Leidenschaft – ein wesentlicher Faktor

Von Samstag an haben die Verletzten des Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld während der dreiwöchigen Spielpause Zeit, sich auszukurieren. Zuvor gilt’s an diesem Freitag für den TVB, im Derby den TV Neuhausen in Schach zu halten. Die Fans in der erneut ausverkauften Scharrena stärken dem TVB dabei den Rücken.

Am Aufstieg des zurzeit etwas schwächelnden, aber doch souveränen SC DHfK Leipzig dürfte es keine Zweifel mehr geben. Doch welche beiden Teams folgen dem designierten Meister in die 1. Liga?

Zur Klärung dieser Frage könnte die aktuelle Tabellenposition der vier Kandidaten TV Bittenfeld, DJK Rimpar Wölfe, ThSV Eisenach und HSG Nordhorn-Lingen – in dieser Reihenfolge – herangezogen werden. Weil diese Mannschaften fünf Spiele vor Schluss jedoch lediglich zwei Punkte trennen, scheint kein Team einen größeren Vorteil zu haben. Was das Restprogramm betrifft, dürften die Rimpar Wölfe vor den höchsten Hürden stehen, gefolgt vom TV Bittenfeld. So gesehen, haben Eisenach und Nordhorn womöglich die besten Karten.

Bleibt noch die aktuelle Form als Gradmesser. Blöde nur, dass keiner aus dem Quartett derzeit den Eindruck erweckt, in einer Schaffenskrise zu sein. Am Ende könnte derjenige die Nase vorn haben, der in den entscheidenden Situation das Glück auf seiner Seite hat. Und womöglich gibt auch eine Charaktereigenschaft den Ausschlag, welche beispielsweise die Bittenfelder zuletzt gegen den TV Großwallstadt und bei den Rimpar Wölfen an den Tag legten. „Leidenschaft ist ein wesentlicher Faktor, um erfolgreich zu sein“, sagte der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Neuhausen. „Damit kann man auch Ausfälle kompensieren, wie wir sie aktuell haben.“

Mit Simon Baumgarten fehlte in Rimpar nach Tobias Schimmelbauer und Florian Schöbinger ein dritter wichtiger Spieler. Der TVB zeigte sich davon allerdings unbeeindruckt und setzte sich nach einer starken Leistung mit 26:22 durch. Das war ganz nach dem Geschmack des Trainers. „Der Sieg hat uns natürlich Selbstvertrauen zurückgegeben nach den unnötigen Niederlagen gegen Eisenach und Hildesheim“, so Schweikardt. Und nebenbei holten sich die Bittenfelder den zweiten Tabellenplatz zurück, den sie so lange innehatten.

Davon, dass der TVB den Aufstieg nun wieder selbst in der Hand hat, will der Coach jedoch nichts wissen. „Wir haben es selbst in der Hand, gegen Neuhausen zu gewinnen. Es bringt jetzt nichts, vor so einem wichtigen Spiel über den Tag hinauszublicken.“

Auch die Bilanz gegen Neuhausen – fünf Siege, drei Unentschieden, eine Niederlage – interessiert Schweikardt nicht. Für den Gegner sei das Spiel in der ausverkauften Scharrena ein Saisonhöhepunkt. Zudem habe Neuhausen den großen Vorteil, frei von jeglicher Abstiegsgefahr und damit ohne Druck aufspielen zu können. Das Team von Trainer Aleksandar Stevic habe zwar in der Winterpause mit Nico Theilinger einen wichtigen Spieler an den Erstligisten Erlangen verloren, sei aber immer ein gefährlicher Gegner. Auch weil sich die Neuhauserer Kontrahenten immer wieder an der 3:2:1-Deckung die Zähne ausbeißen.

Der TVB muss weiter auf Schimmelbauer und Schöbinger verzichten. Bei Baumgarten besteht zwar noch eine minimale Hoffnung, weil die endgültige Diagnose noch aussteht. Doch Schweikardt geht nicht von einem Einsatz aus.

Ausschnitte der Partie gibt’s auf zvw.de/sportvideos