Hornke (7/4), Rydergard, Stenbäcken, Skroblien, Arne Niemeyer (5), Höning (4), Zieker (3), Marcel Niemeyer.

TVB 1898 Stuttgart: Özmusul, Arnold; Schimmelbauer (3), Schöbinger, Kienzle, Weiß (5), Schweikardt (3), Friedrich (2), Kisum (5), M’Bengue (1), Coric (2), Kretschmer, Esteki, Spatz (5/2).