Sensationsteam Leipzig kommt nach Stuttgart

Mit dem 26:25 Erfolg über den SC Magdeburg setzten die Leipziger am vergangenen Mittwoch ein Ausrufezeichen. Dennoch müssen die WILD BOYS heute aus dem Duell der Aufsteiger unbedingt als Sieger hervorgehen.

Die DKB Handball Bundesliga spielt schon leicht verrückt. Da gewinnen die Leipziger das Ostduell gegen den SC Magdeburg mit 26:25, dann fehlte beim 21:22 des HSV Hamburg gegen die SG Flensburg/Handewitt nicht viel und es hätte einen weiteren Favoritensturz gegeben. Aufhorchen ließ auch die Deutlichkeit des Erfolges der Rhein-Neckar Löwen über Altmeister Frisch Auf Göppingen (25:14). Das war schon etwas unerwartet von der Höhe her.

Verstecken brauchen sich aber auch die WILD BOYS in der DKB Handball Bundesliga auf gar keinen Fall. Das zeigte auch die Leistung am vergangenen Mittwoch in Melsungen. Bis zur Halbzeit noch mit 12:16 hinten, holten die aufopferungsvoll kämpfenden Gäste in Durchgang zwei Tor um Tor auf und waren beim 24:23 sogar in Führung gegangen. Die Riesen-Sensation lag in der Luft. „Das haben wir wirklich sehr gut gemacht“, lobte TVB 1898 Stuttgart Coach Thomas König. Doch dann scheiterten die WILD BOYS zu häufig an Melsungens Torhüter René Villadsen. Schade, da war deutlich mehr drin für das Team vom TVB 1898 Stuttgart.

Großes Pech hatten die WILD BOYS dann auch noch. Wie erst nach der Partie gegen den HSV Hamburg (27:31) am letzten Freitag bekannt wurde, brach sich der starke Torhüter Dragan Jerkovic bei einer Abwehraktion den Mittelhandknochen und muss nun mindestens vier bis sechs Wochen pausieren. Einen weiteren Neuzugang auf der Torwartposition schließt Jürgen Schweikardt deswegen aber aus. „Wir vertrauen unseren beiden Torhütern Yunus Özmusul und dem jungen Sebastian Arnold. Beide können sich jetzt in der stärksten Liga der Welt beweisen“, so der Geschäftsführer vom TVB 1898 Stuttgart.

Gegen den SC DHfK Leipzig können die Beiden dieses Vertrauen erstmals vor heimischem Publikum in der Stuttgarter SCHARRena rechtfertigen. Und auf starke Torhüter müssen die WILD BOYS gegen den Mitaufsteiger aus der Messestadt auch bauen. Denn die Gäste schafften am vergangenen Spieltag die ganz große Sensation in der DKB Handball Bundeliga. Sie schlugen den haushohen Favoriten SC Magdeburg durch einen Treffer von Marvin Sommer zwei Sekunden vor dem Ende mit 26:25. Dabei zeigten die Leipziger ein ausgezeichnetes Kreisläuferspiel, wobei Philipp Pöter klug Regie führte und auch immer wieder selbst in die Lücken ging. Torhüter Milos Putera konnte sich ebenfalls mehrfach auszeichnen. Schon im ersten Heimspiel der Saison feierten die Messestädter einen hervorragenden Einstand. Mit 31:27 wurde der ehemalige Champions League Sieger aus Hamburg in der ARENA Leipzig vor einer fantastischen Kulisse von über 4000 Zuschauern bezwungen. Trotzdem weiß die Mannschaft von Trainer Christian Prokop, dass der Klassenerhalt in Liga 1 kein Selbstläufer werden wird. Gegen die MT Melsungen gab es am zweiten Spieltag die erste Heimniederlage, und die fiel mit 21:32 sehr deutlich aus. Bei den Berliner Füchsen unterlagen die Sachsen am dritten Spieltag mit 27:34. Doch die Erfolge der Leipziger kommen nicht von ungefähr. Die Messestädter waren bereits in der letzten Saison das Maß aller Dinge in der Zweiten Bundesliga, stiegen mit nur 14 Minuspunkten und der insgesamt besten Abwehr (919 Gegentore) in die DKB Handball Bundesliga auf. Das Ziel ist hier natürlich eindeutig der Klassenerhalt. Dafür hat man sich noch sinnvoll verstärkt. Unter anderem wurde der Eisenacher Aivis Jurdzs verpflichtet. Hierbei lieferten sich die Sachsen ein kleines Scharmützel mit Mitaufsteiger ThSV Eisenach, der Jurdzs nicht so einfach ziehen lassen wollte.

Nun müssen also die WILD BOYS heute gegen den SC DHfK Leipzig ran und sollten dieses Spiel möglichst gewinnen, um nicht vorzeitig ins Hintertreffen zu geraten. Und auch für das Selbstvertrauen wäre ein Heimsieg unheimlich wichtig. Oder, wie es Trainer Thomas König ausdrückt: „Wir müssen jetzt auch mal gewinnen, damit die Spieler wissen, dass das geht.“ Unterstützen Sie die WILD BOYS bei diesem Unterfangen am Samstagabend.

Quelle: Joachim Gröser, TVB