Am Samstag geht es nach Lemgo

Am Samstag steht den WILD BOYS erneut ein Auswärtsspiel bevor. Dann geht es zum TBV Lemgo, der sich zurzeit auf dem 14. Tabellenplatz befindet.

In der Mannheimer SAP-Arena gab es erwartungsgemäß für die Mannschaft des TVB 1898 Stuttgart gegen die Rhein-Neckar-Löwen nichts zu holen. 31:20 lautete das Endergebnis. Bereits zur Halbzeit war beim 19:8 die Vorentscheidung gefallen. „Dieses Spiel muss man abhaken“, räumte WILD BOYS Coach Thomas König ein. Die Gastgeber zogen nach einem 9:5 in der 15. Minute über 14:7 unaufhaltsam davon. „Die Klasse der Rhein-Neckar-Löwen war entscheidend“, stellte Thomas König fest, wenngleich sein Team im zweiten Durchgang wesentlich besser mithielt. „Darauf können wir aufbauen“, macht der Trainer seiner Mannschaft Mut.

„Der Fokus liegt jetzt auf Lemgo“, stellt der TVB 1898 Stuttgart Coach fest, dass er sich nicht lange mit der Niederlage in Mannheim aufhalten will. Das dritte Auswärtsspiel innerhalb einer Woche steht am Samstagabend in Ostwestfalen an. Für den TBV Lemgo hat mit drei Punkten aus sechs Spielen die Runde auch nicht optimal begonnen. Der einzige Sieg bisher für das Team von Trainer Florian Kehrmann fiel mit 30:28 gegen den HBW Balingen-Weilstetten knapp aus. Doch auf eventuelle Probleme hatte man sich im Lipperland bereits vor der Saison eingestellt. Im Sommer wechselten insgesamt neun Akteure zu neuen Vereinen. Diesem Aderlass stehen acht Neuzugänge entgegen. Bei diesem Umbruch im Kader eine eingespielte Mannschaft zu formen, stellt sicherlich eine riesige Herausforderung für den ehemaligen Nationalmannschaftsrechtsaußen Kehrmann dar. Die Prognose der HANDBALLWOCHE: Das Ziel kann nur der Klassenerhalt sein.

Aber Lemgo hat auch schon deutlich bessere Zeiten erlebt, war 1997 und 2003 Deutscher Meister und mehrfach Pokalsieger. 1996 waren die Ostwestfalen Europapokalsieger der Pokalsieger, 2006 und 2010 EHF-Pokalsieger. Ein sehr erfolgreicher Verein also. Wegen seiner vielen deutschen Nationalspieler – Markus Baur, Florian Kehrmann, Christian Schwarzer, Daniel Stefan und Volker Zerbe – wurde der TBV Lemgo Anfang des neuen Jahrtausends auch „TBV Deutschland“ genannt. Doch diese Ära ist vorbei. In Lemgo backt man nun kleinere Brötchen. Letzte Runde taumelte die Mannschaft mit 6:28 Zählern nach Abschluss der Vorrunde am Abgrund, doch Florian Kehrmann und ein enthusiastisch mitgehendes Publikum schafften doch noch mit 21:17 Zählern die Wende und brachten den fast nicht mehr möglich gehaltenen Kassenerhalt doch noch in trockene Tücher.

Aber gerade am Zuschauerzuspruch hapert es zu Beginn dieser Runde etwas im Lipperland. Aus diesem Grund hat Trainer Florian Kehrmann einen Aufruf an die Anhänger gestartet, die Mannschaft nicht nur in kritischen Phasen lautstark anzufeuern, sondern auch zu Beginn der Runde. „Wir benötigen auch jetzt die Unterstützung des Publikums, wenn es darum geht, gut in eine Runde zu starten“, so der Linkshänder. Wie viele Zuschauer nun am Samstag zum Heimspiel gegen die WILD BOYS in die Lipperlandhalle kommen, schwer zu sagen. Dem TVB 1898 Stuttgart käme sicherlich eine nicht ganz ausverkaufte und weniger stimmungsvolle Halle entgegen.

Quelle: Joachim Gröser, TVB