TVB tritt bei Top-Club MT Melsungen an

Am Mittwochabend steht den WILD BOYS das erste Auswärtsspiel in der Kasseler Rothenbach-Halle bevor. Gegner ist die MT Melsungen, die von Michael Roth trainiert wird. Unter der Regie des ehemaligen Nationalspielers und Silbermedaillengewinners der olympischen Spiele von Los Angeles 1984 ging es mit den Nordhessen stetig bergauf. Die letzte Runde beendeten die „Bartenwetzer“ auf dem sechsten Tabellenplatz, qualifizierten sich damit aber nicht für den Europapokal, bei dem sie letztes Jahr erst im Viertelfinale ausgeschieden sind.

Bist du früher nach Melsungen gekommen, gab es vor der Sporthalle immer die Thüringer Bratwürste, die dann in einem Brötchen serviert wurden. Die schmeckten immer sehr lecker und waren nach der langen Busfahrt für Spieler und Anhänger der Gastmannschaften eine willkommene Gelegenheit, sich zu stärken. Doch heute ist die Fahrtstrecke aus dem Süden der Republik noch weiter geworden. Es geht bis nach Kassel und auch die Voraussetzungen in Nordhessen haben sich stark geändert. Die MT Melsungen spielt heute in der 4300 Zuschauer fassenden Kasseler Rothenbach-Halle. Das Team hat sich in den letzten fünf Jahren zu einem Spitzenteam der DKB Handball Bundesliga entwickelt. Die MT Melsungen ist zu einer Top-Adresse geworden. Das zeigt auch die Verpflichtung von Torhüter Johan Sjöstrand vom THW Kiel deutlich auf. Auch TVB 1898 Stuttgart Coach Thomas König zeigt viel Respekt, wenn er von den Nordhessen spricht. „Das ist eine richtig ausgebuffte Truppe, die sich am Saisonende sicherlich im oberen Tabellendrittel wiederfinden wird“, so der Trainer. Auch das selbst gesteckte Saisonziel der Nordhessen ist das Erreichen des Europapokals, was am Ende Rang fünf bedeutet. Das Team von Trainer Michael Roth hat jedenfalls schon damit begonnen, die MT Melsungen wieder nach Europa zu bringen. Mit drei Siegen starteten die Nordhessen in diese Bundesliga-Saison, stehen mit 6:0 Zählern mit weißer Weste da. Besonders beeindruckend war dabei der deutliche 32:21 Erfolg in Leipzig. Mehr Mühe als erwartet hatten die Nordhessen dann am letzten Wochenende beim anderen Aufsteiger ThSV Eisenach. In der Werner-Aßmann-Halle gab es einen knappen 30:27 Sieg.

Und nun kommt also der TVB 1898 Stuttgart nach Melsungen, genauer gesagt in die Kasseler Rothenbach-Halle. Da ist doch ein Sieg für die Gastgeber bereits eingeplant. Aber die WILD BOYS verstehen sich aufs Kämpfen. Das haben sie bereits im Heimspiel gegen die HSG Wetzlar gezeigt. Und nicht zuletzt im Heimspiel gegen den HSV Hamburg. Da ließen sich die Gastgeber lange Zeit nicht abschütteln, gingen sogar mit 23:21 in Führung, vergaßen aber in der Folge, den Sack zuzumachen. „Wir mussten sehr hart für unseren Sieg arbeiten“, anerkannte auch HSV-Coach Michael Biegler nach der Partie. Das sehr gute Kreisläuferspiel des TVB 1898 Stuttgart hatte den Hanseaten mehr Mühe als erwartet bereitet. Da war es auch nicht verwunderlich, dass ausgerechnet Simon Baumgarten die Begegnung mit seinem Wurf hätte weiter ausgeglichen gestalten können. Doch er scheiterte am ehemaligen Nationaltorhüter Johannes Bitter, der in der Folgezeit auch weitere hochkarätige Möglichkeiten der Hausherren zunichte machte. „Wir hätten nach unserer Führung länger spielen müssen. Wir haben aber zu schnell abgeschlossen“, räumte Trainer König hinterher ein.

Melsungen ist nun eine dankbare Aufgabe. „Da rechnet keiner mit einem Sieg des TVB 1898 Stuttgart“, gesteht König. Dennoch will er mit seinem Team möglichst gut abschneiden. Schließlich gilt es für sein Team, sich möglichst schnell an die Gangart in der DKB Handball Bundesliga zu gewöhnen. „Wir werden uns etwas einfallen lassen müssen, um den starken Rückraum der Nordhessen mit den Brüdern Philipp und Michael Müller nicht zur Entfaltung kommen zu lassen“, stellt der TVB 1898 Stuttgart Coach fest. Gelingt dies und kann auch Linksaußen Michael Allensdorf in Schach gehalten werden, dann können die WILD BOYS auch beim haushohen Favoriten MT Melsungen ein positives Ergebnis erreichen. Und am Samstag kommt dann Mitaufsteiger SC DHfK Leipzig in die Stuttgarter SCHARRena.

Quelle: Joachim Gröser, TVB