Schweikardt hofft auf Rückkehrer

Das Beste am 34. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga aus Sicht des TV Bittenfeld ist die Niederlage der Rimpar Wölfe gewesen. Ansonsten sind die Chancen des TVB auf den Aufstieg eher schlechter geworden, das Restprogramm spricht klar für die Konkurrenten. „Wir stehen immer noch auf einem Aufstiegsplatz“, sagt jedoch der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt.

Die Fans des TV Bittenfeld sind in dieser Saison nicht zu beneiden. Nach den Pleiten gegen Eisenach und in Hildesheim schien der TVB mit den Siegen gegen Großwallstadt und in Rimpar gerade noch rechtzeitig die Kurve zu kriegen im Aufstiegsrennen. Am Freitag nun folgte der nächste Tiefschlag mit der 23:29-Niederlage gegen den TV Neuhausen/Erms – ein Gegner, der für die Bittenfelder normalerweise kein großer Stolperstein sein dürfte.

Normal war für den Bittenfelder Trainer die Ausgangslage vor dem Spiel allerdings nicht. Gegen eine der eingespieltesten offensiven Deckungsreihen der Liga habe seinem Team die Option gefehlt, über den Kreis zu spielen, sagt Jürgen Schweikardt. Alexander Bischoff habe seine Aufgabe im Rahmen seiner Möglichkeiten gut gemacht, könne aber Simon Baumgarten und Florian Schöbinger nicht ersetzen.

Ohne die beiden habe es der Gegner leichter, sich auf den Rückraum zu konzentrieren. „Wenn wir dann gewinnen wollen, brauchen wir von den Spielern auf den Halbpositionen eine bessere Leistung.“ Auf die Taktik der Neuhausener, welche den Rückraum des TVB früh störten, sei sein Team natürlich vorbereitet gewesen. „Wir wollten die Räume breit machen und den Ball schnell weiterspielen.“ Wirklich funktioniert hat das nicht. „Wir haben uns zu schnell festmachen lassen, es war zu wenig Bewegung im Spiel, die Passempfänger haben sich oft versteckt.“ Zu selten seien Dominik Weiß, Lars Friedrich, Nils Kretschmer und Djibril M’Bengue im Eins-gegen-eins erfolgreich gewesen. Unterm Strich habe so im Derby fast eine komplette Mannschaft gefehlt. „Wenn drei Spieler verletzungsbedingt und ebenso viele leistungsmäßig ausfallen, kann das auch gegen Neuhausen eigentlich nichts werden“, sagt Jürgen Schweikardt.

Nicht nur die Offensive indes zeigte Schwächen, auch die Abwehr offenbarte Lücken. In den Spielen gegen Großwallstadt und Rimpar seien die Ausfälle durch Leidenschaft und gegenseitiges Aushelfen kompensiert worden, so der Coach. „Wenn man genau hinsah, hat auch da schon die Abstimmung nicht richtig gepasst.“

Die Niederlage gegen Neuhausen kostete den TV Bittenfeld nicht nur den zweiten Rang. Auf dem Papier hat der TVB nun, selbst wenn er immer noch auf dem dritten Aufstiegsplatz steht, die schlechteren Karten. Die Konkurrenten ThSV Eisenach (32:31 in Emsdetten) und HSG Nordhorn-Lingen (31:18 in Bad Schwartau) haben ihre höchsten Hürden am Wochenende übersprungen und im Vergleich zum TVB das deutlich entspanntere Restprogramm. „Sicherlich sind die beiden Team jetzt im Vorteil“, sagt Schweikardt. Sie müssten allerdings ihre Ausgangsposition jetzt verteidigen, was unter Umständen schwieriger sei, als sich von hinten heranzupirschen.

Der TVB hat jetzt drei Wochen Zeit, um sich zu sammeln und die letzten Kräfte zu mobilisieren – und Schweikardt gibt sich kämpferisch. „Wir sind noch voll im Rennen und werden kämpfen bis zum Schluss.“ Bis zum Spiel in Hamm, da ist sich der Coach sicher, werde auch die Stimmung wieder besser sein als dieser Tage.

Gut möglich, dass sich bis zum 16. Mai auch die Verletzten wieder zurückgemeldet haben werden. Eine Prognose sei derzeit unmöglich, sagt Schweikardt. Die Hoffnung, dass zumindest einer wieder mitwirken kann, ist jedoch groß.