„Wir haben zwei vernünftige Halbzeiten gespielt“

Ein härteres Los, den THW Kiel ausgenommen, hätte der TVB 1898 Stuttgart in der ersten Runde um den Pokal des Deutschen Handball-Bundes nicht erwischen können. Deshalb ist der Trainer des Aufsteigers auch trotz der 18:27-Niederlage zufrieden mit seiner Mannschaft. „Alles ist gut“, sagt Thomas König. „Wir haben zwei vernünftige Halbzeiten gespielt.“

Für drei etablierte Erstligisten war in der ersten Pokalrunde Endstation – jeweils gegen Zweitligisten: Die HSG Nordhorn-Lingen schlug den HSV Hamburg mit 30:29 nach Verlängerung, der EHV Aue bezwang den TBV Lemgo mit 30:24 und der HSC Coburg schaltete die HSG Wetzlar mit 26:25 aus. Für die drei Aufsteiger indes gab’s in den Erstliga-Duellen gegen starke Gegnern nichts zu holen: Der DHfK Leipzig unterlag den Füchsen Berlin mit 24:26, der ThSV Eisenach der MT Melsungen mit 18:30 und der TVB 1898 Stuttgart den Rhein-Neckar Löwen mit 18:27.

Der TVB-Trainer Thomas König warnt sogleich vor übertriebenen Erwartungen, die der eine oder andere vor der Partie womöglich gehabt habe. „Wir müssen die Kirche schon im Dorf lassen“, sagt er. „Wir bilden uns nicht ein, mal so eben gegen Mannschaften zu gewinnen, die einen Etat von sieben oder acht Millionen haben.“ Und die zur internationalen Spitzenklasse zählen – wie die Rhein-Neckar Löwen, welche die erste Pokalrunde sehr ernst nahmen.

Nachdem der deutsche Vizemeister den TVB im ersten Spiel am Samstag besiegt hatte, ließ er auch dem Erstliga-Absteiger TSG Ludwigshafen-Friesenheim am Sonntag beim 30:17 keine Siegchance. Entsprechend zufrieden zeigte sich auch der Löwen-Trainer. „Wir wussten, dass wir ein bestimmtes spielerischen Niveau erreichen mussten, um in die nächste Runde zu kommen“, sagte Nikolaj Jacobsen.

Gegen den TVB musste der Däne seine Mannschaft in den ersten 30 Minuten das eine oder andere Mal lautstark aufrütteln, was auch an der bissigen Bittenfelder Abwehr lag. Selbst nach der Auszeit beim 6:5 für den hohen Favoriten nach einer Viertelstunde ließ sich der Aufsteiger nicht abschütteln. Bis dahin hatte Thomas König keinen Grund zum Meckern. Lediglich die letzten vier Minuten vor der Pause, in der die Löwen vom 11:8 auf 14:8 davonzogen, schmeckten dem Trainer nicht.

Trotz der am Ende ebenso deutlichen wie standesgemäßen 18:27-Niederlage bleibt der Trainer gelassen. „Es ist alles gut“, sagt König. „Wir werden in dieser Saison vielleicht auch mal ein Spiel mit 20 Toren verlieren, auch dann werde ich nicht nervös.“ Zudem sei seine Mannschaft „noch nicht da, wo wir hinmöchten“.

Sehr zufrieden war König mit den beiden Neuen auf dem Feld, Kasper Kisum und Michael Spatz. Der Dritte im Bunde, Teo Coric, fehlte noch krankheitsbedingt. Schwer sei’s für Yunus Özmusul gewesen. „Die Löwen sind nicht gerade ein Gegner, gegen den sich ein Torhüter beweisen kann.“

Ausschnitte der Partie gegen die Rhein-Neckar Löwen gibt es auf zvw.de/sportvideos