150 TVB-Fans unter 2900 Wölfen

Das Top-Spiel der 2. Liga steigt an diesem Freitag in der Würzburger S. Oliver-Arena: Der Tabellenzweite DJK Rimpar Wölfe erwartet den Dritten TV Bittenfeld. Rund 150 TVB-Fans werden unter den 3075 Zuschauern in der längst ausverkauften Halle sein. „Wir werfen alle Leidenschaft rein“, sagt der Bittenfelder Trainer Jürgen Schweikardt.

Mehr Spannung und Brisanz geht kaum: Sollten die Rimpar Wölfe die Bittenfelder Wild Boys besiegen, hätten sie fünf Spieltage vor Schluss nicht nur vier Punkte Vorsprung auf den TVB, sondern auch einen gewaltigen Schritt in Richtung 1. Liga gemacht. Auf der anderen Seite eroberten sich die Bittenfelder bei einem Erfolg den zweiten Tabellenplatz zurück.

Diese Konstellation alleine reicht eigentlich bereits, um die Bedeutung des Spiels zu beschreiben. Speziell ist die Partie allerdings auch aus einem anderen Grund: Die beiden Trainer Jens Bürkle und Jürgen Schweikardt verbindet seit gemeinsamen Zeiten beim TV Bittenfeld eine enge Freundschaft. Jeder weiß, wie der andere tickt – und wird seine Mannschaft entsprechend akribisch auf den Kontrahenten einstellen.

Groß ist die Euphorie dieser Tage in Unterfranken. Schließlich hatte kaum einer damit gerechnet, dass sich die Wölfe so lange in der Spitzengruppe halten würden. So ist vom „Spiel des Jahres des Überraschungsteams gegen den ambitionierten TV Bittenfeld“ auf der Wölfe-Homepage zu lesen. Jens Bürkle schiebt dem TVB „aufgrund seiner hohen spielerischen Qualitäten und der weitaus größeren Erfahrung“ die Favoritenrolle zu. Was sein Kumpel schmunzelnd zur Kenntnis nimmt. „So versucht Jens, den Druck von seiner Mannschaft zu nehmen“, sagt Schweikardt. „Aufgrund der aktuellen Entwicklung sehe ich uns nicht im Vorteil – im Gegenteil.“

Nach der Schwächephase und 1:5 Punkten zeigten die Bittenfelder beim 28:24-Sieg gegen den TV Großwallstadt aufsteigende Form. Die Ausfälle von Tobias Schimmelbauer und Florian Schöbinger kompensierte das Team, sie schwächen es dennoch nachhaltig. „Die Verletzungen treffen uns hart“, sagt Schweikardt. „Wir sind nicht so eingespielt in der neuen Formation und haben in der Woche daran gearbeitet.“

Auch wenn gegen Großwallstadt erwartungsgemäß nicht alles funktionierte: Die Leidenschaft, mit der seine Spieler zu Werke gingen, gefiel dem Trainer. „Es war ein Zeichen an alle, dass wir nicht aufgeben werden. Weder in einem Spiel noch in dieser Saison.“ Um jedoch in Rimpar zu bestehen, müsse seine Mannschaft „noch ein paar Prozent“ drauflegen.

Der DJK Rimpar Wölfe belegte nach dem Aufstieg in seiner Premierensaison den 14. Platz und hatte hier bereits mit seinem forschen und unbekümmerten Auftreten für die eine oder andere Überraschung gesorgt. Unter anderem beim 28:25-Sieg in der Scharrena gegen den TVB. Auch im zweiten Jahr gab’s für die Wölfe, die ohne Profis auskommen, nur ein Ziel: Klassenverbleib. Zum Ende der Hinrunde indes rieb sich die Konkurrenz die Augen: Punktgleich mit dem Zweiten Bittenfeld lag Rimpar mit 29:9 Zählern auf dem vierten Rang.

Kein Schwächeln der Wölfe in der Rückrunde

In den Prognosen zur Saisonhalbzeit, wer denn am Ende der Saison auf den drei Aufstiegsplätzen stehen würde, tauchten die Wölfe dennoch eher selten auf. Die Experten prognostizierten den Feierabend-Sportlern in der Rückrunde einen Einbruch. Tatsächlich sah’s nach den Niederlagen in Rostock (24:25), in Eisenach (25:27), gegen den TV Großwallstadt (18:21) und in Essen (24:25) danach aus.

Doch die Wölfe standen wieder auf, holten 8:0 Punkte und haben immerhin drei Punkte Polster auf den ersten Nichtaufstiegsrang. Wie gut Rimpar drauf ist, zeigte es zuletzt in Hüttenberg: Den 5:7-Rückstand drehte es binnen 18 Minuten mit einem 15:3-Lauf zum 20:10.

Für den Bittenfelder Trainer kommt der Erfolg der Rimparer nicht von ungefähr. „Dort stimmt einfach das Gesamtpaket.“ Die Wölfe hätten einen sehr guten Trainer, individuell gute Spieler, einen breiten Kader und eine prima Struktur im Verein. „Mir war klar, dass Rimpar nicht zurückfallen wird, falls keine größeren Verletzungen dazwischen kommen.“ Und: Die Wölfe könnten ohne Druck aufspielen und hätten mit ihren jüngsten Erfolgserlebnissen viel Selbstvertrauen gesammelt. „Deshalb ist Rimpar nach Leipzig für mich derzeit der Aufstiegsfavorit Nummer eins“, sagt Jürgen Schweikardt. „Was allerdings nicht heißt, dass wir dort nicht bestehen können.“

Vielleicht läuft’s ja wieder wie im Hinspiel. Nach 40 Minuten hatte der TVB knapp mit 13:12 geführt und brachte die Partie letztlich souverän mit 26:19 nach Hause. „Da waren wir vielleicht hartnäckiger“, erinnert sich Schweikardt. „Das wollen wir diesmal wieder sein.“

Am Kader wird sich gegenüber dem Großwallstadt-Spiel nichts ändern. Florian Schöbinger und Tobias Schimmelbauer fallen weiterhin aus. Richard Sundberg dagegen ist wieder voll belastbar. Djibril M’Bengue ist einsatzfähig, er hat aber aufgrund seiner Bänderverletzung nicht alle Trainingseinheiten absolviert.