Bitter: Bittenfeld gibt das Spiel aus der Hand

Im Rennen um den Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga hat der TV Bittenfeld gestern Abend einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. Vor 6211 entsetzten Fans in der ausverkauften Stuttgarter Porsche-Arena verspielte der TVB in den letzten zehn Minuten die 24:19-Führung und unterlag dem ThSV Eisenach mit 25:26 (14:12).

Riesige Enttäuschung beim TV Bittenfeld: Nach großem Kampf und einer über weite Strecken starken Abwehrleistung brachte er sich – wieder einmal – in der Schlussphase um den Lohn und hat damit eine sehr gute Ausgangsposition im Aufstiegsrennen leichtfertig verspielt. Die Eisenacher pirschten sich bis auf einen Punkt an den TVB heran. Es lief zunächst eigentlich alles nach Plan für die Bittenfelder. Die Defensive stand sicher, ließ den gefährlichen Eisenacher Rückraum nicht in gute Wurfpositionen kommen. Der Tabellenvierte versuchte es über den Kreis – und machte das nicht schlecht. Dennoch war der TVB zunächst spielbestimmend. Angeführt vom überragenden Michael Schweikardt erspielte sich Bittenfeld nach neun Minuten die 5:2-Führung und zog nach dem zwischenzeitlichen 6:6-Ausgleich der Gäste nach 20 Minuten auf 10:7 weg. Auch dank des Torhüters Dragan Jerkovic, der immer besser ins Spiel kam. Allerdings hielt auch der Gästekeeper Stanislav Gorobtschuk überragend. Hätte der TVB nicht eine so mäßige Chancenauswertung gehabt, wäre er nicht nur mit der 14:12-Führung in die Pause gegangen.
Auch im zweiten Durchgang blieben die Bittenfelder am Drücker. Eisenach biss sich immer wieder an der TVB-Deckung die Zähne aus, profitierte jedoch von bisweilen ungeschickten Aktionen, welche die guten Schiedsrichter Christoph Immel und Ronald Klein mit Zeitstrafen ahndeten. Trotzdem hatte der TVB die Partei im Griff, beim 19:15 (40.) hatte er sich erstmals auf vier Tore abgesetzt. Djibril M’Bengue legte zum 21:16 nach.
Eisenach stellte die Deckung um auf 4:2 und kurz darauf auf 5:1. Bittenfeld tat sich schwer, führte aber zehn Minuten vor dem Ende souverän mit 24:19. Plötzlich jedoch funktionierte gar nichts mehr: Der TVB schloss überhastet und unkonzentriert ab und leistete sich technische Fehler. Nach einem Doppelschlag von Bjarki Elisson waren die Gäste beim 24:23 wieder dran (55.). Simon Baumgarten traf postwendend zum 25:23, doch dann zitterten den Bittenfeldern die Hände komplett. Eine unnötige Zeitstrafe gegen Dominik Weiß war zwei Minuten vor Schluss der Anfang vom Ende. Aivis Jurdzs glich zum 25:25 aus und donnerte zwei Sekunden vor dem Ende den Ball zum glücklichen 26:25-Sieg für die Thüringer ins Tor. Die Gäste feierten, die TVB-Spieler sanken enttäuscht zu Boden.

TV Bittenfeld: Müller, Jerkovic; Schimmelbauer (1), Schöbinger (3), Nils Kretschmer (1), Weiß (2), Schweikardt (10/2), Friedrich (2), M’Bengue (1), Baumgarten (2), Sundberg (1), Heib, Finn Kretschmer, Seiz (2).

ThSV Eisenach: Villadsen, Gorobtschuk; Elisson (11), Sklenak (1), Wöhler (3), Jurdzs (2), Luther, Jaanimaa (1), Forstbauer (1), Schliedermann (3), Hansen (2), Heinemann, Koloper (2), Seifert.