Bittenfeld souverän, Schweikardt überragend

Der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld hat in seinem letzten Heimspiel gestern nichts anbrennen lassen: Der überragende Spielmacher Michael Schweikardt führte sein Team vor 2049 Fans in der ausverkauften Scharrena zum souveränen 32:23-Sieg (17:9) gegen den überforderten SV Henstedt-Ulzburg. Aus den Spielen in Hüttenberg und Essen braucht der TVB noch zwei Punkte zum Aufstieg.

Trotz des sonnigen Frühlingstags am gestrigen Freitag haben die Frogs aus Henstedt-Ulzburg mächtig gezittert: Mit dem ICE wollte sich der Bittenfelder Gegner aus dem Hamburger Raum nach Stuttgart aufmachen, der Bahnstreik durchkreuzte diesen Plan um ein Haar. Den Plan B, sich mit zwei Kleinbussen und einem Pkw über die vollgestopften Autobahnen zu quälen, konnten die Gäste glücklicherweise wieder in die Schublade legen. Die Lokführer waren wieder am Start und die „Frösche“ damit rechtzeitig in der Halle – allerdings zunächst nur körperlich.
Die Bittenfelder ließen von Beginn an keinerlei Zweifel daran, dass sie ihr letztes Heimspiel unter allen Umständen gewinnen und damit den vorletzten Schritt zum Aufstieg machen wollten. Nach sechs Minuten führte der TVB mit 3:0 – und die Gäste waren damit noch gut bedient. Hätte der Neuling nicht den starken Jan Peveling im Tor gehabt, wären sie mit 0:7 im Hintertreffen gewesen. So konzentriert und wachsam die Bittenfelder in der Abwehr agierten, so fahrlässig gingen sie in der Anfangsphase mit ihren klaren Chancen um.
Die frühe Auszeit des SV-Trainergespanns Matthias Karbowski/Amen Gafsi und die angeordnete offensivere Deckung brachte keinen Erfolg. Jörg Lützelberger, der in seinem ersten – und letzten – Heimspiel für den TVB am Kreis und in der Deckung ein prima Spiel machte, drehte den Ball zum 6:2 (10.) ins Eck. Nach einer Viertelstunde zückten die Henstedter zum zweiten Mal die Grüne Karte. Auch sie änderte nichts an der haushohen Überlegenheit der Bittenfelder. Die Gäste fanden gegen die bewegliche Bittenfelder Deckung keine Lösungen, wirkten ratlos und leisteten sich etliche Fehler. Die nutzte der TVB jetzt besser, wobei der äußert spielfreudige Michael Schweikardt seine Mitspieler immer wieder glänzend in Szene setzte.
Der Tabellendritte war von allen Positionen gefährlich, die Abwehr vor dem aufmerksamen Torhüter Dragan Jerkovic stand stabil. Dass Dominik Weiß im Angriff keinen allzu glücklichen Tag erwischte, fiel dabei nicht ins Gewicht: Der gute Tobias Schimmelbauer vollendete nach 25 Minuten einen Konter zum 16:6. Beim 17:9 zur Pause war die Partie quasi entschieden.
Nach der Halbzeit änderte sich nichts Wesentliches an den Kräfteverhältnissen. Bittenfeld ließ nicht nach, kämpfte um jeden Ball und zeigte das eine oder andere Kabinettstückchen. Spätestens nachdem Djibril M’Bengue Mitte der zweiten 30 Minuten den Ball zum 25:13 in die Maschen hämmerte, feierten die 2049 Fans ihren TVB und sorgten für eine prächtige Stimmung. Die wurde noch besser, als sich Daniel Sdunek nach 48 Minuten bereit machte: Die Zuschauer ließen den Torhüter hochleben, der sein letztes Heimspiel für den TV Bittenfeld machte.
In den Schlussminuten wechselte der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt munter durch, dabei gingen der Spielfluss und auch die Konzentration etwas verloren. Henstedt-Ulzburg kam ein bisschen besser ins Spiel, ohne das Heimteam freilich zu gefährden. Am Ende durften die Gäste froh sein, dass sie nicht eine noch höhere Schlappe kassierten. Das 32:23 spiegelte die Kräfteverhältnisse jedenfalls deutlich wider.
Mit diesem souveränen Erfolg machte der TVB einen riesengroßen Schritt hin zu seinem Traum, den Aufstieg in die 1. Liga. Dank des gegenüber der Konkurrenz aus Nordhorn und Rimpar klar besseren Torverhältnisses reichen den Bittenfeldern aus den Partien gegen Hüttenberg und Essen zwei Punkte. Dass sie beide Male auswärts antreten müssen, dürfte kein allzugroßer Nachteil sein: Die Fans werden ihren TVB sicherlich in großer Zahl begleiten.
TV Bittenfeld: Sdunek, Jerkovic; Schimmelbauer (5), Nils Kretschmer (2), Weiß (4), Schweikardt (7/3), Friedrich (3), M’Bengue (2), Baumgarten (4), Lützelberger (2), Sundberg, Heib, Seiz (1), Finn Kretschmer (2).
SV Henstedt-Ulzburg: Peveling, Schmidt; Bitterlich (1), Kibat (1/1), Mehrkens, Eggert, Karacic (1), Lauenroth (5), Völzke (4), Schulze (1), Thöneböhn (1), Stefan (1), Laursen (7), Demovic (1).