Saison-Ende für Schimmelbauer

Es läuft nicht gut beim TV Bittenfeld, jetzt hat er auch noch mit großen Verletzungsproblemen zu kämpfen: Für Tobias Schimmelbauer ist die Saison beendet, Florian Schöbinger wird mindestens vier Wochen fehlen. Der Einsatz von Richard Sundberg und Djibril M’Bengue gegen Großwallstadt ist unsicher. Die gute Nachricht: 2000 Fans werden dem TVB beistehen.

Es ist ein oft strapaziertes Sprichwort, aber häufig ist etwas Wahres dran: Erst hast du kein Glück, und dann kommt auch noch Pech hinzu. Eigentlich sind die Bittenfelder mit 1:5 Punkten und dem Verlust des Aufstiegsplatzes genug gestraft. Nun muss der Trainer Jürgen Schweikardt auch noch den personellen Notstand ausrufen.

Die bittersten Nachrichten erreichten den Coach am Donnerstag: Am Vormittag stellte sich die Oberschenkelverletzung von Tobias Schimmelbauer als Muskelbündelriss im Oberschenkel heraus, der Linksaußen wird in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen. Ein paar Stunden später stand die Diagnose bei Florian Schöbinger: Der Kapitän hat sich einen Teilabriss am Innenband des Knies zugezogen, die medizinische Abteilung geht von einer vierwöchigen Pause aus. Vage ist die Hoffnung, dass Djibril M’Bengue nach seinem Bänderanriss wieder einsatzfähig sein wird. Die größten Chancen bestehen wohl bei Richard Sundberg (Schleimbeutelentzündung im Ellbogen). Fallen Schimmelbauer und Schöbinger aus, fehlen dem TVB zwei zentrale Pfeiler im Abwehrsystem. Als Ersatz am Kreis käme eigentlich Ali Bischoff aus dem Perspektivteam infrage, doch auch er laboriert an einer Ellbogenverletzung. „Da müssen wir uns jetzt etwas überlegen“, sagt Schweikardt.

Die Situation ist ausgesprochen knifflig vor einem Spiel, das der TVB unbedingt gewinnen muss, um im Aufstiegskampf nicht vorzeitig den Anschluss zu verlieren. „Wir müssen unsere Verunsicherung peu à peu ablegen. Das geht am besten mit Siegen“, so Schweikardt. Darauf warten die Bittenfelder seit drei Spielen – und die Konkurrenz staunt ob des schwächelnden TVB, der für viele nach Leipzig als der aussichtsreichste Aufstiegskandidat galt. „Mit dem medialen Echo beschäftigen wir uns nicht so sehr“, sagt Schweikardt. „Was nicht heißt, dass wir das Thema totschweigen.“ Unter der Woche sei viel geredet worden. Und bei der Videoanalyse seien auch Spiele aus besseren Zeiten vorgeführt worden, um den Glauben an die eigene Stärke zurückzugewinnen.

Zu allem Überfluss kommt mit dem TV Großwallstadt ein Team in die Scharrena, das von den jüngsten acht Partien lediglich ein Spiel verloren hat und richtig gut in Fahrt ist: Der TVG siegte beim Tabellenzweiten Rimpar Wölfe in Essen und trotzte dem Dritten Eisenach ein 24:24-Unentschieden ab. „Das ist eine richtig hohe Hürde für uns“, sagt Schweikardt. Der Ex-Club von Nils Kretschmer hat den einen oder anderen Hochkaräter im Kader. Beispielsweise den 45-fachen slowakischen Nationaltorhüter Milos Putera oder den ehemaligen deutschen Nationalspieler Michael Spatz auf Rechtsaußen. Internationale Erfahrung bringen außerdem Fannar Fridgeirsson (Island), Hugo Lopez (Spanien), Pavel Prokopec (Tschechien) sowie das Brüderpaar Chen und Gil Pomeranz (Israel) mit. „Wir müssen jetzt gemeinsam durch dieses Feuer gehen“, sagt Schweikardt. „Wir können nicht mehr tun, als unser Bestes zu geben, und darauf hoffen, dass es reicht, die Punkte zu behalten.“

Die Unterstützung der Fans scheint dem TVB gewiss: Am Donnerstag gab es nur noch wenige Karten fürs Spiel, die Scharrena dürfte mit 2100 Zuschauern ausverkauft sein.