Schöbingers Kindheitstraum geht in Erfüllung

Nach sechs Monaten Pause rückt das Comebach näher.

Herr Schöbinger, über 8000 Fans sahen die Partie zwischen den Füchsen Berlin und dem TVB am Sonntag in der Max-Schmeling-Halle. Hat’s da gekribbelt, auch wenn Sie nicht selbst auf dem Feld standen?

Die Atmosphäre in Berlin war schon sehr beeindruckend. Es war das erste Heimspiel der Füchse nach dem Gewinn der Vereinsweltmeisterschaft, entsprechend war die Stimmung sehr euphorisch. Da bekam ich schon etwas Gänsehaut.

Seit ein paar Wochen machen Sie das Aufwärmprogramm vor den Spielen schon mit. Wann werden Sie bereit sein fürs Comeback?

Das Aufwärmen vor dem Spiel ist Teil meines Reha-Programms. Nach einer so langen Verletzungspause ist es wichtig, sich behutsam an die Belastungen in der Halle heranzutasten und wieder ein Gefühl für den Ball zu bekommen. Der Plan sieht aktuell so aus, dass ich beim Spiel in Lemgo das erste Mal im Aufgebot sein könnte.

Ihr letztes Spiel machten Sie am 3. April bei der 27:32-Niederlage in Hildesheim. Wie groß ist die Nervosität nach einem knappen halben Jahr verletzungsbedingter Auszeit?

Von Nervosität kann nicht die Rede sein. Nach sechs Monaten Pause überwiegt eindeutig die Vorfreude, endlich wieder aktiv ins Geschehen eingreifen zu können.

Spielt es da eine Rolle, dass es ihr erstes Spiel in der 1. Liga sein wird?

Mit dem Aufstieg in die 1. Liga ging ein Kindheitstraum in Erfüllung und es verstärkt natürlich das Gefühl der Vorfreude, diesen Traum jetzt endlich aktiv zu leben. Auch klar ist, dass es das Comeback jedoch nicht einfacher macht. Schließlich muss ich nun ein höheres Niveau als vor der Verletzung erreichen. Das wird mit Sicherheit noch etwas Geduld erfordern. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich der Mannschaft schon in absehbarer Zeit helfen kann.

An den ersten sechs Spieltagen gab es jede Menge überraschende Resultate. Glauben Sie, dass die erste Bundesliga in dieser Saison ausgeglichener sein wird, oder bildet sich nach und nach wieder eine Zwei- oder Drei-Klassen-Gesellschaft heraus?

Die Liga ist in diesem Jahr definitiv ausgeglichener als in den Jahren zuvor. Dies wird sich sowohl im Kampf um die Meisterschaft als auch im Abstiegskampf zeigen. Für den Handballsport ist diese Entwicklung absolut positiv, wieder mehr Spannung in der Liga zu haben.

Die HSG Wetzlar, die vor der Saison eher zum erweiterten Kreis der Abstiegskandidaten gezählt wurde, hat bereits sieben Punkte auf dem Konto. Der Mitaufsteiger Leipzig auch schon sechs. Die Anzahl der Bittenfelder Konkurrenten scheint geringer zu werden. Nicht eben ein Vorteil für den TVB, oder?

Ich denke, es wäre etwas verfrüht, in Wetzlar oder Leipzig bereits den Klassenerhalt zu feiern. Aber in der Tat sind beide Mannschaften sehr gut gestartet und haben bereits beachtlich Punkte gesammelt. Unabhängig von der Konkurrenz werden wir weiterhin unser Ding durchziehen. Am Ende der Saison müssen halt mindestens drei Mannschaften hinter uns stehen.

Mit den Rhein-Neckar Löwen wartet an diesem Mittwoch die derzeit wohl beste Mannschaft auf den TVB. Heißt es da womöglich, Kräfte zu schonen für die wichtige Partie am Samstag beim TBV Lemgo?

Klar, das Spiel in Lemgo gegen einen direkten Konkurrenten ist für uns das wichtigere Spiel. Nichtsdestotrotz geht es auch gegen die Rhein-Neckar Löwen um zwei Punkte. Von daher sehe ich keinen Grund, die Partie schon vorher gedanklich herzuschenken. Wir haben in Berlin und Melsungen bereits gezeigt, dass wir auch vermeintliche Übermannschaften ärgern können, und fahren deshalb ganz entspannt nach Mannheim und schauen, was geht.

 

Quelle: Thomas Wagner, ZVW